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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Journeyman

Von Marius Joa. Publiziert am 27. April 2009

Viele US-Serien erlebten aufgrund des Streiks der Drehbuchautoren in Hollywood nur verkürzte Staffeln. Manches Format überlebte nicht einmal die erste Staffel. Unter diesen an sich viel versprechenden Serien befindet sich Journeyman, das seit dem 25. April 2009 auf RTL II läuft. Marius Joa hat sich die beiden ersten Folgen angesehen.

Journeyman
Mysteryserie USA 2007. 13 Folgen. TV-Erstausstrahlung: 25. April 2009.
Mit: Kevin McKidd, Gretchen Egolf, Moon Bloodgood, Reed Diamond, Brian Howe, Charles Henry Wyson u.a. Originalkonzept: Kevin Falls.

Rettung durch Zeitreise

Dan Vasser (Kevin McKidd) ist ein erfolgreicher Journalist in San Francisco. Auch sein Familienleben mit Ehefrau Katie (Gretchen Egolf) und dem kleinen, musikalisch begabten Sohn Zack (Charles Henry Wyson) ist perfekt. Doch eines Tages erlebt Dan einen merkwürdigen Zeitsprung, der ihn in die Vergangenheit „beamt“. Als er wieder in die Gegenwart zurückkehrt, sind ein paar Stunden vergangen. Von nun an hat Dan diese „Zeitreisen“ immer wieder. Sie scheinen ihn immer näher an die Gegenwart zu führen. Katie findet schnell heraus, dass mit ihrem Ehemann etwas nicht stimmt und so alarmiert sie Dans Bruder Jack (Reed Diamond), einen Polizisten. Nicht nur, dass Dan bei seiner zweiten Reise mehrere Tage verschwindet, er trifft auch noch auf seine ehemalige Verlobte Livia (Moon Bloodgood), die angeblich vor acht Jahren bei einem Flugzeugabsturz starb. Livia scheint ebenfalls diverse Zeitsprünge zu unternehmen…

Manche Kritiker sahen in Journeyman nur einen Abklatsch von Allein gegen die Zukunft oder Zurück in die Vergangenheit. Doch hat die nach nur einer Staffel mit 13 Folgen eingestellte Serie mehr zu bieten als einen Aufguss bekannter Zeitreise-Zutaten. Journeyman ist eine durchweg realistisch gemachte Produktion, deren einziges, übersinnliches Thema die Zeitreisen sind. Warum dies so ist, erfährt man in den ersten beiden Folgen nicht. Der Zweck der Zeitreisen wird allerdings einleuchtend. Zeitspringer Dan soll das Leben bestimmte Leute über Jahrzehnte begleiten und es in die richtigen Bahnen lenken. So rettet er in der ersten Folge einen jungen Mann vor dem Selbstmord. Dabei trifft Dan immer wieder auf Livia, die seit einem Flugzeugabsturz als vermisst gilt. Sie gibt ihm Tipps für seine künftigen Zeitreisen, weigert sich aber, ihm mehr zu sagen. Die Rahmengeschichte der Serie ist auch eine Aufarbeitung von Dans Vergangenheit, der vor Jahren Livia heiraten wollte, aber nach deren „Tod“ sich in die Freundin seines Bruders (Katie) verliebte und diese heiratete.

Die ersten beiden Folgen der Serie wirken nicht herausragend, aber vielversprechend und machen Lust auf die übrigen elf Episoden, die RTL II übrigens ab dem 2. Mai 2009 immer samstags um 14:25 ausstrahlt, vorerst in Doppelfolgen. Es bleibt nur zu hoffen, dass trotz des frühzeitigen Serientods der Rest nicht nur aus „Rettungen der Woche“ besteht. Denn man möchte schon wissen, welche Ursache die Zeitreisen von Dan haben und was Livia damit zu tun hat.

Die Gründe für das vorzeitige Ende von Journeyman sind sicherlich einerseits das Absinken der Quoten und die Tatsache, dass die Serie keinen echten Star an Bord hatte. Denn selbst Hauptdarsteller Kevin McKidd, der vorher in der Historienserie Rom spielte und hinterher einen wiederkehrenden Part in Grey’s Anatomy erhielt, ist ein kein wirklich bekannter Schauspieler. Hinter der Kamera tummelten sich auch keine Prominenten. Laura Innes, Darstellerin und Regisseurin bei Emergency Room, führte bei einer Folge von Journeyman Regie. Serienerfinder Kevin Falls war vorher Autor und Produzent bei Shark und The West Wing.

Der etwas merkwürdige Sendeplatz bei RTL II am Samstag Nachmittag mag vielleicht deshalb so gewählt sein, weil Journeyman auch für jüngere Zuschauer ansehbar ist. Einen großen Erfolg erwartet der deutsche Sender aber anscheinend nicht, denn sonst hätte man nicht nur die ersten beiden Folgen während der Prime Time (Samstag, 20:15) gesendet.

Fazit: Geradlinige, bodenständige Serie mit Potenzial. 7 von 10 Punkten.


Dan rettet Leben.
Marius Joa, 27. April 2009. Bilder: NBC, 20th Century Fox Television.

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