Star Wars Episode III – Die Rache der Sith

Science-Fiction-Film USA 2005. Regie: George Lucas. Musik: John Williams.
Mit Ewan McGregor, Hayden Christensen, Natalie Portman, Ian McDiarmid, Frank Oz, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Samuel L. Jackson, Jimmy Smits, Christopher Lee u.v.a. 140 Minuten. FSK ab 12.

Die intergalaktische Republik steckt mitten im Krieg mit den Separatisten unter Count Dooku und dem Droidenanführer General Grievous. Die mittlerweile schwangere Padmé und Anakin Skywalker halten ihre Ehe noch geheim. Gemeinsam können Obi Wan und Anakin den entführten Kanzler Palpatine befreien. Obi Wan wird auf General Grievous angesetzt, um den Krieg endlich zu beenden. Als Anakin prophetische Alpträume vom Tod Padmés bei der Geburt durchlebt, verspricht ihm Palpatine, der sich als der gesuchte Sith-Lord entpuppt, sie zu retten, wenn Anakin sich ihm anschließt. Während Anakin endgültig der dunklen Seite verfällt, ruft Palpatine das Imperium aus und beginnt, die Jedi-Ritter zu vernichten…

28 Jahre nach dem ersten Star-Wars-Film ist die Saga nun mit dem Puzzleteil Die Rache der Sith komplett. Auch wenn es zwischendurch immer wieder Gerüchte um mögliche Episoden VII bis IX gibt, so erklärte George Lucas jüngst, dass er keine weiteren Filme machen werde. Sicher eine weise Entscheidung, denn eins ist nach dem Abschluss der Prequel-Trilogie sicher: Lucas könnte noch hundert Star-Wars-Streifen machen und trotzdem würde keiner der alten Trilogie das Wasser reichen.
Leider hat auch Episode III zum Teil wieder die Schwächen der beiden Vorgänger. Teilweise nervender Humor und peinliche Dialoge, die ihren Höhepunkt in folgender Szene finden (Achtung: Übelkeitsgefahr!):
Anakin: „Du bist wunderschön.“
Padme: „Weil ich dich so sehr liebe.“
Anakin: „Nein, weil ICH dich so sehr liebe.“
Padme: „Heißt das, du bist blind vor Liebe?“

Man merkt unweigerlich, dass George Lucas tiefgründige Dialoge nicht gerade erfunden hat. Mit dem Droidenanführer General Grievous wurde außerdem ein Bösewicht mit Potential vollkommen verschenkt. Las man im Vorfeld etwas von einem gnadenlosen, furchterregenden Killer, so entpuppt sich dieser als hustender, umherhüpfender Blechhaufen mit ein paar netten Tricks auf Lager.

Und doch ist Episode III eine Steigerung zum Kinderfilm Episode I und zur Teenie-Schmonzette Episode II. Die Spezialeffekte dienen nicht mehr nur dem Selbstzweck und die Story ist diesmal weitaus dramatischer und bewegender. Der Fall der intergalaktischen Republik, der Fall der Jedi-Ritter und der Fall von Anakin Skywalker sind die zentralen Themen einer Geschichte, die weitaus mehr zu fesseln weiß als die beiden Vorgänger und streckenweise sehr bewegend und mitreißend ist.

Die Schauspieler wissen diesmal mehr zu überzeugen, allen voran Hayden Christensen als Anakin Skywalker, der durch eine Kette schicksalhafter Ereignisse zum dunklen Sith Lord mutiert. Diese Entwicklung geht zwar etwas schnell vonstatten, gibt aber den sprunghaften und überstürzt handelnden Charakter wieder. Der schnitttechnisch herausragende Höhepunkt: die parallel gezeigten Lichtschwert-Duelle zwischen Yoda und dem Imperator sowie Obi Wan und Anakin.

Mit dem sehr stimmungsvollen Ende wird die Brücke zur chronologisch nachfolgenden „alten“ Trilogie geschlagen, auch wenn einige Kontinuitätsfehler bleiben. Der Film wirft außerdem einige Fragen auf, für deren Beantwortung man tiefer in das Universum der Sternensaga eindringen muss.

John Williams, Altmeister unter den Filmkomponisten, liefert mit seinem Score zu Die Rache der Sith einen musikalisch krönenden Abschluss ab. Epische Orchester- und Chorklänge untermalen die Szenen gekonnt. An John Williams lag es auch nicht, dass die Episoden I und II von den Fans verschmäht wurden.

Fazit: Guter Abschluss der Sternensaga mit beeindruckenden Spezialeffekten und einer bewegenden Story, reicht jedoch nicht an den Charme und die Magie der Originaltrilogie heran. 7/10.


Anakin betritt dunkle Pfade.
Marius Joa, 30.05.2005


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Kommentare

Eine Antwort zu „Star Wars Episode III – Die Rache der Sith“

  1. Avatar von Johannes Michel
    Johannes Michel

    Eine weitere Meinung zu “Star Wars: Episode 3” von Johannes Michel:

    Das Problem von Star Wars 3 heißt „Zuschauer“

    Mit großen Erwartungen sitzen die Kinobesucher in einem fast ausverkauften Saal und gehen im Fall von „Star Wars Episode 3“ meist mit gemeinsamen Erwartungen an den Film heran. Was geschehen muss, um die Lücke zu „Episode 4“ aus den 70er-Jahren zu schließen, ist jedem klar.
    Anakin muss Vater von Zwillingen werden und sich der dunklen Seite der Macht zuwenden, der Orden der Jedi-Ritter muss ausgelöscht und das Imperium anstelle der alten Republik errichtet werden. Soweit, so gut. Genau dies leistet „Episode 3“ auch – auf beeindruckende Art und Weise. Schauspielerisch hat der Film um einiges mehr zu bieten als seine beiden Vorgänger aus der jüngsten Vergangenheit. Einzig Natalie Portman als Padmé geht etwas unter, sie war in „Episode 1“ und „Episode 2“ eine wichtigere und besser gezeichnete Figur. Ansonsten gibt es in diesem Punkt aber nichts zu meckern, genauso wenig wie bei den Spezialeffekten.

    Viele Kritiker sahen diese als überladen, gar als übertrieben an. Das George Lucas mit ihnen noch niemals spärlich umgegangen ist und alle technischen Möglichkeiten ausnutzt, ist kein Geheimnis. Also: warum soll er es nicht tun? Das Flair von „Star Wars“ wird dadurch weiter angehoben, imposante Bilder gehören nun einmal zum Lucas’schen Weltraummärchen.
    Was könnte man kritisieren? „Episode 3“ könnte insgesamt noch ein etwas dunklerer und bedrohlicherer Film sein, wenn man bedenkt, welche Wendepunkt er markiert. Die Gefühlsduselei der ersten beiden Teile wurde etwas abgeschwächt, dennoch wollen einige Dialoge und Szenen nicht in einen Star-Wars-Film passen, da der Zuschauer immer wieder die Filme der ersten Trilogie zugrunde legt.

    Fazit: Ein gelungener Abschluss, daher 8 von 10 Punkten. Echte Star-Wars-Fans werden aber dennoch mit leicht enttäuschten Minen das Kino verlassen haben.

    Johannes Michel, 30. Mai 2005

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