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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 26. Mai 2017

Der amerikanische Filmemacher Terrence Malick gilt als “Poet des Kinos”. Sein neuestes Werk „Song To Song“ wird diesem Ruf inszenatorisch durchaus gerecht.

 

Split

Von Marius Joa. Publiziert am 3. Februar 2017

An seine frühen Erfolge The Sixth Sense (1999) und Unbreakable (2000) konnte M. Night Shyamalan in der Folge nur selten anknüpfen. In Split schickt der indisch-amerikanische Regisseur Hauptdarsteller James McAvoy auf eine schauspielerische Tour de Force.

Split
Psychothriller USA 2016. FSK. Freigegeben ab 16 Jahren. 118 Minuten. Kinostart: 26. Januar 2017.
Mit: James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Betty Buckley, Haley Lu Richardson, Jessica Sula, Izzie Coffey, Brad William Henke u.a. Drehbuch und Regie: M. Night Shyamalan.

 

The Many-Faced Man

Auf dem Heimweg von ihrer Geburtstagsparty werden Claire (Haley Lu Richardson), ihre Freundin Marcia (Jessica Sula) und die Außenseiterin Casey (Anya Taylor-Joy) von Kevin (James McAvoy) entführt, der die drei Teenager in einen Kellerraum ohne Fenster sperrt. Während die Mädchen ihrer Situation gewahr werden, entpuppt sich ihr Kidnapper als Mensch mit dissoziativer Identitätsstörung (DIS), d.h. er leidet unter einer vielfach gespalteten Persönlichkeit. Zu diesen Persönlichkeiten gehören Dennis, ein Mann mit Zwangsstörung, eine ältere Dame namens Patricia oder der neunjährige Junge Hedwig. Während Claire und Marcia verzweifelte Fluchtversuche unternehmen, versucht Casey Hedwig zu manipulieren. Die Psychologin Dr. Fletcher (Betty Buckley) erhält einen unerwarteten Besuch von Modedesigner Barry, einer weiteren von insgesamt 23 Persönlichkeiten Kevins. Als sie immer wieder Hilferufe per E-Mail von seinen anderen Persönlichkeiten erhält, versucht die erfahrene Therapeutin herauszufinden, was dahinter steckt. Und was es mit der 24. Persönlichkeit, die von den anderen nur „die Bestie“ genannt wird, auf sich hat…

 Die entführten Mädchen

Seine dritte Regie-Arbeit The Sixth Sense (1999) bedeutete für Majol Night Shyamalan den Durchbruch als Filmemacher in Hollywood. Mit Unbreakable (2000, ebenfalls mit Bruce Willis) und Signs (2002) konnte der gebürtige Inder an diesen Erfolg anknüpfen. Doch danach ging es stetig bergab. The Happening (2008), Die Legende von Aang (2010) sowie das Will-Smith-und-Sohn-Starvehikel After Earth (2013) waren zwar keine völligen Flops an der Kinokasse, wurden aber von Kritikern verrissen. Der 2015 veröffentlichten Found-Footage-Horrorfilm The Visit spielte fast das 20fache seines kleinen Budgets ein und gilt trotz eines gemischten Kritiker-Echos als das Comeback des Regisseurs, dessen wiedergefundene Stärke sich mit Split fortsetzt.

Fast von Anfang an, beginnend mit der Entführungszene, gelingt es Shyamalan eine unangenehm-beklemmende Stimmung zu etablieren. Untermalt wird diese von West Dylan Thordsons pulsierendem, bisweilen etwas unsubtilem Score. Bis auf das Finale, bei welchem das „Jekyll-und-Hyde“-Motiv etwas zu sehr auf die Spitze getrieben wird, verfällt Split zu keiner Zeit in pure Effekthascherei.

Auch wenn Hauptdarsteller James McAvoy (Abbitte, X-Men: Erste Entscheidung, X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, X-Men: Apocalypse), der die Rolle(n) vom terminlichen verhinderten Joaquin Phoenix übernahm, nur acht der 23 bzw. 24 Persönlichkeiten wirklich verkörpert, so wird ihm dadurch sehr viel abverlangt. Doch der 37jährige Schotte meistert diese schauspielerische Herkules-Aufgabe mit Bravour sowie fast ausschließlich über Sprache und Mimik. Auch die argentinisch-britische Nachwuchsdarstellerin Anya Taylor-Joy (The Witch) überzeugt in der Rolle der entführten Einzelgängerin Casey.

Eine immer wieder fortgesetzte Rückblende beschäftigt sich mit Caseys Kindheit (hier gespielt von Izzie Coffey), deren „Erkenntnisse“ das junge Mädchen für ihre Situation als Entführungsopfer nutzt. Dieser erzählerische Kniff ist zwar für die Figur der Casey äußerst wichtig, macht den weiteren Verlauf der Handlung allerdings recht vorhersehbar. Zudem wirkt es etwas heuchlerisch, dass einerseits die Psychologin Dr. Fletcher für die Anerkennung und Akzeptanz von DIS-Patienten kämpft und in deren Krankheit großes Potenzial sieht, eben dieser Personenkreis aber in Split erneut als gewalttätige Psychopathen stigmatisiert wird.

Fazit: Beklemmender Entführungsthriller mit einem entfesselt aufspielenden James McAvoy. 7 von 10 Punkten.


Die ältere Dame Patricia…

…und der neunjährige Hedwig…


…sind nur zwei der Persönlichkeiten von Dr. Fletchers Patient Kevin

Marius Joa, 3. Februar 2017. Bilder: Universal.

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