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Von Marius Joa. Publiziert am 18. August 2019

Nachdem ihr Auto liegen geblieben ist sucht ein junges Paar Zuflucht in einem geheimnisvollen Schloss, in dem schräge Gestalten hausen. Vorhang auf für “The Rocky Horror Picture Show”!

 

Die Dolmetscherin

Von Marius Joa. Publiziert am 4. Mai 2005

Thriller USA/UK/Frankreich 2005. Regie: Sydney Pollack. Musik: James Newton Howard.
Mit Nicole Kidman, Sean Penn, Catherine Keener, Jesper Christensen, Yvan Attal, Earl Cameron, George Harris u.v.a. 128 Minuten. FSK ab 12.

Die Dolmetscherin Silvia Broome kommt spät abends ins UNO-Gebäude. Dabei hört sie zufällig über das Übersetzungstelefon mit, wie der Mord am Präsidenten eines zentralafrikanischen Landes geplant wird, der in wenigen Tagen vor der Versammlung sprechen soll. Als Silvia den Vorfall meldet, glaubt ihr zuerst niemand. Doch vor allem Secret-Service-Agent Tobin Keller, für den Personenschutz von Staatsgästen zuständig, beginnt ihr zu glauben, trotz der undurchsichtigen Vergangenheit der Dolmetscherin…

Für den mit zwei Oscar-Preisträgern (Kidman und Penn) hochkarätig besetzten neuen Film von Sydney Pollack (“Die Firma”) öffnete die UNO zum ersten Mal für Dreharbeiten ihre Pforten und so wurde an einigen Wochenenden innerhalb des UNO-Gebäudes gedreht. Nicole Kidman war anscheinend von der Idee des Projekts so angetan, dass sie die Rolle annahm, ohne vorher das Drehbuch zu lesen.

Im Gegensatz zu anderen Politthrillern wird hier auf große Actionszenen und viel Geballer verzichtet, streckenweise aber schockierender Realismus gezeigt. Die Story basiert auf einem durchaus realen Hintergrund, obwohl der Plot um ein zentralfrikanisches Land und seinen Diktator rein fiktiv ist. Der Film ist eigentlich recht unspektakulär, und doch schafft er es, eine gewisse Spannung aufrecht zu erhalten. Ständig fiebert man mit Agent Keller der Aufklärung des Mordkomplotts entgegen. Auch wenn das Ende nicht alle Fragen beantwortet, so ist es doch teilweise sehr überraschend.

Nicole Kidman überzeugt als undurchsichtige Dolmetscherin Silvia Broome. Sean Penn vermeidet in seiner Darstellung des Agenten Tobin Keller, der aufgrund eines schweren Verlustes dem Alkohol zu verfallen droht, das ausgereizte Klischee vom gebrochenen Mann, der durch die Arbeit wieder ins Leben zurück findet, und schafft es doch mit einfachen Mitteln seiner Figur Tiefe zu verleihen.

Fazit: Unspektakulärer, realistischer Thriller mit zwei absolut passenden Hauptdarstellern in einem undurchsichtigen Spiel um Lüge und Wahrheit. 8/10.


Agent Keller und Dolmetscherin Silvia.
Marius Joa, 04.05.2005

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3 Antworten zu “Die Dolmetscherin”

Johannes Michel Johannes Michel

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Filmkritik zu Die Dolmetscherin von Johannes Michel

Auf den Inhalt des Films möchte ich in dieser kurzen Kritik nicht weiter eingehen, da mein Kollege Marius Joa dies obenstehend schon getan hat.
Die Dolmetscherin ist einmal mehr ein positives Beispiel dafür, dass sich auch ohne viel Geballer ein guter, unterhaltsamer und vor allem spannender Film inszenieren lässt. Die beiden Hauptdarsteller, Nicole Kidman und Sean Penn, agieren glaubwürdig und hieven den Film zusätztlich auf ein Top-Niveau. Gut gelungen ist auch der Gastauftritt des Regisseurs Sydney Pollack, der in bekannter Hitchcock-Manier desöfteren auftaucht.
Einzig und allein die Nebenhandlung um Agent Keller wirkt etwas störend und raubt dem Film zeitweilig einen Teil der Spannung, zumal diese Geschichte nicht weiterverfolgt wird. Für die Filmhandlung ist es vollständig irrelevant, ob Kellers Frau bei einem Verkehrsunfall umgekommen ist oder nicht – er hätte Dolmetscherin Silvia wahrscheinlich ebenso für eine tolle Frau gehalten, wenn seine eigene noch gelebt hätte.
Tolle Bilder liefert uns Sydney Pollack dagegen allein schon dadurch, dass er im UNO-Gebäude drehen durfte. Selten haben wir derartige Einblicke gesehen, die dafür sorgen, dass sich viele Besucher im Nachhinein sicher mehr für diese Organisation interessieren werden. Politisch problematisiert der Film durchaus auch, allerdings wird die Ohnmacht der UN gegen ein im Film als sehr grausam beschriebenens Regime zu wenig in den Vordergrund gerückt.

Fazit: 7 von 10 Punkten, da der Film zwar gut gemacht ist, wohl aber keinem Kinobesucher länger im Gedächtnis bleiben wird und sich für ein zweites Anschauen kaum eignet.

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