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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 18. August 2019

Nachdem ihr Auto liegen geblieben ist sucht ein junges Paar Zuflucht in einem geheimnisvollen Schloss, in dem schräge Gestalten hausen. Vorhang auf für “The Rocky Horror Picture Show”!

 

Krabat

Von Myriam E. Michel. Publiziert am 15. Oktober 2008

Der junge Regisseur Marco Kreuzpaintner verfilmte das im Jahr 1971 verfasste Kinder- und Jugendbuch Krabat von Otfried Preußler. Ob ihm die Verfilmung gelang, beleuchtet Myriam E. Michel.

Krabat
Fantasy, Deutschland 2008. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 120 Minuten. Deutscher Kinostart: 09. Oktober 2008.
Mit: David Kross, Christian Redl, Daniel Brühl, Robert Stadlober, Paula Kalenberg u. a.
Regie (und auch zum Teil Drehbuch): Marco Kreuzpaintner

„Alles im Leben hat seinen Preis…“

Der 14-jährige Krabat (David Kross) hält sich nach dem Tod seiner Mutter eher schlecht als recht durch das Betteln über Wasser. Zusammen mit seinen zwei Freunden zieht er zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges durch die Lausitz und überlebt mit dem Nötigsten. Geleitet durch einen Traum, löst er sich von seinen Freunden und bricht zu einer Mühle im Koselbruch, nahe Schwarzkollm auf. Der Meister (Christian Redl) erwartet ihn bereits. Krabat geht bei diesem in die Lehre und sieht sich einer harten Arbeit ausgesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass er zunächst keinen guten Stand bei den anderen Lehrjungen hat, vor allem Lyschko (Robert Stadlober) versucht vehement zu intrigieren. Einzig der Altgesellte Tonda (Daniel Brühl) nimmt sich seiner an. Recht schnell wird dem Auszubildenden bewusst, dass es sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Ausbildung zum Müller handelt, sondern dass er auch nach Aufnahme in den festen Kreis immer mehr in die Tiefen der schwarzen Magie eingewiesen wird. Doch alles hat seinen Preis: von Tonda erfährt Krabat, dass der Meister sein Überleben jedes Jahr durch den Tod eines Gesellen auffrischen muss. Der Glaube an den Meister scheint ins Wanken zu geraten, als Krabat die junge Kantorka (Paula Kalenberg) kennen und lieben lernt…

Krabat (David Kross) und Tonda (Daniel Brühl) wachen in der Osternacht.

Wer Krabat gelesen hat, hat dieses Buch als ein spannendes und mystisches Kinder- und Jugendbuch in Erinnerung. Wer meint, der Film sei für die gleiche Altersgruppe geeignet, die das Buch anspricht, der täuscht sich. Marco Kreuzpaintner konstruierte einen Film, der zwar durch wunderschöne Landschaftsaufnahmen besticht, von der Grundstimmung jedoch eher düster und schwarz gehalten wird. Dies mag zum Einen eine Erleichterung für den Zuschauer darstellen, sich gut mit der damaligen Zeit und den Akteuren der Geschichte zu identifizieren, die Altersfreigabe von zwölf Jahren ist aber keinesfalls zu hoch angesetzt.

Dabei geht der Film nicht auf alle Details ein, die im Buch beschrieben werden. Dem Zuschauer entgeht zum Beispiel vollkommen, dass der Meister bei den Bürgern von Schwarzkollm als sehr verschroben und ekelhaft gilt. Auch versuchte Aufstände der Lehrjungen, sich der Macht des Meisters zu widersetzen, kommen extrem zu kurz. Dies ist keine Seltenheit, Bücher können nun einmal ausführlicher sein. Ein weiterer Vorteil des Buches ist aber auch darin zu sehen, dass für den Leser die Ereignisse strukturierter dargestellt werden. Die Handlungsabfolgen im Film scheinen teilweise etwas konfus und der Zuschauer muss relativ viel kombinieren.

Krabat wird oft im gleichen Atemzug mit Harry Potter genannt. In beiden Geschichten seien angeblich Parallelen zu sehen und auch beide Verfilmungen seien somit vergleichbar. Kreuzpaintners Verfilmung von Krabat hinterlässt jedoch eher den Eindruck eines Herr der RingeAbklatsches. Diesen Eindruck erweckt auf der einen Seite die Gestaltung der Kulissen, auf der anderen Seite bekommt man dieses Gefühl, wenn die Lehrjungen ihre Kampfstöcke schwingen. Schnell sieht man im Meister plötzlich den Zauberstab schwingenden Gandalf oder Saruman.

Trotz einiger Längen muss man dem Film aber auch ein Lob aussprechen, was neben der schönen Landschaften und Kulissen den Schauspielern zuzuschreiben ist. Besonders Daniel Brühl und Christian Redl überzeugen, aber auch Robert Stadlober als Lyschko kann sich sehen lassen. Einzig David Kross als Krabat wirkt stellenweise etwas blass.

Fazit: Sehr düstere Verfilmung des einstigen Kinderbuchklassikers, die trotz einiger Schwächen trotzdem gelungen ist. 7 von 10 Punkten.


Krabat und der Meister (Christian Redl).

Die Kantorka (Paula Kalenberg) will Krabat vom Meister los lösen.
Myriam E. Michel, 15. Oktober 2008. Bilder: Fox.

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