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Von Marius Joa. Publiziert am 7. April 2019

Nach meiner ersten Sichtung von “Vampire gegen Herakles” vor fast genau neun Jahren war ich ziemlich enttäuscht und entsprechend negativ fiel meine Kritik aus. Doch mittlerweile sehe ich den Sandalenfilm-Horror-Hybriden mit ganz anderen Augen…

 

Pans Labyrinth

Von Marius Joa. Publiziert am 28. Februar 2007

Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung war Mexiko sehr stark vertreten. “Pans Labyrinth” wurde dreifach ausgezeichnet. Die Vieraugen-Redaktion hat ihn gesehen.

(El Laberinto Del Fauno)
Drama Mexiko/Spanien/USA 2006. Regie: Guillermo del Toro. 119 Minuten. FSK ab 16.
Mit Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú, Doug Jones, Ariadna Gil, Álex Angulo u.v.a.
Ausgezeichnet mit 3 Oscars.

Spanien, 1944: Das faschistische Regime unter Franco hat den Bürgerkrieg gewonnen. Die 12jährige Ofelia (Ivana Baquero) reist mit ihrer hochschwangeren Mutter Carmen (Ariadna Gil) zu ihrem Stiefvater, dem sadistischen Hauptmann Vidal (Sergi López). Vidal hat sich mit seinen Soldaten in einer Mühle eingerichtet. Von dort sollen die in den Bergen versteckten Rebellen gestellt werden. Um der teilweise grausamen Realität und vor allem dem bösen Stiefvater zu entfliehen, flüchtet sich Ofelia immer wieder in eine Fantasiewelt. Dort begegnet sie einem Pan (Doug Jones), der ihr offenbart, dass sie die wiedergeborene Seele einer Prinzessin in sich trage, die zu ihrem Vater, dem König, in ein unterirdisches Reich zurückkehren soll. Doch vorher muss Ofelia drei Prüfungen bestehen.

Guillermo del Toro gehört neben Alfonso Cuáron und Alejandro González Iñárritu zu den derzeit erfolgreichsten Regisseuren Mexikos. Während Iñárritu bisher eher im Arthaus-Kino zu Hause ist, drehten Cuáron (“Harry Potter und der Gefangene von Askaban”) und del Toro (“Hellboy”) bereits Hollywood-Blockbuster. Bei den diesjährigen Oscars waren alle aktuellen Filme der drei nominiert und bescherten dem mexikanischen Film damit besondere Beachtung. Während Cuárons Roman-Adaption “Children Of Men” leer ausging und sich Iñárritus Episoden-Drama “Babel” mit dem Oscar für die beste Filmmusik trösten musste, gewann “Pans Labyrinth” gleich drei der begehrten Goldjungen (Ausstattung, Kamera, Makeup) und avancierte zum Abräumer in den technisch-kreativen Kategorien.

Seit Jahren wollte Regisseur del Toro dieses Projekt verwirklichen und fertigte unzählige Notizen und Zeichnungen an, die ihm fast verloren gegangen wären. Der Film ist grundsätzlich eine Mischung aus Kriegsdrama und Fantasymärchen, vom Anteil her aber mehr ersteres. Die Hauptfigur, die 12jährige Ofelia flüchtet sich zwar aus der grausamen Realität in eine Fantasiewelt, diese ist aber bei genauerem Hinsehen eindeutig von den wirklichen Ereignissen geprägt. Da wären z.B. die Prüfungen, die Ofelia bestehen muss, um ihren Platz als Prinzessin im unterirdischen Reich wieder einnehmen zu dürfen, die genau die Schwierigkeiten mit denen die heimlichen Helfer der Widerstandsbewegung zu kämpfen haben, widerspiegeln. Trotz dieser Parallelen kann man darüber diskutieren, inwieweit die Fantasiewelt im Rahmen der Geschichte wirklich existiert oder sich nur in Ofelias Kopf abspielt.

Man sollte sich nicht vom Trailer täuschen lassen, denn die Story spielt sich nur relativ wenig in der Welt des Pans ab, dominierend sind die Geschehnisse in der realen Welt, was für ein wenig Enttäuschung sorgen kann.

Trotz Anlehnung bei Mythen und Märchen ist “Pans Labyrinth” für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren absolut ungeeignet. Hauptmann Vidal, Anführer der faschistischen Truppe, ist ein emotionsloser Sadist, der ohne mit der Wimper zu zucken mit allerlei Werkzeugen foltert. Da werden Gesichter bis aufs Äußerste entstellt und die Gegner regelrecht hingerichtet. Die brutalen Bilder sind nichts für schwache Nerven. Der Charakter des Vidal ist etwas zu eindimensional. Warum er so gnadenlos und gewalttätig ist, wird nicht beleuchtet.

Die drei Oscars hat der Film durchaus verdient erhalten. Vor allem die starken Makeup-Effekte, hinter denen sich Doug Jones, der sowohl den Pan als auch den schaurigen „Pale Man“ spielt, verbirgt, sind sehr überzeugend. Besonders visuell kann der Film überzeugen, es gibt keinen optischen Bruch zwischen Realität und Fantasie. Die ebenfalls für den Oscar nominierte Musik von Javier Navarette erinnert man manchen Stellen etwas an Howard Shores Score zur “Herr-der-Ringe”-Trilogie.

Fazit: Optisch sehr gelungene und überzeugende Mischung aus Kriegsdrama und Fantasymärchen, wobei die märchenhafte Welt weniger Platz einnimmt. Aufgrund der brutalen Szenen nicht für Kinder geeignet. 8 von 10 Punkten.

Marius Joa, 28. Februar 2007. Bilder: Senator.

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