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Von Marius Joa. Publiziert am 9. Oktober 2019

Und weiter im Horroctober-Programm, erneut mit einem Film aus meinem physischen SuF. In “Therapie für einen Vampir” sucht ein Jahrhunderte alter Blutsauger Rat bei niemand Geringerem als Sigmund Freud, dem Urvater der Psychoanalyse.

 

Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia

Von Marius Joa. Publiziert am 15. Dezember 2005

Fantasyfilm USA/Neuseeland 2005. Regie: Andrew Adamson. Nach C. S. Lewis. Musik: Harry Gregson-Williams.
140 Minuten. FSK ab 12 (Englische Original-Fassung) bzw. 138 Minuten. FSK ab 6 (Deutsche Fassung).

Darsteller:
Lucy Pevensie: Georgie Henley
Peter Pevensie: William Moseley
Edmund Pevensie: Skandar Keynes
Susan Pevensie: Anna Popplewell
Jadis: Tilda Swinton
Mr. Tumnus: James McAvoy
Professor Kirke: Jim Broadbent

Original-Sprecher:
Aslan: Liam Neeson
Mr. Beaver: Ray Winstone
Mrs. Beaver: Dawn French
Maugrim: Michael Madsen
The Fox: Rupert Everett
u.v.a.

Narnia ist nicht Mittelerde

England 1940: Nachdem die deutschen Luftangriffe auf London begonnen haben, werden die vier Pevensie-Kinder Peter, Susan, Edmund und Lucy zu Professor Kirke aufs Land gebracht. Im riesigen Landsitz des skurillen Professors entdecken sie einen geheimnisvollen Wandschrank, der sie in das märchenhafte Land Narnia führt. Dort herrscht ein hundertjähriger Winter, der durch die grausame Herrschaft der bösen weißen Hexe Jadis verursacht wird. Der wahre und rechtmäßige König von Narnia, Aslan, der große Löwe, soll schon im Vormarsch sein, doch vorher müssen die Kinder einige Abenteuer bestehen und Narnia im Kampf gegen Jadis beistehen…

Nicht nur Narnia verzaubert, auch Georgie Henley als Lucy.

Auch wenn man es auf den ersten Blick vermuten könnte und es sicher Ähnlichkeiten, wenn auch wenige, gibt, so ist Narnia nicht Mittelerde. Die Ähnlichkeiten sind gering. So ist Andrew Adamson, der für “Shrek” den Oscar gewann, Neuseeländer wie Peter Jackson und der Film wurde u.a. in dessen Heimat gedreht, aber auch in Tschechien und England. Außerdem waren C. S. Lewis, der Autor der Romanvorlage und J. R. R. Tolkien gute Freunde. Das ist aber auch schon alles, was die beiden Geschichten gemeinsam haben. Während “Der Herr der Ringe” sich vor allem durch seine epische Breite und Komplexität auszeichnet, ist es bei “Die Chroniken von Narnia” die Kürze und die Einfachheit, die dem Werk seinen besonderen märchenhaften Charme verleihen.

In Narnia wimmelt es nur so von Fabelwesen, zum großen Teil aus der griechischen Mythologie, wie Kentauren, Mintauren oder Dryaden, aber auch von sprechenden Tieren. Dank der Effekteschmieden Rhythm & Hues, WETA und ILM (Industrial Light & Magic) sind sämtliche Kreaturen sehr gut animiert, allen voran der Löwe Aslan oder die Kentauren. Selten gab es so gute Tieranimationen bisher. Die übrigen Spezialeffekte sind ebenfalls sehr gelungen. Kostüme und Kulissen wirken sehr bunt, was aber zu einem Kinderfilm absolut passt.

Der Soundtrack überzeugt durch epische und liebliche Klänge und ein zeitgenössisches Swing-Stück von Score-Komponist Harry Gregson-Williams sowie ein paar Pop-Songs, darunter auch der nette Titelsong “Wunderkind” von Alanis Morissette.

Aus dem gelungenen Schauspieler- Ensemble ragen besonders zwei heraus, die zehnjährige Georgie Henley als niedliche und phantasievolle Lucy Pevensie und die schottische Independent-Darstellerin Tilda Swinton als weiße Hexe Jadis, die durch ihre geniale Mimik und Ausstrahlung der kalten Figur Leben einhaucht. Niemand anderes als die hochgewachsene Schottin hätte die Rolle so gut ausfüllen können. James McAvoy überzeugt als liebenswerter Faun Tumnus, dessen Rolle im Vergleich zur Vorlage ausgebaut wurde. Ebenfalls liebenswert: Jim Broadbent (“Moulin Rouge!”) als Professor Kirke. Im englischen Original leihen nicht ganz unbekannte Schauspieler den sprechenden Tieren ihre Stimmen. Ray Winstone (“Cold Mountai”n) und Dawn French (“Harry Potter”) sprechen das drollige Ehepaar Mr. und Mrs. Beaver. Vor allem Winstone glänzt mit starkem englischem Dialekt und trägt nicht wenig zum Humor des Filmes bei, ohne aber zur Witzfigur zu verkommen. Rupert Everett spricht einen Fuchs und Michael Madsen (“Sin City”) verleiht dem Wolf Maugrim, einem Handlanger der Hexe einen amerikanischen Akzent. Für die majestätische und zugleich liebevolle Stimme des großen Löwen Aslans konnte niemand geringeres als Liam Neeson gewonnen werden, der dem wahren König von Narnia noch mehr Herrlichkeit verleiht.

Auch aufgrund der Kürze des Buches und nur wenigen Änderungen gelang dem Drehbuchautoren-Team um Regisseur Adamson eine sehr vorlagengetreue Umsetzung der Geschichte. Durch den Ausbau einiger Rollen wie der des Faun Tumnus wurden ein paar Handlungslücken gestopft.

Kurzum, Adamson und seinem Team ist eine wundervolle Umsetzung des Kinderbuchs gelungen, zwar mehr für Kinder, aber nicht unbedingt nur für diese Zielgruppe geeignet. Auch als Erwachsener vermag man sich einfach mal für etwa zwei Stunden verzaubern lassen. Ein zwanghafter Vergleich mit dem Herrn der Ringe ist für das Genießen des Films nicht ratsam. Doch seit der Über-Trilogie meint die große Medienlandschaft, jeden Films, der nur ansatzweise in Richtung Fantasy geht, damit vergleich zu müssen.

Fazit: Unterhaltsame, märchenhafter Fantasy- Literaturverfilmung mit tollen Effekten und überzeugenden Darstellern. Gelungene Umsetzung der Vorlage. 8  von 10 Punkten.


Eiskalt – Tilda Swinton als Jadis.

Rechtmäßiger König – der große Löwe Aslan.
Marius Joa, 15.12.2005.

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