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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 18. August 2019

Nachdem ihr Auto liegen geblieben ist sucht ein junges Paar Zuflucht in einem geheimnisvollen Schloss, in dem schräge Gestalten hausen. Vorhang auf für “The Rocky Horror Picture Show”!

 

Stolz und Vorurteil

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 28. Oktober 2007

Am 8. November startet endlich auch in den deutschen Kinos die Verfilmung des Ian McEwan-Romans Abbitte. Grund genug, einen Blick auf den Erstling von Regisseur Joe Wright zu werfen: die Verfilmung von Jane Austens Stolz & Vorurteil.

Stolz & Vorurteil (Pride & Prejudice)
Drama, Frankreich/Großbritannien 2005. FSK: ohne Altersbeschränkung.
Mit: Keira Knightley, Matthew MacFadyen, Donald Sutherland, Judi Dench, Rosamund Pike, Simon Woods, Tom Hollander u.a. Regie: Joe Wright

„Eine Mrs. Bennet, eine Miss Bennet, eine Miss Bennet und eine Miss Bennet.“

England im frühen 19. Jahrhundert: Familie Bennet hat fünf Töchter und somit keinen männlichen Erben. Um die finanzielle Lage im Falle eines Todes von Mr. Bennet (Donald Sutherland) zu entschärfen, versucht Mrs. Bennet (Brenda Blethyn), ihre Töchter möglichst gewinnbringend zu verheiraten. Dabei setzt sie besonders auf die Reize ihrer ältesten Tochter Jane (Rosamund Pike), für die sie eine Verbindung mit Mr. Bingley (Simon Woods) anstrebt, einem ledigen und vermögenden jungen Mann, der auf dem Nachbaranwesen der Bennets eingezogen ist. Als er mit seiner Schwester und seinem Freund Mr. Darcy (Matthew MacFadyen) einen Ball besucht, kommt es zum ersten Treffen – nicht nur zwischen Jane und Mr. Bingley, sondern auch zwischen dem snobistischen Mr. Darcy und der zweitältesten Tochter der Bennets, Elizabeth (Keira Knightley). Doch bevor es zu einem Happy-End für beide Paare kommt, stehen jede Menge Stolz und Vorurteile im Weg …

Familie Bennet geht zum Ball.

Literaturverfilmungen sind besonders für Kenner der Romanvorlagen meistens kein Vergnügen. Zu sehr prägen eigene Vorstellungen die Charaktere und jeder Zuschauer findet mindestens einen Schauspieler völlig unpassend für die jeweilige Rolle. Dazu werden dann noch Lieblingsszenen aus dem Buch gekürzt oder gar ganz gestrichen und im schlimmsten Fall wird die Grundintention der Vorlage völlig falsch interpretiert.

Sich bei einer solchen Sachlage (die selbstverständlich auch jedem Regisseur klar ist) bei einem Regiedebüt an einen wahren Klassiker der englischen Literatur zu wagen, der zudem einige hervorragende filmische Umsetzungen vorweisen kann, zeugt von einigem Selbstbewusstsein oder zumindest großem Mut, der 2006 unter anderem mit vier Oscar-Nominierungen und dem Preis für den Meistversprechenden Newcomer von der British Academy of Film and Television Arts belohnt wurde.

Joe Wright hat mit seinem Erstling einen zauberhaften atmosphärischen Liebesfilm geschaffen, bei dem von den Schauspielern über die Kostüme bis hin zur Filmmusik von Dario Marianelli einfach alles passt. Wright inszeniert nicht nur die Schauspieler perfekt, sondern gibt auch der wunderschönen Landschaft Südenglands viel Raum, ebenso wie das typische britische Wetter (Regen und Nebel) gekonnt eingefangen und auch eingesetzt werden. Zwar mildert Wright die Gesellschaftskritik der Vorlage etwas ab zugunsten der komischen Elemente und der zentralen Liebesgeschichte, aber das tut dem Film, wenn man ihn als eigenes Kunstwerk betrachtet, keinen Abbruch.

Besonders die beiden Hauptdarsteller Keira Knightley (Fluch der Karibik, King Arthur) und Matthew MacFadyen (Als das Meer verschwand, Sterben für Anfänger) schaffen es, eine geradezu körperlich spürbare knisternde Atmosphäre ohne jeden Kuss und fast ohne Berührung zu erzeugen. Auf der DVD sieht man auch das amerikanische Ende, das im Gegensatz zum europäischen Ende doch noch einen Kuss zwischen Elizabeth und Mr. Darcy zeigt, aber nicht einmal bruchstückhaft an die Sinnlichkeit der ersten Berührung der beiden heranreicht. Dass neben diesen beiden auch die übrigen Rollen mit namhaften und durchweg herausragend agierenden Schauspielern besetzt sind, macht den Film zu einem kleinen perfekten Juwel, den man sich immer wieder anschauen kann.

Fazit: Ein wunderschöner Liebesfilm mit überwältigenden Bildern. 9 von 10 Punkten.


Elizabeth Bennet (Keira Knightley).

Mr. Darcy (Matthew MacFadyen).

Erste Berührung: Mr. Darcy hilft Elizabeth in die Kutsche.

Knisternde Atmosphäre, selbst im größten Streit: Lizzie und Darcy.

DVD-Features:

Sprachen: Deutsch und Englisch (5.1)

Untertitel: Deutsch und Englisch, Englisch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial:

  • Audiokommentar von Regisseur Joe Wright
  • Alternatives Ende
  • Am Set
  • Bilder aus dem 19. Jahrhundert
  • Stolz & Vorurteil Stammbaum
  • Die Kunst der Verabredung
  • Die Häuser
  • Die Bennetts
  • Das Leben in der Zeit von Jane Austen
Lena Stadelmann, 28. Oktober 2007. Bilder: Universal.

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