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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 7. November 2019

Jetzt wo sich der Staub gelegt hat, wird es Zeit für meine ausführliche Kritik zur finalen Staffel von “Game of Thrones”, der TV-Adaption von George R.R. Martins Fantasy-Saga “Das Lied von Eis und Feuer”.

 

Hellboy

Von Marius Joa. Publiziert am 7. Januar 2009

2006 lieferte der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro mit Pans Labyrinth eine eigentümliche Mischung aus Fantasy- und Kriegsfilm. Doch zuvor hatte er die Verfilmung der Comicreihe Hellboy gestemmt. Marius Joa sah sich diesen Film an.

Hellboy
Comicverfilmung/Horrortrash USA 2004. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 127 Minuten (Director’s Cut, PAL-DVD). Deutscher Kinostart: 16. September 2004.
Mit: Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Doug Jones, Rupert Evans, Karel Roden, Ladislav Beran, Bridget Hodson u.v.a. Drehbuch und Regie: Guillermo del Toro. Nach den Comics von Mike Mignola.

Hölle, Hölle, Hölle

1944. In den Ruinen einer schottischen Insel gelingt es dem von den Toten auferstandenen Magier Rasputin (Karel Roden), ein Tor zur Dunklen Seite zu öffnen. Dadurch will er die Sieben Götter des Chaos wieder zum Leben erwecken. Ein Trupp US-Soldaten, unter der Anleitung von Professor Dr. Bruttenholm, greift ein und kann Schlimmeres verhindern. Doch ein kleiner Dämon ist von der Dunklen Seite zurück geblieben.

Abe Sapien.

Sechzig Jahre später ist Professor Bruttenholm, genannt „Broom“ (John Hurt), wissenschaftlicher Leiter der „Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen“ (B. U. A. P.). Mitglieder seines Team sind neben einer paar FBI-Agenten der hyperintelligente Fischmensch Abe Sapien (Doug Jones), der unfreiwillige Feuerteufel Liz (Selma Blair) und eben jener Dämon (Ron Perlman), den Broom wie seinen eigenen Sohn aufgezogen hatte und den er Hellboy nennt. Hellboy jagt für die Organisation Monster und bringt sie zur Strecke. Und die Häufigkeit der bösen Viecher steigert sich, denn Rasputin ist (einmal mehr) von den Toten auferstanden und will seinen finsteren Plan vollenden.

Nachdem er in seinem Heimatland Mexiko bereits einige Erfolge feiern konnte drehte Guillermo del Toro 1997 mit Mimic seinen ersten Hollywoodfilm. Doch nach Unstimmigkeiten mit Produzenten und Filmstudios zog es ihn anschließend zurück in die Heimat. Erst für Blade II kehrte del Toro in die USA zurück. Der große Erfolg des Vampirjäger-Sequels ließ ihm für den folgenden Film freie Auswahl. Doch del Toro ließ die ihm angebotenen Filme Blade: Trinity sowie Harry Potter und der Gefangene von Askaban sausen und widmete sich seinem Traumprojekt Hellboy.

Aus technischer Sicht kann die Comicverfilmung auch durchaus überzeugen. Vor allem die Make up-Effekte sowie Sets und Kulissen wirken mit viel Liebe zum Detail erschaffen. Das kann man aber leider nicht von der Story und der Gesamtperformance sagen. Denn leider ist Hellboy ein klassisches B-Movie, wenn auch technisch einwandfrei. Da hilft auch das ausufernde Design nicht.

Wer keine Ahnung/Kenntnis von den Comics hat, wird dem Film zwar ohne große Probleme folgen können. Es ist aber der Story ziemlich abträglich, dass der Film zu 70 bis 80 Prozent daraus besteht, dass Hellboy mit ekligen Monstern kämpft, die aus möglichst vielen Tentakeln und Schleim bestehen. Zwar werden Erklärungen und Hintergründe der „Story“ immer wieder eingestreut, die gehen doch im Actiongetöse regelmäßig unter. Immerhin ist Hellboy trotz einer Länge von über zwei Stunden weitgehend kurzweilig. Aber dennoch nicht zwangsläufig unterhaltsam.

Der Versuch, den haarsträubenden Plot durch ein paar markige Sprüche von Hellboy unterhaltsamer zu machen, geht auch eher nach hinten los. Die Dialoge wirken entweder vollkommen belanglos oder bisweilen sogar dümmlich. Außerdem ist es schon wirklich erstaunlich, wie viele verschiedene Elemente in den Plot gepackt werden. Eine lebende Nazi-Leiche (zusammengeflickt aus Metall und Uhrwerk), der nicht totzukriegende Rasputin, gefräßig-schleimige Monster (die doppelt „wiedergeboren“ werden, wenn eines von ihnen abgemurkst wird), ein bisschen von H. P. Lovecraft inspirierte „Mythologie“ und vieles mehr. All das wurde in einen Mixer gepackt, kräftig durchgeschüttelt und um das Ergebnis herum eine grobe Handlung geschnitzt. Als comicunkundiger Zuschauer weiß man nicht, ob man sich vom Film über- oder unterfordert fühlen soll. Jedenfalls ist man hinterher auch nicht wesentlich schlauer.

Hellboy ist kein kompletter Reinfall, muss sich aber den gravierenden Vorwurf gefallen lassen, außer tollen Designs und Effekten nichts bieten zu können. Für die Fans der Comic-Reihe dürfte das allerdings kein Problem darstellen. 2006 und 2007 erschienen auf DVD übrigens mit Schwert der Stürme und Blut und Eisen zwei Animationsfilme zum Franchise. Im vergangenen Oktober startete der zweite Teil, Hellboy – Die Goldene Armee in den Kinos. Regisseur Guillermo del Toro wird in den nächsten Jahren bei der Tolkien-Verfilmung Der Hobbit und deren möglicher Fortsetzung Regie führen.

Fazit: Trashige, belanglose Comicverfilmung. Insgesamt fühlt sich wohl mancher Zuschauer an das singende Freundschaftsbändchen Wolfgang Petry erinnert. 3 von 10 Punkten.


Hellboy und sein riesiger Revolver.

Hellboy und FBI-Agent Myers.

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch

Die Kinoversion des Films gibt es sowohl als Single Disc als auch als 2 Disc Special Edition. Der Director’s Cut liegt in einer 3 Disc Edition vor, die über sechs Stunden Bonusmaterial, darunter diverse Making Ofs und Audiokommentare, enthält.

Marius Joa, 7. Januar 2009. Bilder: Sony Pictures.

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Pans Labyrinth (8/10)

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