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Von Marius Joa. Publiziert am 8. Juli 2017

Der Brite Neil Gaiman zählt zu den kreativsten Geschichtenerzählern der Gegenwart. Sein 2001 veröffentlichter Roman „American Gods“ wurde als Fernsehserie adaptiert. Ein Ex-Knacki gerät mitten hinein in den Krieg zwischen alten Mächten und neuen Göttern…

 

Tatort: Am Ende geht man nackt

Von Marius Joa. Publiziert am 11. April 2017

Nach dem völlig halbgaren letzten Tatort aus Franken, Das Recht sich zu sorgen, konnte es eigentlich nur besser werden. Ob der dritte Fall der Nürnberger Ermittler, in Bamberg angesiedelt, überzeugen kann?

Tatort: Am Ende geht man nackt
TV-Krimi Deutschland 2017. 88 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 9. April 2017.
Mit: Fabian Hinrichs, Dagmar Manzel, Eli Wasserscheid, Andreas Leopold Schadt, Matthias Egersdörfer, Mohamed Issa, Yasin el Harrouk, David A. Hamade, Alireza Bayram u.a. Regie: Markus Imboden. Drehbuch: Holger Karsten Schmidt.

 

Von Flüchtlingen, Wohltätern und schlechten Schauspielern

Bei einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bamberg wird eine junge Frau aus Kamerun getötet. Ein weiterer Bewohner erleidet schwerste Verbrennungen. Hauptkommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) sowie ihre Kollegen Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid), Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) und Michael Schatz (Matthias Egersdörfer), der Leiter der Spurensicherung, beginnen die Ermittlungen während sich Ringelhahns Partner Felix Voss (Fabian Hinrichs) noch auf dem Rückweg aus den Familienurlaub in Tschetschenien befindet. Da Ringelhahn und Co mit dem Fall nicht so recht weiterkommen schleust sich Voss, getarnt als tschetschenischer Flüchtling Erso, in die Unterkunft ein, um herauszufinden, ob jemand etwas über den Anschlag weiß. Dabei freundet sich Voss mit dem jungen Syrer Basem (Mohamed Issa) an. Unterdessen führt die Spur zu einem einflussreichen Bauunternehmer…

 Fleischer, Ringelhahn und Goldwasser

Nach Der Himmel ist ein Platz auf Erden (2015) und Das Recht sich zu sorgen (2016) folgte am 9. April 2017 der dritte Tatort-Krimi aus der Großregion Franken: Am Ende geht man nackt. Ermittelten die beiden Hauptkommissare Voss und Ringelhahn zuvor noch nahe ihrer Zentrale in Nürnberg und anschließend in der unterfränkischen Hauptstadt Würzburg, so liegt der Schwerpunkt im neuen Fall im malerischen Bamberg, auch wenn die Stadt an sich nicht zur Geltung kommt, denn es wurde scheinbar nur in Seitenstraßen und Hinterhöfen gedreht. Wobei dies der Geschichte durchaus dienlich ist.

Nach dem unsäglich halbgaren Drehbuch im Vorgänger erscheint das hier von Holger Karsten Schmidt (Auf kurze Distanz, Nebel im August) verfasste Skript fast wie eine Wohltat. Die beiden parallelen Handlungsstränge werden ganz ordentlich entwickelt. Man bemüht sich hier recht erfolgreich, einen ambivalente aber grundsätzlich eher positive Beitrag zur Flüchtlingsthematik zu liefern obgleich aufgrund der für eine wirklich tiefgründige Story etwas zu geringen Laufzeit der Plot insgesamt nicht ganz rund wirkt, vor allem wegen des unnötigen Showdowns. Aber ginge man allein nach dem Inhalt so wäre Am Ende geht man nackt ein solider Teil der Krimireihe.

Leider hat der Film des Schweizer Regisseurs Markus Imboden (seit 2011 inszenierte er zuvor bereits fünf Tatort-Folgen) zwei, aus meiner Sicht gravierende, Schwachpunkte. Zum einen sind die Dialoge teilweise furchtbar gestelzt, was der Authentizität grundlegend schadet. Die fränkischen Polizeibeamten Goldwasser und Fleischer sowie „Spusi“-Mann Schatz fungieren meist nur als bessere Stichwortgeber. Sowohl die beiden Hauptaktuere Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel als auch die Darsteller der Flüchtlinge spielen souverän. Nur leider sind die weiteren kleinen Rollen mit Schauspielern besetzt, die entweder aus einem Laiendarsteller-Pool einer Reality-Soap stammen oder einfach keinen organischen klingenden Satz hinbringen, was bei dem Pseudofränkisch, das ihnen in den Mund gelegt wird, aber nicht ganz verwunderlich ist. Generell gibt es hier zu viele kleine Rollen, die man vor dem Drehen hätte streichen müssen, weil sie nicht wirklich nötig sind.

Ansonsten bin ich gespannt, ob der Running Gag mit Polizeipräsident Dr. Kaiser, der im Verlauf des Falls auf eine alte Studienfreundin trifft, die ihn um ein bis zwei Köpfe überragt, auch in den kommenden Fällen aus Franken beibehalten wird. Das Drehbuch war schonmal ganz ordentlich, jetzt müsste nur noch das Ensemble in der Breite qualitativ zulegen.

Tatort: Am Ende geht man nackt ist bis einschließlich 9. Mai 2017 in der ARD-Mediathek verfügbar.

Fazit: Im Vergleich zum letzten „Frangn-Dadord“ inhaltlich eine Steigerung, aber schwache Dialoge und hölzerne Nebendarsteller schmälern die guten Ansätze. 5 von 10 Punkten.

Voss/Erso freundet sich mit dem Syrer Basem an.

Marius Joa, 11. April 2017. Bilder: ARD/BR.

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