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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 12. November 2017

Nun läuft auch die neueste Verfilmung von Agatha Christies Kriminalroman „Mord im Orientexpress“ in den Kinos, dieses Mal unter Regie von Kenneth Branagh, der auch die Hauptrolle spielt.

 

True Blood

Von Todd Hirn. Publiziert am 22. März 2011

Im September 2008 startete auf dem US-Qualitätskabelsender HBO die vielfach gepriesene Vampir-Serie True Blood. Nach zweieinhalb Jahren ist die TV-Produktion nun auch endlich im deutschen Free-TV (auf RTL II) zu sehen. Vieraugen Kino-Mitarbeiter Todd Hirn sah die ersten beiden Folgen.

 

True Blood
Mystery/Horror/Drama-Serie USA 2008. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. TV-Erstausstrahlung: 16. März 2011.
Mit: Anna Paquin, Stephen Moyer, Sam Trammell, Ryan Kwanten, Rutina Wesley, Chris Bauer, Nelsan Ellis, Jim Parrack, Carrie Preston, William Sanderson, Lois Smith, Lynn Collins u.v.a. Idee: Alan Ball. Nach den Sookie Stackhouse-Romanen von Charlaine Harris.

Blut, Sex und Rassenhass

Mit unzähligen Romanen und Romanreihen beherrschen Vampire als Thema derzeit nicht nur die Belletristik, sondern deren Adaptionen auch Fernsehen (The Vampire Diaries) und Kino (Twilight). Doch sind diese Blutsauger-Sagas zumeist leichtere Kost mit einer klaren Zielgruppe: Teenager. Glücklicherweise gibt es eine Serie, die etwas aus der Reihe tanzt und sich mit ihrem abgründigen Setting an ein erwachsenes Publikum richtet: True Blood, basierend (o Wunder!) auf Romanen der amerikanischen Autorin Charlaine Harris. Für die Adaption fürs Fernsehen zeichnet sich niemand geringes als Autor/Regisseur/Produzent und Oscar-Preisträger Alan Ball (American Beauty, Six Feet Under) verantwortlich.

Dank „Tru Blood“, dem von japanischen Wissenschaftlern entwickelten synthetischen Blut, müssen Vampire zum Zwecke der Nahrungsaufnahme nicht mehr auf Menschen zurückgreifen, was die Gesellschaft der Untoten vor zwei Jahren dazu veranlasst, aus ihren Särgen zu steigen und in die Öffentlichkeit zu gehen. Auch im beschaulichen Ort Bon Temps im amerikanischen Bundesstaat Louisiana leben einige Vampire.

Telepathin Sookie und Vampir Bill

Die telepathisch begabte Kellnerin Sookie Stackhouse (Anna Paquin) rettet den Vampir Bill Compton (Stephen Moyer) vor einem fiesen Ehepaar, das ihm das wertvolle Blut abzapfen wollte. Vampirblut ist für Menschen wie eine Droge, schärft es doch die Sinne und die Selbstheilungskräfte. Schneller als es beiden lieb ist, bekommt Bill die Gelegenheit, sich bei Sookie zu revanchieren als sie beinahe zu Tode getreten wird. Um sie zu retten, gibt Bill ihr von seinem eigenen Blut zu trinken, was beide von nun an untrennbar miteinander verbindet. Während ihren Freunden, dem fürsorglichen Barkeeper Sam (Sam Trammell) und der aufmüpfigen Tara (Rutina Wesley) Sookies Umgang mit dem Blutsauger Sorgen bereitet, so ist Sookies Großmutter Adele (Lois Smith) dem geheimnisvollen Vampir gegenüber recht aufgeschlossen. Sookies Bruder, der einfältige Ladykiller Jason (Ryan Kwanten), gerät nachdem eine seiner Sexpartnerinnen tot aufgefunden wird unter Mordverdacht. Bei der Toten handelt es sich um einen so genannten „Fangbanger“, einem Menschen der sich freiwillig von Vampiren beißen lässt und mit diesen auch Sex hat.

Basierend auf den erfolgreichen Romanen der US-Autorin Charlaine Harris entwerfen Drehbuchautor/Regisseur Alan Ball und sein Team ein abgründiges, aber im Grunde authentisches Sittenbild des gesellschaftlichen Lebens im Louisiana der heutigen Zeit. Die konservativ-reaktionäre Grundeinstellung gepaart mit der christlichen Bigotterie, wie man sie vor allem aus den USA kennt, ist die Grundlage für die Story von True Blood. Stehen im richtigen Leben Homosexuelle („fags“) im Brennpunkt der Diskussion und Diskriminierung, so sind es im fiktiven Örtchen Bon Temps Vampire („fangs“), die sich nach der Erfindung des synthetischen Blutes versuchen, in die Gesellschaft zu integrieren. Es gelingt bereits in den ersten beiden Folgen, diese Grundproblematik als inhaltliche Basis für eine abgründige Story heraus zu arbeiten, ohne dass der Zuschauer hier extrem überfordert wird. Man sollte allerdings keinen 0815-Splatterhorror in Serienform erwarten. Die Kluft zwischen Menschen und Vampiren beruht auf Gegenseitigkeit. Auch bei den Untoten gibt es einige, die Menschen für minderwertig halten und dies als Rechtfertigung nehmen, diese zu jagen und auszubeuten.

Die HBO-Serie bedient sich verschiedener Mittel, um ihre nicht ganz unrealistische Alternativwelt zu erzeugen. Der scheinbare naive idyllische Charme der US-Südstaaten wird immer wieder gekonnt ausgeblendet, wenn es spannend und/oder gruselig wird, wobei die Übergänge der einzelnen Stimmungen fließend sind. True Blood ist teilweise einzigartig, aber doch eine typische HBO-Serie, in Kinoqualität produziert, mit viel Blut (!) und einigen Sexszenen. Gleich die zweite Folge endet mit einem Cliffhanger und die stimmungsvolle Inszenierung hält den Zuschauer auch gut bei der Stange.

Seit 16. März 2011 läuft die Serie endlich auch im deutschen Free TV. RTL II sendet die übrigen 10 Folgen der ersten Staffel in Doppelfolgen immer mittwochs ab 22:00.

Fazit: Erwachsene „Südstaatensaga“ um Blut, Sex und Rassenhass, gepaart mit Horror- und Mysteryelementen. Die Mischung macht’s. 8 von 10 Punkten.

 

Frauenheld Jason unter Mordverdacht

 

DVD-Features

Die erste Staffel der Serie erschien am 9. April 2010 auf DVD, die zweite am 24. September 2010.

Bonusmaterial
Staffel 1:
6 Audiokommentare
Im Blickpunkt: Vampire in Amerika
Booklet
Top Cow Comic „True Blood: The Great Relevation”

Staffel 2:
7 Audiokommentare
Der Vampir Report/Sonderausgabe
Fellowship Of The Sun: Lass dich erleuchten

 

Todd Hirn, 22. März 2011. Bilder: HBO/Warner.

 

 

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Rubrik TV

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