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Von Marius Joa. Publiziert am 7. November 2019

Jetzt wo sich der Staub gelegt hat, wird es Zeit für meine ausführliche Kritik zur finalen Staffel von “Game of Thrones”, der TV-Adaption von George R.R. Martins Fantasy-Saga “Das Lied von Eis und Feuer”.

 

Star Trek

Von Marius Joa. Publiziert am 10. Mai 2009

Nach dem Misserfolg des letzten Kinofilms Star Trek: Nemesis und dem vorzeitigen Ende der eigentlich überflüssigen fünften Serie Enterprise war klar: Die Marke Star Trek ist tot. Nun hat sich der von vielen als Heilsbringer angesehene, erfolgreiche Serienschöpfer J. J. Abrams (Lost) an einem Reboot der Original-Crew versucht. Die Vieraugen-Redaktion war im Kino.

Star Trek
Science-Fiction-Film USA 2009. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 126 Minuten. Deutscher Kinostart: 7. Mai 2009.
Mit: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Simon Pegg, Zoe Saldana, Anton Yelchin, John Cho, Eric Bana, Leonard Nimoy, Bruce Greenwood, Ben Cross, Winona Ryder u.v.a. Regie: J. J. Abrams. Drehbuch: Robert Orci & Alex Kurtzman. Nach Gene Roddenberry.

Alt und neu

Iowa, im 23. Jahrhundert. Der junge James T. Kirk, genannt Jim, (Chris Pine) lebt ein langweiliges Landleben mit seiner Mutter (Jennifer Morrison) und dem ungeliebten Stiefvater (Originalstimme: Greg Grunberg). Immer wieder fällt Jim durch rebellisches Verhalten auf. Dies kumuliert in einer Bar, als er sich mit mehreren Sternenflottenkadetten prügelt, um der hübschen Nyota Uhura (Zoë Saldana) zu imponieren. Plötzlich schreitet Captain Christopher Pike (Bruce Greenwood), kommandierender Offizier des Raumschiffes Enterprise, ein und ermutigt Kirk, in Erinnerung an die heldenhafte Opferung seines Vaters Georg (Chris Hemsworth) zur Rettung der Crew der U.S.S. Kelvin, selbst in die Sternenflotte ein zu treten.

Nach drei Jahren hat Kirk die Ausbildung zum Sternenflottenoffizier in Rekordzeit absolviert, doch durch seine Arroganz hat er sich keine Freunde gemacht. Vor allem mit dem Ausbilder Commander Spock (Zachary Quinto), der halb Vulkanier und halb Mensch ist, gerät Kirk immer wieder aneinander. Als Spocks Heimatplanet Vulkan vom rachesüchtigen Romulaner Nero (Eric Bana) angegriffen wird, werden alle Kadetten auf Raumschiffe zur Rettung des Planeten beordert. Dank eines Täuschungsmanövers gelangt Kirk auf die Enterprise, wo schon sein Freund Dr. McCoy (Karl Urban) und auch Uhura sich befinden. Als die Enterprise am Ziel ankommt, scheint jedoch schon alles zu spät. Nero und seine Mannen haben im Inneren des Planeten Vulkan ein schwarzes Loch erschaffen, das den Planeten in sich aufsaugt. Nachdem sich Captain Pike den Romulanern ausgeliefert hat, müssen Spock und Kirk das Schiff trotz ihrer mangelnden Erfahrung führen. Nero will seinen Zerstörungsfeldzug weiter fortsetzen.

Karl Urban als Dr. McCoy.

Nach dem Scheitern des zehnten Kinofilms Star Trek: Nemesis an den US-Kinokassen und der Tatsache, dass er Fans in zwei Lager spaltete, war die Marke Trek schon auf dem absteigenden Ast. Das vorzeitige Aus der eigentlich überflüssigen fünften Serie Enterprise im Jahr 2005 zementierte den „Tod“ des Franchise. Nach einiger Zeit kursierte der Name J. J. Abrams durch die SF-Presse. Abrams, bekannt als Erfinder und Produzent erfolgreicher Serien wie Alias und Lost, sollte als neuer „Messias“ das Franchise mit dem elften Kinofilm wieder beleben. Für das Drehbuch wandte er sich an die Autoren Robert Orci und Alex Kurtzman, die mit Abrams auch schon bei dessen Kino-Regiedebüt Mission Impossible III zusammengearbeitet hatten. Während Abrams sich nur als Gelegenheitsfan von Star Trek outete, so waren mit Orci und Produzent Damon Lindelof immerhin echte Trekkies beteiligt. Schon bald entschied man sich für eine Neuauflage der Original-Crew, wobei Leonard Nimoy als alter Spock dennoch mitspielen sollte.

Doch Star Trek, wie der elfte Kinofilm betitelt ist, stellt kein völliges Reboot wie Batman Begins oder Casino Royale dar. Vielmehr ist den Beteiligten ein augenzwinkerndes SF-Vergnügen gelungen, das gleichzeitig Neues und Althergebrachtes auf höchst unterhaltsame Weise vereint. Während Effekte und Design zu großen Teilen neu sind, so erinnern die Charaktere weitgehend an die Originale, was sich in vielen humorvollen und unterhaltsamen Charaktermomenten niederschlägt. Insgesamt gelingt Regisseur Abrams in seiner Inszenierung der Spagat zwischen Reboot und Nostalgie sehr gut.

Doch der Hauptkritikpunkt bei Film Nr. 11 ist die völlig konstruierte Story, deren Grundgerüst bei näherem Nachdenken nicht standhält. Zugegeben, die Kontinuitätsfehler und Abweichungen vom Star Trek-Kanon lassen sich mit der durch Zeitreisen herbeigeführten Reihe von alternativen Ereignissen „erklären“, aber das kann nicht verleugnen, dass die Zeitlinie völlig verhunzt ist.

Die in Mode gekommene Unsitte, bei Actionszenen verstärkt auf wackelige Handkamera zu setzten, nervte schon bei Abrams letzten Film Mission: Impossible III. Als Zuschauer mit Empfindlichen Magen kann man nur hoffen, dass diese Tendenz bald wieder verschwindet. Während die übrigen Charaktere weitgehend gelungen sind, bleibt Hollywoodstar Eric Bana (Troja, München) als romulanischer Bösewicht trotz Glatze und böse aussehenden Tattoos etwas blass.

Die Darsteller können insgesamt überzeugen, auch wenn die Rolle eines James T. Kirk für den jungen Chris Pine wohl noch etwas zu groß ist. Dem 28jährigen muss man allerdings hoch anrechnen, dass er sich nicht an einer Kopie von William Shatner versucht, sondern den Part auf seine eigene Weise spielt. Einfach herrlich spielen Karl Urban (Der Herr der Ringe) den zynischen Dr. Leonard „Pille“ McCoy und der gerade 18jährige Anton Yelchin (Hearts In Atlantis) den russischen Jungoffizier Pavel Chekov. Generell punktet der Film durch geniale, augenzwinkernde Anspielungen auf die Originalserie und die vorherigen Kinofilme. Dies und die rasante, durchweg humorvolle Inszenierung machen Star Trek zu einem höchst unterhaltsamen Kinofilm, sowohl für Trek-Neulinge als auch für Fans.

George Lucas Effektefirma „Industrial Lights & Magic“ übernahm die Erstellung der visuellen Effekte, was zur Folge hat, dass viele Elemente verblüffend an die Star Wars-Filme erinnern. Generell hat sich der visuelle Stil im Vergleich zu den Vorgängern stark geändert. Der Ritterschlag erfolgt durch die Mitwirkung von Original-Spock Leonard Nimoy, der hier, soviel sei verraten, nicht nur einmal durchs Bild läuft, sondern unvergessene Momente beschert.

Fazit: Rasanter, unterhaltsamer, humorvoller Trek-Film, dem die Balance zwischen Alt und Neu gelingt. 7 von 10 Punkten.


Spock und Kirk.

Chekov, Kirk, Scotty, McCoy, Sulu, Uhura.

Nero will sich an Spock rächen.
Marius Joa, 10. Mai 2009. Bilder: Paramount.

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