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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 7. November 2019

Jetzt wo sich der Staub gelegt hat, wird es Zeit für meine ausführliche Kritik zur finalen Staffel von “Game of Thrones”, der TV-Adaption von George R.R. Martins Fantasy-Saga “Das Lied von Eis und Feuer”.

 

Verwünscht

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 30. Dezember 2007

Was trauern wir nicht alle der guten alten Zeit der Disney-Filme wie Bambi und Cinderella nach, mit ihren unerschütterlichen Werten und dem obligatorischen „Happily Ever After“! Oder etwa nicht? Dann schnell in den neuen Disney-Weihnachtsfilm Verwünscht, der seinen Vorgängern den realen Spiegel vorhält!

Verwünscht (Enchanted)
Komödie, USA 2007. FSK: ohne Altersbeschränkung. 108 Minuten. Mit: Patrick Dempsey, Amy Adams, James Marsden, Susan Sarandon, Timothy Spall, Idina Menzel u.a. Regie: Kevin Lima.

Die wunderschöne Giselle (Amy Adams) lebt in dem wunderschönen Märchenland Andalasien und findet dort mithilfe eines Liedes ihren Traumprinzen Edward (James Marsden). Da die beiden sich sofort ineinander verliebt haben, soll bereits am nächsten Tag die Hochzeit stattfinden. Doch Edwards Stiefmutter Narissa (Susan Sarandon), die böse Königin, will verhindern, dass Edward heiratet und somit ihren Thron übernimmt und stößt Giselle in einen Zauberbrunnen. Dieser bringt sie aus der Zeichentrickwelt Andalasiens ins heutige, reale New York, wo sie vollkommen verloren ist. Bis sich der desillusionierte Scheidungsanwalt Robert (Patrick Dempsey) ihrer annimmt.

Willkommen in der Realität: Giselle (Amy Adams) in New York.

Und da ist er wieder, der obligatorische Disney-Weihnachtsfilm, der dieses Jahr allerdings schon im Trailer den Disney-Zeichentrickfilm im Allgemeinen und den Disney-Weihnachtsfilm im Besonderen gehörig auf die Schippe nimmt – oder doch nicht? Verwünscht beginnt in einer Zeichentrickwelt, die keineswegs übertrieben dargestellt wird, sondern genauso ist, wie die Disney-Filme der guten alten Zeit waren: sprechende, hilfsbereite Tiere (ein Reh hat sogar eine ähnliche Synchronstimme wie Bambi!), der Held rettet das Mädchen aus der Gefahr, Liebe auf den ersten Blick und gaaanz viele Lieder. Und obwohl diese Filme vermutlich zur Kindheit eines jeden Kinogängers gehören und heiß geliebt wurden, ersehnt man doch die ganze Zeit die ironische Brechung durch die Realität, die dann auch nach einer Viertelstunde die Zuschauer von der gezeichneten Zuckergusswelt erlöst.

Die Putzhilfe von Tieren wirkt nun mal nicht ganz so süß (dafür umso lustiger), wenn statt puscheligen Eichhörnchen Kanalratten und Kakerlaken die Wohnung säubern, und dass Zeichentrickfiguren aus allem schöne Kleider machen können, ist auch bekannt, weniger allerdings die Auswirkungen wie riesige Löcher in sämtlichen größeren Stoffen … Diese Probleme kommen natürlich in jeder Zeit- oder Weltensprungkomödie vor, doch da hier eine komplett fiktive Welt als Schablone für das Verhalten der Protagonistin fungiert, sind die Situationen doch um einiges skurriler als gewöhnlich. So kann zum Beispiel Pip, das hilfreiche Backenhörnchen, das Giselle zusammen mit Edward in die reale Welt gefolgt ist, in dieser selbstverständlich nicht sprechen und muss Edward pantomimisch klarmachen, welch böse Pläne Narissa und ihr Handlanger Nathaniel haben. Dabei wirkt die Computeranimation (die ebenso perfekt gemacht ist wie die Ratte Remy in Ratatouille) neben den realen Darstellern keineswegs störend, sondern vollkommen stimmig.

Allerdings werden, wie bereits angedeutet, die Werte eines Disney-Films nicht völlig über den Haufen geworfen. Die zynische Haltung Roberts muss bald der Überzeugungskraft Giselles weichen, die es schafft, einen kompletten Park zu einer Großchoreographie (die natürlich in keinem Disney-Film fehlen darf) zu bringen. Der Kuss der wahren Liebe ist tatsächlich die größte Macht auf der Welt, und am Schluss steht ein völlig unzynisches, dafür völlig vorhersehbares Happy End.

Da sich der Hauptteil der Geschichte in der realen Welt abspielt, soll auch noch ein kurzer Blick auf die durch die Bank überzeugenden Schauspieler geworfen werden. Für die Grande Dame Hollywoods Susan Sarandon muss Qualität nicht gleich Quantität sein, ganz im Gegenteil. Ihr Auftritt als böse Hexe ist zwar äußerst kurz, dafür aber auch ebenso effektvoll. Bemerkenswert ist neben der bezaubernden Amy Adams (Junebug) und Patrick „McDreamy“ Dempsey (Sweet Home Alabama, Grey’s Anatomy) vor allem James Marsden (X-Men, Superman Returns), der hier im komischen Element komplett aufgeht und als leicht trotteliger Prinz alle Zuschauerherzen (und –lachmuskeln) für sich gewinnt.

Fazit: Tolle Komödie mit einer originellen Grundidee, die nur am Ende etwas zu lieb wird. 7 von 10 Punkten.


Backenhörnchen Pip als Pantomime.

Auch Edward (James Marsden) entsteigt der Zeichentrickwelt.

Noch ist Robert (Patrick Dempsey) Giselle gegenüber skeptisch …

… doch schon bald verstehen sich die beiden immer besser.
Lena Stadelmann, 30. Dezember 2007. Bilder: Buena Vista

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