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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 27. August 2018

Matt Groening ist zurück. Der Erfinder des Dauerbrenners “Die Simpsons” und der Scifi-Satire “Futurama” hat für Netflix eine neue Serie erschaffen. In “Disenchantment” begibt sich eine junge Prinzessin auf die Suche nach ihrem Platz im Leben. Elfen, Dämonen, Hexen und viel Alkohol pflastern ihren Weg…

 

Die Zehn Gebote (2006)

Von Marius Joa. Publiziert am 16. März 2008

Neuverfilmungen großer Kinoklassiker sind aus Produzentensicht gern gesehen. Wenn schon nicht für die große Leinwand, dann wenigstens fürs Fernsehen. Und so entstand das Hallmark-Remake von Die Zehn Gebote.

Die Zehn Gebote (The Ten Commandments)
2teiliger TV-Bibelfilm USA 2006. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Gesamtlänge: ca. 170 Minuten.
Mit: Dougray Scott, Naveen Andrews, Linus Roache, Mia Maestro, Susan Lynch, Paul Rhys, Padma Lakshmi, Silas Carson u.v.a. Regie: Robert Dornhelm.

Du sollst keine überflüssigen Remakes produzieren!

Seit 400 Jahren schuftet das Volk der Israeliten als Sklaven in Ägypten. Eines Nachts hat der Pharao einen bösen Traum, der besagt, dass ein Sklavenkind großes Leid über Ägypten bringen wird. Umgehend schickt der Herrscher seine Truppen aus, um alle Neugeborenen der Israeliten zu töten. Doch eine Mutter (Lisa Jacobs) schafft es, ihren kleinen Sohn im Schilf am Nil zu verstecken. Dort findet ihn die ägyptische Prinzessin Bithia (Padma Lakshmi). Sie nimmt den Säugling auf und nennt ihn Moses. Der Junge wächst als Prinz bei Hofe auf, gemeinsam mit Bithias leiblichem Sohn Menerith.

Doch Moses (Dougray Scott) erkennt schon bald, dass er mehr mit den Sklaven als mit den Herrschenden gemein hat. Als er einen ägyptischen Aufseher erschlägt, um eine Sklavin zu retten, muss er fliehen. In der Wüste trifft Moses auf einen Hirtenstamm und gründet dort eine Familie. Als er einen geheimnisvollen Berg besteigt, erscheint ihm Gott als brennender Dornbusch und befiehlt ihm, in seinem Namen das Volk Israels in die Freiheit zu führen. So findet Moses zu seiner wahren Bestimmung.

Der monumentale Bibelfilm Die Zehn Gebote (1956) gehört zu den einmaligen Filmklassikern. Regisseur Cecil B. DeMille drehte damit das Remake seines eigenen Stummfilms gleichen Titels. An einem weiteren Remake (zum 50jährigen Jubiläum) versuchte sich die Fernsehfilm-Schmiede Hallmark, die sowohl für gelungene (Die Abenteuer des Odysseus, Merlin) als auch für misslungene (Hercules, 2005) TV-Produktionen verantwortlich ist. Die TV-Fassung von Die Zehn Gebote wurde vom österreichischen Regisseur Robert Dornhelm (Krieg und Frieden, 2007) in Ungarn, Marokko und Tunesien gedreht. Da das traditionelle Ausstrahlungdatum der 1956er Version der Karfreitag ist, wurde das TV-Remake genau an diesem Tag im Jahr 2006 in Deutschland zum ersten Mal ausgestrahlt. Leider muss man sagen, dass der Versuch ziemlich gescheitert ist und beim auf TV-Event getrimmten Zweiteiler ein wichtiges Gebot des Filmemachens nicht beachtet wurde: Du sollst kein überflüssiges Remake produzieren!

Aber der Reihe nach. Die 2006er Version ist etwa eine knappe Stunde kürzer als der Vorgänger und die Story hat weniger Zeit, sich zu entwickeln. Dies beschert und vor allem am Anfang ein vollkommen überzogenes Tempo. Innerhalb von gut 20 Minuten (!) ist Moses vom Säugling zum Mann herangewachsen, verheiratet und Vater eines kleinen Sohnes. Da bleibt dann auch wenig Zeit für schauspielerisch ausgefeilte Momente. Aber es handelt sich hier auch um einen Fernsehfilm. Und da der vorliegende Streifen die 0815-Ausgabe dieses Formats darstellt, köchelt das Ganze auf  emotionaler Sparflamme.

Dabei ist der Zweiteiler nicht durchgehend schlecht. Die vielen Massenszenen, vor allem in der zweiten Hälfte des Films, sehen wirklich aufwendig aus und sorgen für teilweise beeindruckende Bilder. Dies kann man leider von den visuellen Effekten nicht sagen, die ziemlich offensichtlich zu erkennen sind und nicht ganz zeitgemäß wirken. Als Musik wird dem Zuschauer meist das in den letzten Jahren in Mode gekommene Ethno-Gedudel vorgesetzt, das aber im Laufe der Zeit eher nervt.

Bei den Darstellern gibt es mit Dougray Scott (Mission: Impossible 2), Naveen Andrews (Lost) und dem Ägypter Omar Sharif (Doktor Schiwago) drei bekannte Namen. Sharif bringt es allerdings nur auf einen Kurzauftritt. Und Dougray Scott kann nur in gelegentlichen Momenten in der Rolle des Moses überzeugen. Die übrigen Schauspieler befinden sich ganz brav auf üblichem Fernsehfilm-Niveau.

Leider ist Regisseur Robert Dornhelm, der kürzlich mit der Neuverfilmung von Krieg und Frieden sein Können erneut unter Beweis gestellt hat, ein zeimlich bescheidenes Machwerk gelungen. Es hat aber auch niemand wirklich erwartet, dass eine Neuadaption dem Klassiker von 1956 nahekommen könnte. Aber einen so oberflächlichen Fernsehfilm hat das Oster-Publikum dann doch nicht verdient. Bezeichnend übrigens, dass es in Deutschland (noch?) keine DVD-Auswertung des TV-Events gibt. Ein im Herbst 2007 veröffentlicher Animationsfilm mit gleichem Inhalt floppte übrigens kolossal an den US-Kinokassen. Womit sich das obige Gebot weiter bestätigt.

Fazit: Oberflächliches und belangloses TV-Remake, das schnell wieder in Vergessenheit geraten wird. 3 von 10 Punkten.


Moses.

Pharao Ramses ist „not amused“.
Marius Joa, 16. März 2008. Bilder: Hallmark Entertainment.

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