splash
Willkommen
Herzlich Willkommen bei Vieraugen Kino.
Bei uns finden Sie aktuelle Filmkritiken in Sachen Kino, DVD und Fernsehen.
Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Alone In The Dark

Von Marius Joa. Publiziert am 12. September 2006

Durch eine Laune des Schicksals ist der Vieraugen-Redaktion eine DVD des Films Alone In The Dark des deutschen Starregisseurs Uwe Boll in die Hände geraten. Nach anfänglichen Bedenken ließen sich Marius Joa und Johannes Michel auf das Abenteuer ein.

Alone In The Dark
Action-„Thriller“ Kanada/Deutschland/USA 2004. Regie: Dr. Uwe Boll. 99 Minuten (Director’s Cut, PAL-DVD). FSK ab 18. Kinostart: 24. Februar 2005. DVD-Start: 2. November 2005. Preis: 20 €.
Mit Christian Slater, Tara Reid, Stephen Dorff, Frank C. Turner, Matthew Walker, Will Sanderson u.a.

Als Kind lebte Edward Carnby in einem Waisenhaus. In dieser Zeit führt der Wissenschaftler Dr. Lionel Hudgens, ehemaliger Regierungsmitarbeiter, Experimente an Kindern durch und braucht Nachschub. Daher lässt er alle Kinder aus dem Waisenhaus entführen, nur Edward kann fliehen.
20 Jahre später: Hudgens jagt einer untergangenen Zivilisation hinterher und will deren Geheimnis, das Tor zur Finsternis, für seine Zwecke missbrauchen. Edward will den Verrückten stoppen und arbeitet nach einigen Differenzen wieder mit dem Büro für Paranormale Aktivitäten (Sektion 713) zusammen. Sie stoßen auf ein dunkles Geheimnis …

… das es leider nicht in sich hat.

Uwe Boll, geboren am 22. Juni 1965, ist ein deutscher Regisseur, der vorwiegend in und um Vancouver (Kanada) dreht und sich auf Videospieladaptionen „spezialisiert“ hat. Nach “Blackwoods” und dem Spiel-Prequelfilm “House Of The Dead” folgte 2005 die Adaption von “Alone In The Dark”. Für 2008 ist die Verfilmung des Bestseller-Spiels “FarCry” angekündigt.

Trotz der eher niedrigen Produktionskosten von etwa 20 Millionen Dollar wirkt der Film technisch keinesfalls wie ein B-Movie. Immerhin waren sogar noch ein paar relative bekannte Schauspieler drin, Christian Slater als Edward, Tara Reid als dessen Freundin und Stephen Dorff als Einsatzleiter der Sektion 713. Dem Genre-Streifen wird oft vorgeworfen, dass ihm eine vollkommen unzusammenhängende und katastrophale Story zugrunde liegt. Das können wir so nicht stehen lassen. Der Beginn schürt beim Zuschauer Erwartungen hinsichtlich der noch folgenden Spannung, die Geschichte wirkt nicht mehr konstruiert als in den meisten Filmen dieser Art. Problematisch wird es allerdings hier nach etwa einer halben Stunde. Irgendwann muss doch mal die Exposition vorbei sein, denkt sich der Filmfan. Das ist aber nicht der Fall. Sowohl bei der Story als auch den Charakteren zeigt Uwe Bolls Film keinerlei Entwicklung. Es mag zwar bezüglich der Action einiges los sein auf der Leinwand bzw. dem heimischen Fernseher, es stellt sich aber die Frage: Warum das Ganze?

Von der Spannung und Atmosphäre des Computerspiels hat die Verfilmung von “Alone In The Dark” schlicht und ergreifend nichts. Christian Slater, der schon seit einigen Jahren nach seiner „Form“ sucht, wie man bei einem Fußballspieler sagen würde, wird sich mit dieser Produktion sicher keinen Gefallen getan haben. Die aus “American Pie 1+2” bekannte Tara Reid enttäuscht ebenso in einer ihrer ersten ernsten Filmrollen. Dies gesteht sogar Uwe Boll im der DVD beigefügten Audiokommentar ein.

Dieser Audiokommentar übrigens ist absolut zu empfehlen. Uwe Boll lobt zwar, was er ja auch muss, seinen Film, zieht aber zugleich über Darsteller (Tara Reid) oder rumänische Schauspieler her, mit denen er bei seiner aktuellen Produktion “BloodRayne” anscheinend keine guten Erfahrungen gemacht hat. Zudem klingelt zweimal sein Handy (mit Beethovens Sinfonie Nr. 5 als Klingelton) und Boll telefoniert während des Audiokommentars zwanglos mit Bekannten. Das soll jetzt nicht heißen: Kaufen Sie die DVD aufgrund des Kommentars. Aber ein Highlight ist er allemal. Sowas ist uns bisher noch nicht untergekommen.

Fazit: Bleibt zu sagen: Uwe Boll hätte auch das örtliche Telefonbuch verfilmen können – und das wäre mitunter sogar spannender gewesen. 2 von 10 Punkten. Oder, wie es ein Gastkritiker bei einer großen deutschen Filmseite ausdrückte: „Verbringen Sie die neunzig Minuten lieber allein in der Dunkelheit, das unterhält Sie bestimmt besser!“


Knallt durchs Fenster: der „Böse“.

Sieht gut aus, schauspielerisch aber deutlich steigerungsfähig: Tara Reid.

DVD-Ausstattung:

Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1.
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte.

Bonusmaterial:
Audiokommentar von Regisseur Uwe Boll und Drehbuch-Co-Autor Michael Roesch
Kinotrailer und TV-Spots
Into The Dark – The Making Of
Shedding A Light – The Visual Effects
Diverse Musikclips (u.a. Nightwish)
Behind The Action Scenes
Deleted Scene: Sex-Szene
Storyboard To Screen
Bullet Time Animatic
Produktionsnotizen
Fotogalerie
Programmtipps
DVD-ROM-Inhalte

Fazit: Für eine Einzeldisc wird Einiges geboten.

Marius Joa und Johannes Michel, 12. September 2006. Bilder: Concorde/BOLL KG Productions.

Stichwörter: , , , , , , ,

Ähnliche Beiträge
Rubrik DVD

Kommentar hinterlassen