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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Brothers & Sisters

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 8. Oktober 2007

Seit vier Wochen läuft auch bei uns die US-Erfolgsserie Brothers & Sisters, die am Sonntag in den USA recht passabel in die zweite Season startete, im Free-TV. Die 14-tägige Pause durch den Tag der Deutschen Einheit bietet die Möglichkeit, einen kleinen Rückblick auf die bisherigen Episoden zu werfen.

Brothers & Sisters
TV-Serie, USA 2006. Idee: Jon Robin Baitz.
Mit: Calista Flockhart, Sally Field, Rachel Griffiths, Ron Rifkin, Balthazar Getty, Dave Annable, Matthew Rhys u.a.

Viel Lärm um Nichts

Am 24. September 2006 startete in den USA die lang ersehnte neue Serie mit „Ally McBeal“-Star Calista Flockhart mit überdurchschnittlichen Quoten. Schon während der ersten Staffel begann Premiere im März dieses Jahres mit der deutschsprachigen Ausstrahlung, doch erst seit Anfang September ist Brothers & Sisters bei Pro Sieben im Free-TV zu sehen.

Die Idee zur Serie stammt von Jon Robin Baitz, der auch schon Folgen für Alias und The West Wing schrieb. Die Story ist recht simpel; wie der Titel schon sagt, geht es um die Geschwister Walker. Die Serie beginnt mit der Rückkehr der zweitältesten Tochter Kitty (Calista Flockhart) aus New York, da sie ein Angebot erhalten hat, in Kalifornien bei einer Polit-Talkshow die republikanische Meinung zu vertreten. Aufgrund ihrer politischen Gesinnung kam es immer zu Spannungen zwischen ihr und ihrer liberalen Familie, weshalb sie letztendlich auch aus Kalifornien wegzog. Zum großen Bruch zwischen ihr und ihrer Mutter Nora (Sally Field) kam es, als Kitty ihrem jüngsten Bruder Justin (Dave Annable) riet, als Soldat nach Afghanistan zu gehen, der nach dem Krieg sein Leben nicht mehr in den Griff bekam und nun in Alkohol und Drogen versumpft.
Kittys andere Geschwister blieben alle in Kalifornien. Ihre älteste Schwester Sarah (Rachel Griffihts) und ihr jüngerer Bruder Tommy (Balthazar Getty) arbeiten beide, gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Onkel Saul (Ron Rifkin), im Familienbetrieb und Kevin (Matthew Rhys), der zweitjüngste, arbeitet als Anwalt. Kurz nach ihrer Ankunft in Kalifornien feiert Kitty trotz der Spannungen ihren Geburtstag im Kreis der Familie, doch während der Feier erleidet ihr Vater William (Tom Skerrit) einen Herzinfarkt. Er fällt in den Pool und stirbt.

Das ist der Schluss der ersten Folge – und der einzige Höhepunkt, allerdings vollständig geklaut von The O.C.! Nach vierzig Minuten jedoch, in denen der Zuschauer nur in das Familienleben eingeführt wird und keinerlei Spannung erkennbar ist, erleichtert einen dieser Schluss und weckt die Hoffnung auf eine gute zweite Folge, die nach den Unmengen an Informationen der ersten Folge endlich Konfliktpotential in die Serie bringt.

Und es beginnt auch recht viel versprechend: Nach Williams Beerdigung kommt heraus, dass er über Jahrzehnte eine Affäre hatte und das Familienunternehmen fast bankrott ist. Außerdem fühlt sich Kitty zu ihrem politischen Gegner in der Sendung, dem Demokraten Warren Salter (Josh Hopkins), hingezogen, obwohl in New York ihr Freund Jonathan ihre Antwort auf seinen Heiratsantrag erwartet. Doch leider ist am Ende der vierten Folge kaum noch etwas von diesen Konflikten übrig, bis auf die Geldprobleme der Firma. Es stellt sich heraus, dass Nora schon seit langem von Williams Affäre wusste, und nachdem Kitty mit Warren geschlafen hat, trennt sich Jonathan von ihr. In vier Folgen!!! Manch andere Serie macht daraus eine ganze Staffel, doch die Maxime von Jon Robin Baitz scheint, zumindest bis zur vierten Folge, zu sein: „Nur keine künstliche Aufregung, nur keine Spannung und auf gar keinen Fall bauen wir einen Cliffhanger ein (bis auf den von O.C. geklauten), damit die Zuschauer der nächsten Woche entgegenfiebern!“ Aber leider ist das völlig langweilig! Jede Folge verläuft im Nichts, und dementsprechend sind auch die deutschen Quoten keineswegs mit denen vergleichbar, die die Serie in Amerika abräumt – und das zu Recht.

Familien mit unterschiedlichen politischen Anschauungen sind bei uns nun mal an der Tagesordnung, deshalb wird keine Tochter aus dem Haus geekelt oder vom Familienfoto verbannt. Auch die Charaktere sind aus diversen anderen Serien irgendwie bekannt: ein Kind muss in der heutigen Zeit natürlich homosexuell sein (den Part übernimmt Kevin, der Anwalt) und eines, bevorzugt natürlich das Nesthäkchen, Drogen nehmen und nichts arbeiten. Dann braucht man noch ein schwarzes Schaf (die Republikanerin), einen vorbildlichen Sohn mit vorbildlicher Ehe und eine vorbildliche Tochter, allerdings mit kriselnder Ehe. Damit hat man aber noch kein Konzept für eine gute Serie, und bis jetzt bestätigt sich das bei Brothers & Sisters leider in jeder Folge mehr.
Allerdings werde zumindest ich noch eine Weile durchhalten, da nach dem ansonsten tollen Pro Sieben-Serienabend mit Desperate Housewives und Grey’s Anatomy nach 22 Uhr kaum etwas besseres kommt und ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass noch irgendwie ein Fünkchen Spannung in die Story kommt. Bis jetzt allerdings ist es…

Fazit: … die erwachsene Ausgabe der Himmlischen Familie, nur ohne Kirche. 5 von 10 Punkten.

Lena Stadelmann, 08. Oktober 2007. Bilder: ABC.

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