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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 22. April 2018

Zwei Jahre nach dem „Revival“ von 2016 kehrte „Akte X“ für eine weitere Staffel zurück, nur um sich leider als wenig erfrischender Wiedergänger zu entpuppen.

 

Saw 3

Von Johannes Michel. Publiziert am 3. Februar 2007

So funktioniert Mainstream-Kino: Nachdem sich ein Film erfolgreich im Kino und nicht zuletzt beim DVD-Verkauf gezeigt hat, rufen die Produktionsfirmen nach Folgefilmen. „Saw 3“ ist, wer hätte es gedacht, schon die dritte Auflage des erfolgreichen Horror-Stoffes. Johannes Michel beurteilt, ob noch immer eine positive Wertung dabei herausspringen kann.

Saw 3
Horror, USA 2006. FSK: keine Jugendfreigabe. 108 Minuten.
Mit: Tobin Bell, Shawnee Smith, Angus Macfadyen, Bahar Soomekh, Dina Meyer, Mpho Koaho, Barry Flatman u.a. Regie: Darren Lynn Bousman.

Lasset das Blut spritzen!

Ein letztes Mal will Jigsaw (Tobin Bell) noch zuschlagen. Schon am Ende von „Saw 2“ war er dem Tode nahe, nun soll die Ärztin Lynn Denlon (Bahar Soomekh) dafür sorgen, dass er noch ein letztes Mal vor dem Bildschirm das Schicksal seines Opfers Jeff (Angus Macfadyen) verfolgen kann. Freiwillig kümmert sich Lynn nicht um Jigsaw, seine Helferin Amanda (Shawnee Smith) muss sie dafür erst in das verlassene Kellergeschoss des Krankenhauses entführen, in dem sich die beiden eingenistet haben.

Muss Prüfungen bestehen: Jeff.

Kaum vorstellbar, dass es in „Saw 3“ noch heftiger zugeht als in den beiden Vorgängerfilmen? Schon „Saw“ und „Saw 2“ zeigten uns die Abgründe menschlicher Psyche, die unvorstellbarsten Geräte, um Menschen zu quälen und die abgefahrensten Tötungsinstrumente. Allein das Genre befiehlt einem weiteren Film, seine Vorgänger zu übertreffen. Teilweise ist dies auch gelungen.

Opfer in „Saw 3“ ist Jeff, der seinen Sohn bei einem Verkehrsunfall verloren hat und seit Jahr und Tag auf Rache sinnt – gegen den Autofahrer, der mit einer Bewährungsstrafe davonkam und auch gegen den Richter, der seiner Meinung nach den Fall völlig falsch beurteilt hat. Jigsaw möchte im zeigen, dass er loslassen und endlich wieder sein Leben führen soll, ohne ständig an das Geschehene zu denken. Dafür konfrontiert er Jeff mit den Verantwortlichen: einer Zeugin, die nicht aussagte, dem Richter und schließlich dem „Mörder“ seines Sohnes. Er hat die Wahl, diese Menschen aus schier ausweglosen Situationen zu befreien, ihnen das Leben zu retten und damit zu verzeihen oder sie gnadenlos umkommen zu lassen: Die schweigende Augenzeugin des Unfalls wird in einem Kühlraum unaufhörlich mit Wasser beträufelt und droht an Unterkühlung zu sterben, der Richter ist in einem Trog angekettet, der sich nach und nach mit gehäckselten Schweinen (!) füllt und der Autofahrer schließlich befindet sich in einer Maschine, die seine Gelenke immer weiter dehnt, bis es nicht mehr geht. Klar, dass irgendwann die Gelenke ihren Geist aufgeben und ein nettes Knacken den Zuschauer mehrfach schockiert, während er ungläubig auf die Leinwand blickt.

Auch die Maschine, die Ärztin Lynn um den Hals bekommt, damit sie den dahin siechenden Jigsaw nicht im Stick lässt, hat es in sich: Sobald sie sich zu weit von ihm entfernt oder sein Herz stehen bleibt, beginnt ein 10-Sekunden-Countdown, bevor schließlich mehrere Sprengladungen, die rund um ihren Hals angeordnet sind, explodieren. Wer denkt da ernstens noch an Flucht?!?

„Saw 3“ ist der letzte Film der Saw-Erfinder Darren Lynn Bousman, James Wan und Leigh Whannell. Bereits im Oktober 2007 wird zwar „Saw 4“ in die Kinos kommen, dann aber mit neuen Machern. Schon dem dritten Teil ist allerdings anzumerken, dass so langsam die Ideen ausgehen. Denn ohne die zahlreichen Rückblenden auf die Vorgängerfilme, insbesondere auf den ersten Teil, könnte „Saw 3“ um sicherlich eine halbe Stunde kürzer ausfallen. Die Geschichte um Opfer Jeff bekommt daher einen viel zu geringen Raum eingeräumt. Wer also „Saw“ und „Saw 2“ nicht gesehen hat, sollte vom Kinogang in den aktuellen Film absehen.

Durch schnelle Bildwechsel, laute Musik und viele Schnitte wird der Zuschauer von den „Saw“-Machern auch hier bei der Stange gehalten. Die eingesetzten Mittel überzeugen aber nicht mehr so wie zuvor. Daher musste auch die Literzahl in Sachen Kunstblut stark nach oben geschraubt werden. Ebenso kommen Ekelszenen wie die Jigsaws Operation am offenen Gehirn hinzu, die nicht jeder Kinobesucher ohne Wegschauen verfolgen kann.

Fazit: Noch immer spannend und bedrückend, aber das Niveau der Filme sinkt von Teil zu Teil. Daher nur noch 6 von 10 Punkten.


Amanda und „Ziehvater“ Jigsaw.

Ärztin in Gewahrsam: Lynn hat keine Chance gegen ihre „Halskrause“.
Johannes Michel, 03. Februar 2007. Bilder: Kinowelt.

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