Seit über sechs Jahrzehnten begeistern die unbeugsamen Gallier um Asterix und Co mehrere Generationen von Comicleser*innen. Vor 59 Jahren erschien der erste Kinofilm, basierend auf den ersten Band Asterix der Gallier.
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Asterix der Gallier (Astérix le Gaulois)
Zeichentrickfilm Frankreich, Belgien 1967. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. 65 Minuten (PAL-DVD). Kinostart: 16. Juli 1971.
Deutsche Sprecher: Frank Zander (Asterix), Friedrich W. Bauschulte (Miraculix), Günther Pfitzmann (Obelix), Horst Niendorf (Gaius Bonus), Santiago Ziesmer (Caligula Minus), Dieter Kursawe (Marcus Schmalzlockus), Arne Elsholtz (Troubadix), Michael Chevalier (Majestix), Edgar Ott (Händler) u.a. Erzähler. Friedrich Schoenfelder. Nach dem Comicband von René Goscinny und Albert Uderzo. Drehbuch: Willy Lateste, Jos Marissen, Lásló Mólnar. Regie: Ray Goossens.

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Am Anfang war der Zaubertrank
Um 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien?! Nein, ein kleines Dorf von Unbeugsamen in Aremorica hört nicht auf den Besatzern Widerstand zu leisten. In diesem Dorf leben unter anderem der kleine Krieger Asterix (deutsche Stimme: Frank Zander) und sein bester Freund Obelix (Günther Pfitzmann). Ein Zaubertrank des Druiden Miraculix (Friedrich W. Bauschulte) verleiht den Dorfbewohnern übermenschliche Kräfte, wodurch sie den römischen Truppen Paroli bieten können. Gaius Bonus (Horst Niendorf), Befehlshaber des Besatzungslagers Kleinbonum, möchte hinter das Geheimnis der gallischen Unbesiegbarkeit kommen und schleust dafür den kleinen Legionär Caligula Minus (Santiago Ziesmer) als Spion im Dorf ein…
400 Millionen verkaufte Exemplare, davon etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum. Die 1959 von Autor René Goscinny (1926-1977) und Illustrator (später auch Autor) Albert Udero (1927-2020) ins Leben gerufene französische Comicreihe um den pfiffigen Gallier Asterix, den starken Obelix und Co ist ein fortwährender Bestseller. Der 41. Band, Asterix in Lusitanien, erschien allein in Deutschland in einer Auflage von 1,8 Millionen. Zudem wurde die Reihe mehrfach fürs Kino adaptiert, achtmal als Zeichentrickfilm, zweimal als CGI-Animationsfilm sowie fünfmal als Spielfilm. Im Dezember 2026 soll ein dritter animierter Streifen in die Kinos kommen. Zudem gab es 2025 eine animierte Miniserie bei Netflix.

Ihr Kinodebüt feierten die Gallier vor knapp 60 Jahren mit Asterix der Gallier (1967), einer sehr werktreuen Adaption des gleichnamigen ersten Comics (ab 1959 als Fortsetzungsgeschichte im Magazin Pilote, ab 1961 als Comicband veröffentlicht). Unter Regie von Ray Goossens (1924-1998) entstand der erste Film, der ursprünglich als für die Ausstrahlung im Fernsehen geplant worden war, ohne die Beteiligung Goscinnys und Uderzos, die nach einer ersten Testvorführung mit dem Gesehenen nicht einverstanden waren und dennoch ihr Einverständnis gaben. Eine fast fertige Adaption von Die Goldene Sichel wurde allerdings gestoppt. Kinostart in Frankreich war am 20. Dezember 1967, in Westdeutschland am 16. Juli 1971. Für die Wiederaufführung 1984 wurde eine neue deutsche Synchronfassung mit teils veränderter Musik produziert, die vor allem bei den zahlreichen Ausstrahlungen im Fernsehen während meiner Kindheit zum Einsatz kam.
Asterix der Gallier etabliert bereits den bekannten Zeichenstil (obgleich noch weniger hübsch anzusehen) und die üblichen Zutaten (die unerschütterlichen Gallier und ihr Dorf, der Zaubertrank, das wiederholte Verkloppen der fast bemitleidenswerten römischen Soldaten etc.), unterscheidet sich aber in manchen Bereichen von den Fortsetzungen. So spielt Obelix wie in der Vorlage nur eine Nebenrolle. Als zentrale Figuren der Handlung agieren auf Gallier-Seite daher Asterix und Druide Miraculix. Manche der Nebenfiguren sehen noch etwas anders aus (z.B. Julius Cäsar). Kurioserweise kommt im ganzen Film keine einzige Frau vor, was sich in der Folge glücklicherweise ändern sollte.
Auch wenn sich die Geschichte sehr einfach sowie bezüglich der Schauplätze überschaubar gestaltet und der Esprit späterer Filme der Reihe (vor allem Asterix und Kleopatra [1968] bzw. Asterix erobert Rom [1976]) noch nicht ganz erreicht wird so kann der erste Streifen mit seiner knackigen Laufzeit und seinem Humor punkten. An letzterem hat bestimmt auch die herrliche Synchronfassung aus den 1980ern, unter anderem mit Sänger Frank Zander als Asterix, Günther Pfitzmann (Praxis Bülowbogen) als Obelix sowie den Synchron-Legenden Santiago „Spongebob“ Ziesmer als Caligula Minus und Friedrich Schoenfelder als Erzähler, einen großen Anteil. Für die erste DVD-Veröffentlichung wurde 2001 zudem eine Dialektfassung auf Sächsisch erstellt.
Asterix der Gallier ist auf DVD und BluRay sowie als Stream bei mehreren Anbietern erhältlich. Am 14. Januar 2027 kommt der Zeichentrickfilm wieder für einen Tag in die Kinos.
Fazit: Kurzweilig-unterhaltsamer erster Film über den bekannten Gallier, der noch nicht ganz den Witz und die Dynamik der späteren Teile erreicht.
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Marius Joa, 31. Juli 2026. Bilder: Studiocanal.


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