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Von Marius Joa. Publiziert am 8. Juli 2017

Der Brite Neil Gaiman zählt zu den kreativsten Geschichtenerzählern der Gegenwart. Sein 2001 veröffentlichter Roman „American Gods“ wurde als Fernsehserie adaptiert. Ein Ex-Knacki gerät mitten hinein in den Krieg zwischen alten Mächten und neuen Göttern…

 

Star Wars: The Clone Wars

Von Marius Joa. Publiziert am 9. Januar 2010

Nach einer 2D-Trickserie schickte George Lucas 2008 auch eine CGI-Animations-Serie namens Clone Wars ins Rennen. Der Pilotfilm zur Star Wars-Serie lief ab August 2008 sogar im Kino. Marius Joa hat sich diesen auf DVD angesehen.

Star Wars: The Clone Wars
Animationsfilm USA 2008. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 94 Minuten (PAL-DVD).
Regie: Dave Filoni. Nach Charakteren von George Lucas.

Jabbas kleiner Racker

Wie zerstört man in wenigen Schritten eine große Filmsaga? Man dreht drei „Prequels“ und degradiert die drei bisherigen Filme zu Teil vier bis sechs. Von den drei Episoden eins bis drei inszeniert man die ersten beiden als seelenloses Effektegewitter für die Kleinen bzw. Teenies. Nach dem insgesamt noch gelungenen dritten Teil nimmt man die fortschreitende CGI-Technik zum Anlass, dem Publikum weitere Nachfolgeprodukte aus dem Universum der Filmtrilogie zuzumuten. So treibt es seit einigen Jahren Regisseur und Produzent George Lucas mit seinem Franchise namens Star Wars, das im durch frühe Merchandising-Erfolge zu einem der reichsten Männer im Filmgeschäft machte.

Anakin Skywalker und seine Schülerin Ahsoka.

Nun, Geld macht anscheinend nicht glücklich. Denn wieso sollte Meister Lucas sonst weitere seelenlose Aufgüsse seiner Weltraumsaga veröffentlichen? Als der derzeit noch neueste fungiert die seelenlose und mitunter unfreiwillig komische Animationsreihe Star Wars: The Clone Wars, die im Herbst 2009 sogar in eine zweite Staffel ging. Der Pilotfilm zur Serie wurde am 14. August 2008 in den deutschen Kinos veröffentlicht. Aber auch fleißige Animationskünstler aus Singapur können nicht allein für den nötigen Unterhaltungswert sorgen.

Weil der Weltraummafiaboss Jabba The Hutt wichtige Hyperraum-Straßen in der Galaxis kontrolliert haben die Separatisten unter dem bösen Sith-Lord Count Dooku seinen Sohn entführt. Um die strategische Hilfe Jabbas in den Klonkriegen zu erhalten, sollen die Jedi-Ritter Obi Wan-Kenobi und Anakin Skywalker den Huttling befreien, auch damit die Armeen der Republik die Oberhand gewinnen. Zu Anakins Unbehagen wird ihm hierfür die freche und nervige Padawan-Schülerin Ahsoka Tano zur Seite gestellt. Während des Versuchs, den kleinen Jabba-Sprössling aus einem verlassenen Kloster zu befreien, geraten die Jedi-Ritter und ihre dezimierten Klontruppen in einen Hinterhalt der fiesen Sith-Lady Assaij Ventress.

Im Grunde bietet der Pilotfilm zur zweiten Clone Wars-Serie genau das, zu was das Star Wars-Franchise in den letzten Jahren weitgehend verkommen ist, scheinbar endlose CGI-Schlachten, bei denen so mancher Videospielfan auf seine Kosten kommen wird. Auch die Story dient nur als Spielwiese für viel Action und allgegenwärtiges Kampfgetöse, was auch dazu führt, dass potenzieller Tiefgang im Keim erstickt wird oder im Schlachtengetümmel untergeht.

Zugegeben, Star Wars: The Clone Wars hat auch wenige Stärken. Die digitalen Hintergründe sehen gut aus und gleichen denen aus der neuen Trilogie fast bis aufs Haar. Gleiches gilt für die Droidenarmee der Separatisten, die im Grunde genauso aussieht wie in den Spielfilmen. Doch die Figuren sehen leider vollkommen eckig aus und selbst Schauspieler mit Gesichtslähmung haben mehr Mimik als die hier animierten Charaktere. Aber dass es den Machern nicht auf ausgefeilte Charaktere ankommt, dürfte klar sein.

Der Ansatz, dass Anakin Skywalker zum Jedi-Lehrer wider Willen wird, mag grundsätzlich Potenzial beinhalten. Es wird jedoch in keiner Weise genutzt. Stattdessen liefert sich Anakin mit seiner Schülerin Ahsoka, die ihn flapsig „Sky Guy“ nennt, platte Wortgefechte. Auch wenn Meister Lucas wohl nicht am Drehbuch dieses Films direkt beteiligt war, so sind die Dialoge dennoch selten abgedroschen und mitunter dämlich. Trauriges Highlight sind, wie auch schon in der nachfolgenden Serie, die Szenen in denen sich die Kampfdroiden der Separatisten gegenseitig an Dummheit überbieten.

Die zweite Clone Wars-Serie wird sicherlich noch ein paar Staffeln laufen. Und irgendwann wird uns George Lucas auch die seit einiger Zeit angedrohte Live Action-Serie zu Star Wars bescheren, die sich inhaltlich zwischen Episode III und IV bewegen soll. Doch für Videospielfans gibt es bereits genügend Star Wars-Material. Denn für andere ist The Clone Wars kaum zu empfehlen.

Fazit: Liebloses Getümmel mit eckigen Figuren und dummen Sprüchen. 3 von 10 Punkten.

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Portugiesisch, Türkisch (alle Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Portugiesisch, Türkisch

Bonusmaterial

Audiokommentar mit Regisseur Dave Filoni, Produzent Catherine Winder, Co-Autor Henry Gilroy und Jason W.A. Tucker (Schnitt)

Marius Joa, 9. Januar 2010. Bilder: Warner/Lucasfilm.

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