Superman

Vor dem Start des neuen Films “Superman Returns” am 17. August hat sich Marius Joa den alten, hochgelobten Superman  von 1978 angesehen. Hier seine verblüffenden Eindrücke.

Comicverfilmung USA/GB 1978. Regie: Richard Donner. Nach Joe Shuster und Jerry Siegel. Musik: John Williams.
136 Minuten. FSK ab 6.
Kinostart: 26. Januar 1979. DVD-Start: 14. November 2002. Preis: ca. 8-10 €.
Mit Christopher Reeve, Marlon Brando, Gene Hackman, Margot Kidder, Ned Beatty, Jackie Cooper, Valerie Perrine, Maria Schell, Terence Stamp u.v.a.

Der Ältestenrat des Planeten Krypton hält die Warnung von Jor-El (Marlon Brando), dass der Planet durch die Sonne zerstört wird, für überzogen. Jor-El will wenigstens seinen Sohn Kal-El in Sicherheit bringen und schickt den Säugling in einem Raumschiff zum Planeten Erde. Dort angekommen wird der Junge vom kinderlosen Ehepaar Kent (Glenn Ford, Phyllis Thaxter) aufgezogen und bekommt den Namen Clark. Als er heranwächst, bemerkt Clark, dass er unglaubliche Kräfte besitzt. Nachdem er eine Stelle als Reporter beim großen „Daily Planet“ in Metropolis angetreten hat, beginnt Clark als Superman (Christopher Reeve) seine unglaublichen Fähigkeiten zum Guten einzusetzen und Menschen vor Gefahren zu retten, vor allem Reporterin Lois Lane (Margot Kidder). Währenddessen plant Verbrecher-Genie Lex Luthor (Gene Hackman) einen teuflischen Zerstörungsakt.

Superman und Lois.

Für unglaubliche 55 Millionen Dollar verfilmte Regisseur Richard Donner die von den beiden Jugendlichen Joe Shuster und Jerry Siegel erfundene Comicreihe um den Mann aus Stahl. Für die visuellen Effekte erhielt der Film 1979 einen Ehren-Oscar. Die Dreharbeiten dauerten eineinhalb Jahre, weil bereits viele Szenen für die Fortsetzung “Superman II – Allein gegen alle” im Voraus gedreht wurden. Zu dumm, dass Donner während der Produktion des zweiten Teils gefeuert wurde und durch Richard Lester ersetzt wurde.

Für die Doppelrolle Clark Kent/Superman setzten die Macher auf den damals relativ unbekannten, sympathischen Christopher Reeve (1952-2004), der wohl für viele der einzig wahre Superman bleibt. Dem überzeugenden Reeve wurde außerdem ein Ensemble an Hollywoodstars in kleineren Rollen zur Seite gestellt: Legende Marlon Brando (dessen Mitwirkung am Film ihm insgesamt 14 Millionen Dollar einbrachte) als Jor-El, Western-Star Glenn Ford als Ziehvater Jonathan Kent, Gene Hackman als Bösewicht Lex Luthor und Maria Schell als eine der Ältesten von Krypton, um nur einige zu nennen. Trotz etwas veralteteter Effekte wirken die Szenen auf Krypton zu Anfang des Films ansprechend. Der übrige Film ist leider vollkommen unterdurchschnittlich. Es vergeht schon zu viel Zeit von der Zerstörung von Supermans Heimatplaneten bis zum Beginn der Handlung in Metropolis. Dafür wird die restliche Story zu rasch und teilweise fast etwas zusammenhanglos abgehandelt. Irgendwie ist es da nicht verwunderlich zu hören, dass das Drehbuch von fünf verschiedenen Autoren, darunter Mario Puzo (“Der Pate”) geschrieben wurde. Zuviele Köche verderben eben doch den Brei. Die Charaktere, mit Ausnahme von Superman und Jor-El, sind durch die Bank klischeebeladenste Stereotypen oder nervig-peinliche Witzfiguren. Beim fürchterlichen Geschrei von Lois Lane fühlt man sich in einen drittklassigen Horrorfilm versetzt. Lex Luthor, einer der lächerlichsten Bösewichte der Kinogeschichte, hat natürlich auch zwei hirnfreie Erfüllungsgehilfen, Marke übergewichtiger Trottel (Otis) und aufgedonnertes Frauchen (Miss Teschmacher), zur Seite. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Mit dem ängstlich-duckmäuserischen und tollpatschigen Clark Kent ein Gegenstück zum perfekten Superman zu schaffen, ist zwar keine schlechte Idee, nur leider ist die Umsetzung einfach zu peinlich. Dass Comicverfilmungen selten realistisch sind und zu überzogener Präsentation neigen ist bekannt. Die peinlich-nervigen Charaktere und die überladene Story degradieren “Superman” zum trashigen, megateuren B-Movie. Unterhaltsam ist das bestenfalls für Zuschauer in einstelligem Alter. Da bleibt nur zu hoffen, dass es Bryan Singer mit seinem neuen Film “Superman Returns” besser macht.

Fazit: Peinlich-trashige Comicverfilmung. Mehr als 3 Punkte sind einfach nicht drin.


Lichtblick: Marlon Brando als Jor-El.

DVD-Info:

Die Special Edition bietet u.a. einen Audiokommentar von Regisseur Richard Donner und Tom Mankiewicz, diverse nicht verwendete und hinzugefügte Szenen, eine Musik-Tonspur, Original-Dokumentationen, Probeaufnahmen sowie einige Trailer.
Für den 28. November sind Veröffentlichungen aller vier “Superman”-Filme in hochwertigen Deluxe Editions geplant, darunter auch der Director’s Cut von “Superman II – Allein gegen alle”, in dem die Version des gefeuerten Richard Donner zu sehen sein wird.

Marius Joa, 14. August 2006. Bilder: Warner Bros.

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Kommentare

3 Antworten zu „Superman“

  1. […] ersten “Superman“-Film von 1978 nutzt sein Gegenspieler Lex Luthor seine Schwäche aus, nicht durch Blei […]

  2. […] Superman von 1978 (mit Christopher Reeve in der Titelrolle) ist ja leider wirklich unglaublich schlecht […]

  3. […] Superman (1978) 9 X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014) 8 Wonder Woman (2017) 7 Spider-Man 2 (2004) 6 The […]

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