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Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2017

In „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ untersucht Regisseur Lars Montag die Befindlichkeiten von einem Dutzend Figuren, auf Basis des gleichnamigen Romans von Helmut Krausser…

 

Harry Potter und der Halbblutprinz

Von Marius Joa. Publiziert am 2. August 2009

Anfangs macht sich beim sechsten Harry Potter-Film eher Enttäuschung breit. Zu viele potenziell interessante Elemente aus der Buchvorlage werden ausgelassen. Doch beim zweiten Hinsehen offenbart sich ein im Großen und Ganzen doch gelungener Film voller Andeutungen.

Harry Potter und der Halbblutprinz (Harry Potter And The Half Blood Prince)
Fantasyfilm/Jugenddrama UK/USA 2009. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 153 Minuten. Deutscher Kinostart: 16. Juli 2009.
Mit: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Helen Bonham Carter, Jim Broadbent, Robbie Coltrane, Tom Felton, Michael Gambon, Alan Rickman, Bonnie Wright, Jessie Cave, Evanna Lynch, Helen McCrory u.v.a. Regie: David Yates. Drehbuch: Steve Kloves. Nach dem Roman von J. K. Rowling.

Ruhe vor dem Sturm

Das sechste Schuljahr in der Zauberschule Hogwarts. Harry Potter (Daniel Radcliffe) und sein Jahrgang bereiten sich auf die ersten Prüfungen vor. Im Auftrag von Schulleiter Dumbledore (Michael Gambon), der Harry in die Vergangenheit von Lord Voldemort nach und nach einweiht, soll Harry dem neuen Zaubertranklehrer Professor Slughorn (Jim Broadbent) näher kommen. Slughorn hütet ein Geheimnis. Im Unterricht entdeckt Harry ein merkwürdiges Buch, das laut Inschrift dem „Halbblutprinzen“ gehört und seinem Besitzer wichtige Dienste bei der Erstellung von schwierigen Zaubertränken leistet.

Harry mit dem geheimnisvollen Buch.

Doch nicht nur der Kampf gegen das Böse sorgt für Aufruhr, auch die erste Liebe sorgt für Irritationen. Während Hermine (Emma Watson), die ihre Gefühle für Ron entdeckt hat, sich der Zuneigung eines lästigen Verehrers erwehren muss, beginnt Ron (Rupert Grint) eine sehr „kussintensive“ Beziehung mit dem Girlie Lavender Brown (Jessie Cave). Harry hingegen erkennt, dass er in Rons Schwester Ginny (Bonnie Wright) verliebt ist.

Während all der Turtelei beginnt Draco Malfoy (Tom Felton) mit der Ausführung eines schrecklichen Auftrags, den er vom dunklen Lord persönlich erhalten hat. Zudem hat der undurchsichtige Lehrer Snape Dracos Mutter Narzissa (Helen McCrory) geschworen, ihrem Sohn nötigenfalls unter die Arme zu greifen.

Gleichsam wie die Buchvorlage wirkt die Verfilmung von Harry Potter und der Halbblutprinz, dem sechsten Band der Reihe, etwas „zerfahren“. Die Enttäuschung über die massiven Kürzungen ist natürlich auch entsprechend groß. Die Kürzungen haben auch zur Folge, dass viele beliebte Charaktere ein Dasein als Statisten fristen. Dies ist vor allem deswegen etwas schade, weil natürlich wieder viele bekannte Schauspieler von der Insel mitwirken. Doch insgesamt kann der zweite Potter-Film von Regisseur David Yates (State Of Play, 2003) überzeugen.

Teil 6 ist eben ein Brückenfilm, der den Zuschauer auf den siebten Film, der in zwei Teilen verfilmt wird, vorbereiten soll. Und so gönnt das Drehbuch, wieder von Steve Kloves, seinen Charakteren und dem Publikum etwas Ruhe. Die herrlichen „Beziehungsgeschichten“ sorgen für Erheiterung und Auflockerung. Streckenweise glaubt man sich in einer Romantik-Komödie zu befinden, in einer höchst amüsanten wohlgemerkt. Doch es ist eben nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn auch wenn die Bedrohung nicht ständig gezeigt wird, so ist sie doch allgegenwärtig, etwa wenn die Todesser, Voldemorts Anhänger, die Millennium-Bridge in London zerstören.

Als Dumbledore und Harry tiefer in die geheimnisvolle Vergangenheit Voldemorts eindringen, gewinnt der Film auch wieder an Spannung. Die gezeigten Rückblenden sind zudem sehr stimmungsvoll im Stile klassischer Horrorfilme inszeniert. Der Klimax am Ende fällt jedoch leiser und unspektakulärer aus, als sich es die meisten Zuschauer vielleicht gewünscht hätten. Die Macher haben sich die große Endschlacht eben für den letzten, zweigeteilten Film aufgehoben. Dabei werden vielleicht auch einige hier fehlende Informationen nachgereicht.

Auch schauspielerisch kann Teil 6 überzeugen, vor allem durch den Neuzugang, Oscar-Preisträger Jim Broadbent (Iris, Moulin Rouge) als eigenwilligen Zaubertranklehrer Slughorn. Eine ebenfalls gelungene Leistung zeigt Tom Felton als innerlich zerrissener Voldemort-Anhänger Draco Malfoy. Alan Rickman als undurchsichtiger, katzenartiger Snape und Helena Bonham Carter als durchgeknallte Psychopathin Bellatrix Lestrange sind sowieso eine Klasse für sich.

Wie bereits erwähnt, erscheint der siebte Roman, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, in zwei Teilen, bis April 2010 laufen noch die Dreharbeiten. Teil 1 startet im November 2010, Teil 2 im Juli 2011 in den Kinos.

Fazit: Trotz vieler Kürzungen insgesamt gelungener sechster Film der Harry Potter-Reihe, vor allem dank stimmungsvoller Inszenierung, viel Humor und tollen Schauspielern. 7 von 10 Punkten.


Was weiß Slughorn?

Schulleiter Dumbledore.
Marius Joa, 2. August 2009. Bilder: Warner Bros.

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Die bisherigen Harry Potter-Filme in der Kritik…

Harry Potter und der Stein der Weisen (7/10)
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