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Von Marius Joa. Publiziert am 25. August 2019

Ein Western-Star, dessen Stuntdouble, ein attraktives Starlet und eine unheimliche Hippie-Kommune. Dies sind die Hauptakteure in “Once Upon a Time in Hollywood”, dem neu(nt)en Film von Kultregisseur Quentin Tarantino…

 

Elizabeth I.

Von Marius Joa. Publiziert am 28. Dezember 2007

Im Februar erhielt Helen Mirren den Oscar als beste Hauptdarstellerin für die Verkörperung der aktuellen englischen Königin, Elizabeth II. in Die Queen. Doch Mirren hat auch bereits die „erste“ Elizabeth Englands gespielt. Marius Joa über den Fernsehfilm Elizabeth I und seine Besonderheiten.

Elizabeth I
TV-Historiendrama UK/USA 2005. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 209 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Helen Mirren, Jeremy Irons, Hugh Dancy, Patrick Malahide, Barbara Flynn, Toby Jones, Ian McDiarmid u.v.a. Regie: Tom Hooper. Drehbuch: Nigel Williams.

Großes Theater vor üppiger Filmkulisse

England 1579. Seit zwanzig Jahren regiert Elizabeth I. (Helen Mirren) als „jungfräuliche Königin“ das Land. Aufgrund der angespannten Situation, in der sich die Inselmonarchie befindet, versuchen die Berater bei Hofe, Elizabeth endlich zu verheiraten. Eine Ehe mit dem Herzog von Anjuc würde ein Bündnis mit Frankreich bedeuten und die Gefahr, die vom mächtigen Spanien ausgeht, verringern. Doch Elizabeth zögert, liebt sie doch immer noch ihren Jugendfreund, Sir Robert of Leiceister (Jeremy Irons). Da kann gerade noch ein Attentäter (Simon Woods) gestoppt werden. Steckt etwa Elizabeths Cousine Maria Stuart (Barbara Flynn), die inhaftierte Königin von Schottland, dahinter?

Als die Heirat mit dem französischen Herzog aber scheitert und Elizabeth von der Ehe ihres Vertrauten Robert erfährt, verstößt sie ihn. Mit sich allein, wird sie von ihrem Berater Walsingham (Patrick Malahide) bedrängt, ihre Cousine Maria Stuart hinzurichten, weil diese angeblich mit Verschwörern ein Komplott gegen die englische Königin schmiedet. Als Walsingham Beweise vorlegt, sieht Elizabeth keinen anderen Ausweg, als die schreckliche Tat in Auftrag zu geben. Die spanische Armada und Truppen des Herzogs von Parma machen sich auf zum Krieg gegen England. Am Ende muss Elizabeth einen hohen Preis bezahlen.

Die für das „Goldene Zeitalter“ Englands berühmte Königin Elizabeth I. ist derzeit wieder sehr angesagt. Seit 20. Dezember läuft Elizabeth – Das Goldene Königreich, die Fortsetzung des Historiendramas Elizabeth (1998, mit Cate Blanchett in der Titelrolle), in den deutschen Kinos. Da war es auch an der Zeit, dass der aufwendig produzierte Zweiteiler Elizabeth I aus dem Jahre 2005 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird (so geschehen am 11. Dezember auf BR) und auf DVD erscheint.

In Hollywood wurde die in Litauen gedrehte Produktion mit vielen Preisen überhäuft. Bei den Golden Globes 2007 gewann der Film als bester Fernsehfilm sowie für die Darsteller Helen Mirren und Jeremy Irons. Außerdem regnete es neun Emmys. Da fragt man sich als Zuschauer doch, was den Zweiteiler so besonders macht.

Im Grunde ist Elizabeth I kein gewöhnlicher Fernsehfilm und schon gar kein reißerischer Event-Zweiteiler. Vielmehr wirkt es, als würde man auf einer üppigen Filmkulisse großes Theater aufführen, und zwar ein episches Königsdrama aus der Feder von Shakespeare, der seiner Königin ein Denkmal setzen würde. Die Dialoge sind zwar in gehobener Sprache, aber nicht so schwülstig und dichterisch wie beim englischen Dramatiker. Die vor allem bei der Titelfigur starken Gefühlsregungen wirken aber keinesfalls zu pathetisch.

Eine Augenweide sind die Sets und Kostüme, wobei letztere nicht wie bei TV-Produktionen oft plakativ wirken, sondern angemessen. Elizabeth I. war ja für ihre prunkvollen und übertriebenen Kleider bekannt. Der Film verzichtet auf große Kampfszenen, sondern stellt die Figur der Königin und die Ereignisse am Hof in den Mittelpunkt. Und die englische Königin wird in ihrer ganzen komplexen Person herausragend von Oscar-Preisträgerin Helen Mirren (Die Queen) verkörpert. Mirren spielt nicht einfach, sie ist Elizabeth! Jeremy Irons kann als Elizabeths Vertrauter Robert auch mehr als überzeugen, allerdings ist er im zweiten Teil nicht mehr dabei. Da ist der draufgängerische, junge Graf von Essex (Hugh Dancy) der Günstling der Königin.

Kritikpunkte kann man aber auch anführen. Während der erste Teil zu Beginn einige Längen hat, wirkt der zweite teilweise etwas abgehackt und leicht überhastet, da es immer wieder Zeitsprünge gibt, die aber nicht organisch wirken.

Insgesamt ist Elizabeth I eine Produktion, bei dem sich andere Fernsehfilme, vor allem im Bereich Historienfilme, eine Riesen Scheibe abschneiden können. Die vielen Filmpreise sind jedenfalls mehr als gerechtfertigt. Denn so einen gelungenen und packenden Fernsehfilm gab es lange nicht mehr. Mit The Virgin Queen erschien übrigens 2005 eine weiterer Fernsehfilm über die legendäre Königin, der hierzulande aber weder im TV ausgestrahlt wurde noch eine DVD-Auswertung erhielt. Der aktuelle Kinofilm Elizabeth – Das Goldene Königreich befasst sich übrigens etwa mit der Geschichte der ersten Hälfte des vorliegenden Zweiteilers.

Fazit: Üppig ausgestatteter Zweiteiler, der wie eine große Theaterproduktion wirkt. Helen Mirren brilliert in der Titelrolle. Eine der besten TV-Produktionen der letzten Jahre. 8 von 10 Punkten.


Flirt mit dem französischen Herzog.

Elizabeth und ihr Vertrauter Robert.

Beratung.

DVD-Features:

Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Bonusmaterial
Nicht verwendete Szenen (19 Min.)
Visual Effects (vorher/nachher) (5 Min.)
Animierte Bildergalerie mit Musik
Info zu den drei Hauptdarstellern
Trailer zu anderen Filmen von e-m-s

Marius Joa, 28. Dezember 2007. Bilder: Company Pictures/e-m-s.

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Elizabeth (8/10)

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