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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 12. Mai 2019

Vier befreundete, britische Schauspielikonen treffen sich, um über alte Zeiten zu plaudern. Ein Kamerateam hat die “Dames” begleitet.

 

Das Phantom der Oper

Von Marius Joa. Publiziert am 8. August 2006

(Andrew Lloyd Webber’s The Phantom Of The Opera)
Musicalverfilmung USA/UK 2004. Regie: Joel Schumacher. Nach dem Roman von Gaston Leroux und dem Bühnen-Musical von Andrew Lloyd Webber.
135 Minuten (PAL-DVD). FSK ab 6. Kinostart: 16. Dezember 2004. DVD-Start: 7. September 2005. Preis: ca. 15 €.
Mit Gerard Butler, Emmy Rossum, Patrick Wilson, Miranda Richardson, Minnie Driver, Ciarán Hinds, Simon Callow, Jennifer Ellison, Victor McGuire, Murray Melvin u.v.a.

Als die beiden neuen Direktoren Firmin (Ciarán Hinds) und André (Simon Callow) gemeinsam mit dem neuen Mäzen Raoul, Vicomte de Chagny (Patrick Wilson), ihre Arbeit an der Pariser Opéra Populaire aufnehmen, müssen sie erkennen, dass jemand anderes die Strippen in der Hand hält: das Phantom der Oper (Gerard Butler), ein schrecklich entstellter Mann, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt. Sein Ziel ist es, die begabte, junge Chorsängerin Christine Daaé (Emmy Rossum) zum Star der Oper und zu seiner Geliebten zu machen. Das besessene Genie schreckt auch vor Mord nicht zurück. Christine ist zwar fasziniert von dem unbekannten Lehrer, doch gehört ihr Herz Raoul.

Das Phantom in seinem unterirdischen Reich.

Bereits Anfang der 90er Jahre wollte Andrew Lloyd Webber sein höchst erfolgreiches Bühnen-Musical auf die Leinwand bringen. 1989 hatte er mit Regisseur Joel Schumacher erste Drehbuchentwürfe begonnen. Neben Michael Crawford als Phantom sollte Webbers damalige Frau, Sarah Brightman, Christine spielen. Doch nach der Scheidung von Webber und Brightman verschwand das geplante Projekt in der Versenkung. Über ein Jahrzehnt später kam die Adaption nun doch noch ins Rollen. Schumacher und Webber fertigen das Drehbuch. Schumacher führte schließlich Regie. Bei den Darstellern setzte man auf eher unbekannte, jüngere Schauspieler. Die Titelrolle spielt der Schotte Gerard Butler (“Tomb Raider 2”, “Timeline”), der hier erstmals in seiner Filmkarriere sein Sangestalent unter Beweis stellen kann. Obwohl sich namhaftere Schauspielerinnen wie Keira Knightley, Katie Holmes und Anne Hathaway für die Rolle der Christine bewarben, entschied man sich für die wenig bekannte damals 16jährige Emmy Rossum (“The Day After Tomorrow“), wohl weil sie seit frühester Kindheit eine Gesangsausbildung an der Metropolitan Opera in New York erhalten hatte. Patrick Wilson (“Angels in America”) als Raoul komplettiert das Trio der Hauptakteure. Von den übrigen Darstellern benötigte nur Hollywoodstar Minnie Driver ein Voice-Double. Was Ausstattung, Kostüme, Kamera und Schnitt betrifft, so wurde hier geklotzt statt gekleckert. Nicht umsonst gilt die Produktion mit einem geschätzten Budget von 60 Millionen Dollarn als teuerster Independent-Film überhaupt. Kamera, Ausstattung und der neu komponierte, von Minnie Driver gesungene Titelsong „Learn To Be Lonely“ erhielten jeweils eine Oscar-Nominierung. Die prächtigen Kostüme und die opulente Ausstattung entführen den Zuschauer ins romantisierte Paris des 18. Jahrhunderts. Die Darsteller überzeugen sowohl schauspielerisch als auch stimmlich, allen voran Gerard Butler und Stimmwunder Emmy Rossum. Die intensiven Songs vermögen den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.

Der Filmgenuss wird allerdings auch etwas geschmälert. Storymäßig passiert einfach nicht viel und für manchen weniger musical-erfahrenen Zuschauer mag das Ganze etwas langatmig erscheinen. Weil in der deutschen Übersetzung des Bühnentextes mehr Wert auf musikalische anstatt inhaltlicher Übereinstimmung gelegt wird, sind die Lippenbewegungen der Darsteller in der deutschen Synchronisation fast vollkommen assynchron. Die deutschen Musicalstimmen Uwe Kröger (Phantom), Jana Werner (Christine) und Carsten Lepper (Raoul) schaffen es zudem nicht ganz, ihrem Gesang die gleiche emotionale Intensität wie im Original zu verleihen.

Fazit: Opulente und sehr gelungene Verfilmung des erfolgreichen Musicals. 8 von 10 Masken.


Raoul und Christine.

Madame Giry (Miranda Richardson) verbirgt ein Geheimnis.

DVD-Ausstattung:

Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1.
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte.

Laut Cover handelt es sich bei dieser DVD-Ausgabe um eine „Cine Collection Limited Edition“. Wie das Produkt zu diesem Prädikat gekommen ist, bleibt vollkommen unverständlich. Bis auf ein beigelegtes, merkwürdiges „Swarowsky Tattoo“ und einer Anspielmöglichkeit der einzelnen Songs verfügt die DVD über keinerlei Extras. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine englischen, sondern nur deutsche Untertitel gibt. Will man sich also die Originalfassung ansehen und zum besseren Verständnis Untertitel aktivieren, so muss man sich mit den deutschen begnügen, die dummerweise vom Original inhaltlich meilenweit entfernt sind.

Im November 2005 erschien eine „Limited Special Edition“ (3 DVDs) mit Maske und umfangreichen Bonusmaterial. Deren Preis liegt jedoch bei über 30 €. Wer nur den Film haben möchte und auf Bonus-Material verzichten kann, der ist mit der Standard-Edition gut beraten. Für Extras muss der geneigte Fan dann richtig tief in die Tasche greifen.

Fazit: Magere Erst-Veröffentlichung mit lächerlicher Ausstattung.

Marius Joa, 8. August 2006. Bilder: Warner Bros. /Concorde.

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