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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 29. November 2017

Wie verarbeitet man nach dem Tod der Eltern auch noch den Verlust des einzig verbliebenen Familienmitglieds? Diese Frage erforscht Regisseur Oliver Kienle mit seinem neuen Film: „Die Vierhändige“.

 

Freitag der 13.

Von Johannes Michel. Publiziert am 17. Februar 2009

29 Jahre nach Freitag der 13. ist wieder einmal Freitag der 13. – zumindest im Kino. Ob die Neuauflage des Horrorfilms eine unter vielen bleibt oder eigene Akzente setzen kann? Johannes Michel war im Kino.

Freitag der 13. (Michael Bays Friday The 13th)
Horrorfilm, USA 2009. FSK: keine Jugendfreigabe. 97 Minuten. Deutscher Kinostart: 13. Februar 2009 (natürlich ein Freitag)
Mit: Jared Padalecki, Danielle Panabaker, Aaron Yoo, Van Travis Winkle, Derek Mears, Amanda Righetti, Nana Visitor, Arlene Escarpeta u.a. Regie: Marcus Nispel

Sex, Drugs… – und Belanglosigkeit

Massenmörder Jason hatte seit dem ersten Film aus dem Jahr 1980 zahlreiche Auftritte. Im Endeffekt erging es ihm wie Freddy Krueger (Nightmare on Elm Street) und Michael Myers (Halloween): Immer neue Filme, immer weniger Sinn. Nun hat sich Regisseur Marcus Nispel (zahlreiche Musikvideos, Werbefilme, Texas Chainsaw Massacre) ans Werk gemacht und möchte einen neuen Jason schaffen.

Die „Story“: Fünf Jugendliche wollen am Crystal Lake campieren und zugleich nach dem dort wachsenden Marihuana suchen. Lange allerdings bleibt es nicht ruhig, denn Serienkiller Jason entdeckt die unerwünschten Gäste sehr bald und tötet sie – bis auf Whitney (Amanda Righetti), die er einsperrt. Einige Monate später taucht ihr Bruder Clay (Jared Padalecki, Supernatural) auf, der hofft, dass sie noch lebt und sucht nach ihr, nachdem die Polizei ihre Aktivitäten längst eingestellt hat. Dabei stößt er auf eine neue Gruppe, die sich ebenfalls ein paar schöne Tage am See machen möchte und natürlich noch nicht weiß, dass die nächsten Stunden sich zum absoluten Horrortrip entwickeln werden…

Jason in Aktion.

Freitag der 13. beginnt ungewohnt. Zuerst zeigt Regisseur Marcus Nispel die Enthauptung von Jasons Mutter am Crystal Lake, die zur Mördern geworden ist, um ihren ertrunkenen Sohn zu rächen. Dieser aber entsteigt dem See und macht sich in der Folge daran, wiederum den Mord an seiner Mutter zu rächen. Dann springt der Film drei Jahrzehnte weiter und zeigt die erste Jugendgruppe, die am See dahin gemetzelt wird – und erst nach einem Prolog von 20 Minuten erscheint der Titel und die eigentliche Geschichte nimmt ihren Lauf.

War es im Originalfilm von 1980 noch Jasons Mutter, die mordet, darf nun gleich Jason ran, obwohl er eigentlich in den ersten zwei alten Filmen gar nicht zu sehen ist. Jason macht also bei Nispel keine Entwicklung durch, lediglich wie er zu seiner Maske kommt, wird kurz angerissen. Immerhin entzaubert Nispel seinen Protagonisten nicht in der Art, wie es in der Neuauflage von Halloween (2007) der Fall war.

Während das Original schnell langweilt, nervt die Neuverfilmung hochgradig. Während das Original eine ordentliche Story aufweist, robbt die Neuverfilmung vor sich hin. Auf der anderen Seite überzeugt die Hochglanzoptik, gepaart mit den gelungenen Splatterszenen. Warum aber jedes Auftauchen von Jason, man muss schon sagen wieder einmal, mit lauter Musik untermalt wird und es so zu wenigen Schockeffekten kommt, bleibt unklar. In Kombination wären die beiden Filme mit Sicherheit nicht schlecht – man nehme die Optik des neuen und die Story des alten Films. Einen Versuch wäre es wert.

Dass von einem Film, der sich trotz FSK 18 vor allem an eine jugendliche Zielgruppe richtet, schauspielerisch nicht allzu viel erwarten kann, ist klar. Derart desaströs muss es aber nun wirklich nicht sein. Einzig Jared Padalecki, bekannt aus der Mystery-Serie Supernatural, sorgt für einige erhellende Momente. Der Rest der Darstellerriege ist getrost zu vernachlässigen und trägt zum erhöhten Nervpotenzial bei. Viel schlimmer allerdings sind Drehbuch und Dialoge. Die Story bewegt sich derart fernab jeglicher Realität, dass es schon erschreckt. Sinnvolle Dialoge gibt es keine, der Film würde auch als Stummfilm funktionieren und jeder würde verstehen, worum es geht. Subjektiv betrachtet enthält jeder Satz mindestens einen Kraftausdruck und einen sexuellen Bezug – dem Kinobesucher wird so eingeredet, die Jugend von Heute sei nun einmal so. Höhepunkte des sinnfreien Dahinsiechens sind zwei Sexszenen, die genauso gut nachts um 23.30 Uhr auf den Privatsendern laufen könnten – in einem Erotikfilm mit „Daumen nach unten“-Bewertung. Die Zielgruppe scheint das allerdings anders zu sehen. Auf einer anderen Filmseite schreibt ein Gastautor: „Der Film hat fast alles was man sich gerne ansieht: Sex, Drugs, Alcohol, geile Mädels, Humor, viel blut, Schockeffekte, Action, spannung und Jason :-)!“ (Originalzitat ohne Korrekturen).

Fazit: Unterirdische Neuverfilmung, die jegliche Chance auslässt, neue Akzente zu setzen. Hanebüchene Story, irrwitzige Dialoge, schlechte Darsteller und ein vollkommen überdrehtes Jugendverständnis tun das Übrige. 2 von 10 Punkten.


Clay sucht seine Schwester.

Freitag der 13.
richtet sich vor allem an junge und männliche Kinobesucher, wie dieses Bild zeigt.

Jason lauert sein nächstes Opfer auf.
Johannes Michel, 17. Februar 2009. Bilder: Paramount

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