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Von Marius Joa. Publiziert am 12. Mai 2019

Vier befreundete, britische Schauspielikonen treffen sich, um über alte Zeiten zu plaudern. Ein Kamerateam hat die “Dames” begleitet.

 

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – Extended Edition

Von Marius Joa. Publiziert am 28. November 2015

Das Gesetz der Serie versprach: auch vom dritten und glücklicherweise letzten Teil von Peter Jacksons ausgewalzter Hobbit-Verfilmung gibt es eine Extended Edition, die nun erschienen ist. Und sie schafft auch, was den beiden anderen Langfassungen nicht gelang…

5-10Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere (The Hobbit: The Battle Of The Five Armies)
Fantasyfilm Neuseeland/USA 2014. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 164 Minuten. BluRay-/DVD-Start: 26. November 2015.
Mit: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage, Luke Evans, Lee Pace, Evangeline Lilly, Orlando Bloom, Benedict Cumberbatch, Cate
Blanchett, Christopher Lee, Hugo Weaving, Manu Bennett, James Nesbitt, Ken Stott, Graham McTavish, William Kircher, Stephen Hunter,
Dean O’Gorman, Aidan Turner, John Callen, Peter Hambleton, Jed Brophy, Mark Hadlow, Adam Brown u.v.a. Regie: Peter Jackson.
Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro. Nach dem Roman von J. R. R. Tolkien.


Hobbit Teil 3_EE_BluRay 

Wie Butter auf zuviel Brot verstrichen

Durch eine etwas aus dem Ruder gelaufene List konnten Hobbit Bilbo (Martin Freeman) und die dreizehn Zwerge den Drachen Smaug (Benedict Cumberbatch) aus dem Berg Erebor vertreiben. Doch die geflügelte Echse macht sich sogleich daran, Feuer und Tod über die Bewohner von Seestadt zu bringen. Während sich die Menschen in Sicherheit bringen, gelingt es Fährmann und Bogenschütze Bard (Luke Evans) gemeinsam mit seinem Sohn Bain (John Bell) dem Drachen den Garaus zu machen. Die Überlebenden aus Seestadt fliehen mit Bard und seiner Familie zu den Ruinen von Thal. Als Thorin Eichenschild (Richard Armitage) im Erebor vom Tod Smaugs erfährt, beginnt er zusehendst dem Wahnsinn zu verfallen. Derweile marschiert vor dem Berg ein großes Heer der Elben unter Führung von König Thranduil (Lee Pace) auf, die ihren Anteil am großen Schatz fordern. In der düsteren Feste Dol Guldur wird Zauberer Gandalf (Ian McKellen) gefangen gehalten. Doch Rettung naht in unerwarteter Gestalt. Am Erebor spitzt sich die Lage zu. Ein Zwergenheer unter Thorins Vetter Dain (Billy Connolly) naht von den Eisenbergen heran. Doch auch die zahlreichen Scharen von Orks, unter Führung von Azog dem Schänder (Manu Bennett), lassen nicht lange auf sich warten…

Hobbit Teil 3_EE_Action Noch mehr endlose CGI-Action!

Auch wenn ein vierter Teil dann doch nur ein Wunschalptraum war, so traut der ein oder andere Peter Jackson im Verlauf seiner Hobbit-Trilogie alles zu. Dass es bei drei Teilen blieb, war allerdings nicht so überraschend. In der Fantasytragödie letzter Teil konnten sich der Neuseeländer und seine Effekte-Crew endlich fast auf das Wesentliche konzentrieren: Schlachten, Schlachten und nochmals Schlachten. Schließlich heißt das Machwerk ja auch Die Schlacht der Fünf Heere und bringt Jacksons Mittelerde-Saga zu einem halbwegs runden Ende.

So manche Szene wurde aber von den Fans schmerzlich vermisst. Zum Beispiel das Begräbnis von Zwergenkönig Thorin Eichenschild, der nach einem endlosen Zweikampf mit Ober-Ork-Oberhaupt Azog sein Leben gelassen hat. Diese Sequenz wird in der vorliegenden “Extended Edition” immerhin nachgereicht. Ansonsten lautet das Motto: mehr Kampf, mehr Action und noch mehr Zwergen-Slapstick.

Es ist schon eine beachtliche “Leistung”, den Roman Der Hobbit, der nicht einmal ein Viertel der Seitenstärke des Herr der Ringe besitzt, auf eine gut achtstündige Filmtrilogie auszuwalzen. Oder wie würde es der alte Bilbo sagen: “wie Butter auf zuviel Brot verstrichen”. Allerdings könnte man Jackson diese megalomanische Herangehensweise verzeihen, hätte er denn die Zeit genutzt, um die Zwergen-Charaktere besser zu entwickeln. Denn von 13 Bergbewohnern, bekommen vielleicht fünf von ihnen wirklich so etwas wie Tiefgang spendiert. Die anderen sind nur Komparsen, sehen lustig aus und sorgen für viel Slapstick in den endlosen Kampfszenen. Fans dieser Szenen werden mit der verlängerten Fassung von Die Schlacht der Fünf Heere ihre Freude haben. Alle anderen können sich vielleicht an den wenigen werkgetreuen Schnipseln erfreuen.

Hobbit Teil 3_EE_HandAnsonsten herrscht hier Schlachtengetümmel bis der Adler kommt. Und im Vergleich zur Kinofassung etwas mehr Trolle mit immer abstruserem Kriegsgerät und eine Streitwagenschlittenfahrt mit lustigem Ork-und-Troll-Zerschnetzeln. Wo ist eigentlich Machete, wenn man ihn braucht? Und wieso hat man sich die akrobatischen Legolas-Albereien nicht für das Videospiel aufgehoben? Wieso wirkt Zwergenführer Thorin Eichenschild wie eine manisch-depressive Mischung aus einem Aragorn-Klon und dem klingonischen Kanzler Gowron aus den Star Trek-Serien? Und warum in Saurons Namen haben die überaus niedlichen Rhosgobel-Kaninchen nicht in die Schlacht eingegriffen? Fragen über Fragen…

Nach dem Ende einer Mischung aus intensiv recherchierter Fanfiction und unüberwindbarem Blockbustergrößenwahn bleibt nur noch eine: was hätte der abgesprungene Mexikaner Guillermo del Toro wohl als Regisseur aus dem Stoff gemacht? Sicherlich keine so zerfahrene Angelegenheit, die sich in Nebenkriegsschauplätzen suhlt.

 

Fazit: In der um 20 Minuten verlängerten Fassung gewinnt Die Schlacht der Fünf Heere leider nicht (an Substanz). Im Gegenteil, alles wird eher noch liebloser und alberner. 5 von 10 Punkten.

Blu-Ray-Features

Anmerkung: Die “Extended Edition” von Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere ist meine erste Blu-Ray. Die vorliegende Fassung enthält die 2D-Fassung auf einer Disc, die 3D-Version verteilt auf zwei Scheiben sowie auf zwei weiteren Discs mehrere Stunden Bonusmaterial. Die Aufmachung der Box ist allerdings im Vergleich zu den DVD-Versionen der beiden Vorgängerfilme recht lieblos geraten.

Marius Joa, 28. November 2015. Bilder: Warner/MGM.

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