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Von Marius Joa. Publiziert am 8. September 2019

Ed Wood (1924-1978) gilt gemeinhin als der schlechteste Regisseur aller Zeiten. Vor 60 Jahren erschien sein “Opus Magnum”: der Alien-Horror-Streifen “Plan 9 from Outer Space”…

 

Babylon 5: Vergessene Legenden – Stimmen aus dem Dunkel

Von Marius Joa. Publiziert am 25. August 2007

Ein geplanter Kinofilm zur beliebten Science-Fiction-Serie Babylon 5 kam leider nicht zustande. Doch Serienerfinder J. Michael Straczynski (JMS) drehte nach dem Scheitern der Spin-Offs eine weitere Fortsetzung, die kürzlich auf DVD veröffentlicht wurde. Marius Joa hat sich das Ganze angesehen.

Babylon 5: Vergessene Legenden – Stimmen aus dem Dunkel
(Babylon 5: The Lost Tales – Voices In The Dark)
TV-Science-Fiction-Film USA 2007. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 69 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Bruce Boxleitner, Tracy Scoggins, Peter Woodward, Alan Scarfe, Bruce Ramsey, Keegan MacIntosh u.a. Originalkonzept, Drehbuch & Regie: J. Michael Straczynski.

Minimalistische Fortsetzung

2271: Zehn Jahre nach der Gründung der Interstellaren Allianz ist auf der Station Babylon 5 im wahrsten Sinne des Wortes (wieder einmal) „die Hölle los“. Mechaniker Simon Burke (Bruce Ramsay) ist anscheinend von einer unbekannten Macht besessen. Stationschefin Colonel Elizabeth Lochley (Tracy Scoggins) konsultiert den Geistlichen Father Cassidy (Alan Scarfe). Der soll an Burke einen Exorzismus durchführen.

Währenddessen macht sich John Sheridan (Bruce Boxleitner), Präsident der Interstellaren Allianz und ehemaliger Kommandant von Babylon 5, auf den Weg zur Station, um das Jubiläum der IA zu begehen. In Visionen erscheint ihm der Technomagier Galen (Peter Woodward), der voraussagt, dass die Erde von den Centauri zerstört werden wird, wenn Sheridan nicht einen Mord begeht.

Babylon 5, die von Erfinder Straczynski mit einem durchgehenden Handlungsbogen versehene Science-Fiction-Serie, lief mit wechselndem Erfolg fünf Jahre. Anschließend wurden mehrere TV-Filme zur Serie produziert. Der Ableger Babylon 5 – Crusade wurde nach 13 Folgen abgesetzt, bei der geplanten Serie über die „Rangers“ blieb es beim Pilotfilm. Ein geplanter Kinofilm scheiterte in der Verhandlungsphase, wohl auch weil am 22. Mai 2004 Richard Biggs, der Darsteller des Dr. Franklin, überraschend im Alter von nur 44 Jahren verstarb. Am 13. Februar 2006 verstarb G’Kar-Darsteller Andreas Katsulas mit knapp 60 Jahren an Lungenkrebs. Diese beiden Hauptdarstellern der Serie und ihre Charaktere finden in Babylon 5: Vergessene Legenden – Stimmen aus dem Dunkel besondere Erwähnung. Die Handlung spielt etwa zehn Jahre nach dem Ende der Serie. Gedreht wurde vom 13. bis 24. November 2007 in Vancouver, Kanada. Die wenigen Kostüme wurden teilweise aus Fan-Kreisen beschafft, da von den ursprünglichen Utensilien der Serie kaum noch etwas vorhanden ist.

Insgesamt ist die Fortsetzung sehr minimalistisch produziert. Bei den Dreharbeiten wurde, fast komplett ohne Kulissen, vor Green-Screen gedreht. Die Hintergründe und Weltraumszenen wurden erst in der Nachbearbeitung per CGI hinzugefügt. Nachdem in der Serie die visuellen Effekte oft weniger vorteilhaft aussahen, bekam Stimmen aus dem Dunkel nun das, was die Marke „Babylon 5“ eigentlich schon lange verdient hat: nämlich bessere, hochauflösende Effekte. Da erstrahlt die Station in neuem Glanz und kann nun auch mehr aus der Nähe betrachtet werden. Dennoch können die gelungenen Effekte und das Wiedersehen mit drei Charakteren aus dem B5-Universum nicht darüber hinwegtäuschen, das die vorliegende Fortsetzung ein bisschen wenig bietet. Nach zwei sich teilweise überschneidenden Episoden und nicht einmal 70 Minuten ist Schluss. Da darf man als Fan schon ein etwas enttäuscht sein, auch wenn ein bisschen Babylon 5-Feeling aufkommt, vor allem durch die Musik von Serienkomponist Christopher Franke. Sollte sich die DVD zu Stimmen aus dem Dunkel gut verkaufen, so darf mit einer weiteren Episode, über den Charakter Michael Garibaldi (Jerry Doyle), gerechnet werden, die aus Budget-Gründen verschoben werden musste.

Fazit: Technisch gelungene, aber zu minimalistische Fortsetzung der Science-Fiction-Serie, die etwas enttäuscht. Ein bisschen Magie blitzt dennoch auf. 6 von 10 Punkten.

DVD-Features:

Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel: Englisch

Die beiden Episoden kann man sich getrennt, unter Stimmen aus der Vergangenheit und Stimmen aus der Zukunft oder als Ganzes ansehen. Im Verhältnis zu anderen DVDs von Babylon 5 bietet diese vergleichsweise viel Extras, u.a. zwei Beiträge in Gedenken an Richard Biggs und Andreas Katsulas. In kurzen Interview-Beiträgen kommen Straczynski sowie die Hauptdarsteller Bruce Boxleitner, Tracy Scoggins und Peter Woodward zu Wort. Zusätzliches Making-Of-Material liefern die Tagebücher von J. Michael Straczynski. Humoristisches Highlight: JMS führt einem Mann von Warner Bros. vor, dass der komplette TV-Film mit Handpuppen aus Socken nachgedreht werden soll!

Marius Joa, 25. August 2007. Bilder: Warner Bros.

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