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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 22. September 2019

In Runde zwei nimmt die von Schauspieler/Autor/Regisseur Seth MacFarlane (“Family Guy”) ins Leben gerufene Scifi-Serie “The Orville” einen Kurswechsel in Richtung Ernsthaftigkeit vor. Ob das funktioniert?

 

Michael Jackson’s This Is It

Von Marius Joa. Publiziert am 1. November 2009

Am 25. Juni 2009 verstarb Michael Jackson im Alter von 50 Jahren. Die für Juli geplante finale Konzertreihe des King Of Pop wurde abgesagt. Doch Sony Pictures veröffentlicht nun für kurze Zeit Auszüge aus den Probeaufnahmen als Konzertfilm unter dem Titel This Is It im Kino.

Michael Jackson’s This Is It
Konzertfilm/Dokumentation USA 2009. 112 Minuten. Deutscher Kinostart: 28. Oktober 2009. Regie: Kenny Ortega.

Die letzte Show des King Of Pop

Seit dem 25. Juni 2009 trauert die Musikwelt um einen ihrer Größten, den King Of Pop, der im Alter von knapp 51 Jahren an den Folgen seiner Medikamentenabhängigkeit verstarb. Die Schlammschlacht, die sich Michael Jacksons Familie mit Behörden und seinem Leibarzt lieferten sowie die bisweilen überzogen inszenierte Trauerfeier passten ins Bild, das von ihm in den Medien erzeugt wurde. Der Konzertfilm This Is It ist auch ein Beleg für den Charakter Jacksons. Dank seiner großen Ambitionen und seines zielstrebigen Perfektionismus ist Michael Jacksons letzte Show trotz ihrer Eigenschaft als Zusammenstellung diverser Probeaufnahmen ein mehr als würdiger Abschied geworden.

Ursprünglich war es vorgesehen, die Konzertreihe und deren Proben für eine DVD-Veröffentlichung mit der Kamera festzuhalten. Für die Bühnenshow holte sich Jackson den Choreografen und Regisseur Kenny Ortega (High School Musical) ins Boot. Ortega und Jackson hatten bereits bei den Welttourneen zu Jackos Alben Dangerous und HIStory zusammengearbeitet. Ortega übernahm bei This Is it auch die Regie. Der Film beginnt mit kurzen Interviewschnipseln, in denen die für die Konzerte ausgewählten Tänzer und Backroundsänger zu Wort kommen und ihr Glück über die einzigartige Chance mit dem King Of Pop auf der Bühne stehen, zum Ausdruck bringen.

Doch die durchaus nicht unberechtigte Erwartung, das quantitativ reichlich vorhandene Probenmaterial werde zusätzlich noch mit überemotionalen Trauerbekundungen vieler „Freunde“ von Michael Jackson gestreckt, erfüllt sich glücklicherweise nicht. Das ist eine der Stärken von This Is It. Stattdessen reiht der Film Übungssequenzen der meisten Jacko-Hits flüssig aneinander. Doch es wäre kein Werk von Michael Jacksons, wenn das schon alles wäre. Der Zuschauer bekommt auch für die Bühnenleinwand aufwendig produzierten Videoclips zu sehen, in denen man z.B. Jacko in den Noir-Film Gilda hineinkopierte oder eine neue Gruselszenerie für Thriller erschuf.

Sicherlich hätte Jackson den Marathon von 50 Konzerten in der Londoner 0² Arena, der von Juli bis September 2009 und Januar bis März 2010 geplant war, aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes nicht überstanden. Doch die höchst professionellen Aufnahmen zeigen einen unglaublich fitten Michael Jackson, der seine ausgefeilten Choreografien bis ins kleinste Detail noch beherrschte und fast ganz wie der alte wirkte. Die konstruktive und kreative Zusammenarbeit der einzelnen Beteiligten und Jackos höfliche Art, Kritik zu üben bzw. Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Dass sich der King Of Pop für Umweltschutz und die Rettung unserer Planeten stark macht und dies im Film auch nochmals kundtut, aber gleichzeitig eine Show produzierte, die wohl Unsummen von Energie verbraucht und massig Müll erzeugt hat, ist dann irgendwie schizophren. Zudem wirken die Videoclip-Szenen zu Earth Song etwas kitschig. Das sind dann aber auch so ziemlich die einzigen Wermutstropfen von This Is It. Insgesamt bietet der Film noch bis etwa 11. November 2009 dem Kinozuschauer, die bestmögliche Alternative zu einem Michael Jackson-Konzert. Für alle, die es in dieser Zeit nicht ins Lichtspielhaus schaffen, bleibt als Trost sicherlich die DVD, die wohl noch zusätzliches Probenmaterial enthalten wird.

Fazit: Für Fans von Michael Jackson Pflichtprogramm, für alle anderen ein sehens- und hörenswerter Konzertfilm. 7 von 10 Punkten.

Marius Joa, 1. November 2009. Bilder: Sony Pictures.

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