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Von Marius Joa. Publiziert am 20. Oktober 2018

Rudolph Moshammer (1940-2005) war nicht nur ein exzentrischer Modedesigner, sondern auch eine schillernde Figur der Münchner Schickeria. Der für seine diversen “Tatort”-Folgen bekannte Alexander Adolph inszenierte mit dem Fernsehfilm “Der große Rudolph” eine augenzwinkernde Hommage.

 

Watchmen: Tales Of The Black Freighter / Under The Hood

Von Marius Joa. Publiziert am 13. April 2009

Obwohl sehr werkgetreu konnte Zack Synders Adaption des Comics Watchmen dessen Inhalt nicht komplett erfassen. Deshalb gibt es das Comic im Comic Tales Of The Black Freighter und die fiktive Autobiografie Under The Hood nun auf DVD.

Tales Of The Black Freighter
Animation/Kurzfilm/Comic-Adaption USA 2009. 24 Minuten (PAL-DVD).
Sprecher: Gerard Butler, Jared Harris u.a. Regie: Mike Smith, Daniel DelPurgatorio. Nach dem Comic Watchmen von Alan Moore & Dave Gibbons.

Die Hölle auf See

Beim Lesen des Watchmen-Comics stößt man immer wieder auf Stellen, an denen die eigentliche Haupthandlung „unterbrochen“ wird und eine Piratengeschichte als Comic im Comic erzählt wird. Dieser Comic wird innerhalb der Story von einem Jungen gelesen, der ständig bei einem Zeitungslieferanten sitzt. Der Lesefluss wird dadurch erschwert, dass keine strikte Trennung zwischen den beiden Ebenen gegeben ist, sondern eine Überlappung erfolgt. So sieht man Bilder von der einen Story mit Texteinblendungen der anderen.

Der Inhalt dieses Piraten-Comics: nachdem sein Schiff samt Besatzung von Dämonen zerstört wurde, die mit dem grausigen „Black Freighter“ ihre Opfer heimsuchen, versucht ein Seemann (Gerard Butler) seine Heimatstadt rechtzeitig zu erreichen. So will er verhindern, dass der „Black Freighter“ seine Familie und Nachbarn überfällt. In seiner Verzweiflung baut sich dieser Seemann ein Floß aus Leichenteilen seiner getöteten Crew. Als er seine Heimat erreicht, überkommt ihn der Wahnsinn.

Diese in Fragmenten präsentierte Piratengeschichte hat auf den ersten Blick wenig mit der Story von Watchmen zu tun. Doch teilt sie mit ihr nicht nur die vom bevorstehenden Untergang erfüllte Grundstimmung. Auch gibt es eine starke Analogie zur Geschichte eines der Charaktere von Watchmen. Zu dieser Piratengeschichte wurden Autor Moore und Zeichner Gibbons vom Song „Seeräuberjenny“ aus der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill inspiriert. Die englische Version des Songs ist im Abspann von Tales Of The Black Freighter zu hören.

Von vorneherein wollte Zack Snyder, Regisseur der Verfilmung von Watchmen, das Comic im Comic im Film beibehalten, entschloss sich aber aufgrund der notwendigen Dramaturgie die Story aus der Kinoversion zu streichen. Tales Of The Black Freighter wurde schließlich als knapp halbstündiger Trickfilm realisiert, wobei Trickfilmer aus Korea die Bilder zeichneten und diese erst in der Nachproduktion per Computer bearbeitet und ergänzt wurden. Es handelt sich hier also um keinen reinen CGI-Animationsfilm. In einer der geplanten Langfassungen auf DVD soll die Piratenstory wie in der Comicvorlage in den Film integriert werden.

Auch wenn man es auf den ersten Blick meinen könnte, so ist Black Freighter kein plumper Horrorstreifen. Der Hauptcharakter, gesprochen von Gerard Butler (Haupdarsteller in Zack Snyders Adaption des Comics 300), verzweifelt vielmehr an den Grauen des Todes, des Krieges und der eigenen grässlichen Existenz. Vor lauter Gier nach Vergeltung verliert er den Realitätssinn. Die Zeichner aus Korea und die Computerspezialisten kleiden diese innerlich komplexe Schauergeschichte in eindrucksvolle, aber schonungslose Bilder. Die gehobene Sprache des Seemanns steht wie in der Vorlage dem zumeist plumpen Slang der Watchmen-Charaktere gegenüber. Für alle Leser der Vorlage, die durch die fragmentarische Einstreuung der Piratenstory im Comic den Erzählfluss vermissten, bietet der Animationsfilm endlich die Möglichkeit, die Handlung an einem Stück zu erleben.

Fazit: Gelungene Adaption des kleinen Piratencomics, in schaurigen Bildern umgesetzt. 7 von 10 Punkten.

Under The Hood
Doku-Fiction/Comic-Adaption USA 2009. 36 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Stephen McHattie, Ted Friend, Carla Gugino, Frank Cassini, Jeffrey Dean Morgan, Matt Frewer, Robb LaBelle u.a. Regie: Eric Matthies. Nach dem Comic Watchmen von Alan Moore & Dave Gibbons.

The Times They Are A-Changing

Am Ende jedes Kapitels von Watchmen bekommt der Leser in Form von fiktiven Zeitungsberichten, Briefen und anderen „Dokumenten“ Hintergrundinformation zu Charakteren und deren Vergangenheit präsentiert. Zu diesen Anhängen gehört auch ein mehrseitiger Auszug aus der natürlich ebenfalls fiktiven Autobiografie Under The Hood von Hollis Mason, dem Mann, der zuerst als maskierter Held Nite Owl gegen das Verbrechen kämpfte. Auch diesen für die Haupthandlung wichtigen Inhalt wollten die Macher der Verfilmung von Watchmen nicht links liegen lassen. Und so entstand die fiktive Dokumentation Under The Hood.

Hollis Mason.

Journalist und Talkmaster Larry Culpeper (Ted Friend) erinnert an eine seiner Shows aus dem Jahre 1975, in der er den ehemaligen kostümierten Helden Hollis Mason alias Nite Owl (Stephen McHattie) zu dessen Autobiografie interviewt. Mason erzählt, wie es dazu kam, dass er zusätzlich zu seinem Dienst als Polizist in New York zum maskierten Vigilanten wurde und wie die erste Generation der organisierten Superhelden, die „Minutemen“, darunter auch The Comedian (Jeffrey Dean Morgan),  zusammenfanden. Außerdem kommen auch die damaligen Weggefährten wie Sally Jupiter (Carla Gugino) oder der ehemalige Verbrecherboss Moloch The Mystic (Matt Frewer) zu Wort. Mason erklärt, wie es dazu kam, dass er sich als maskierter Held zur Ruhe setzte und wie die zweite Generation der Superhelden, die „Watchmen“ das Ruder übernahmen.

Die herrliche Machart im Stil der 1970er und die sehr authentischen Schauspieler von Under The Hood machen es zu einem echten Vergnügen, sich die Hintergrundgeschichten einiger Charaktere aus Watchmen zu Gemüte zu führen. Stephen McHattie, der als Hollis Mason im Kinofilm nur eine kleine Rolle hat, spielt hier glaubwürdig den pensionierten Helden, der ohne Wehmut und Bedauern auf seine Vergangenheit und die seiner Mitstreiter blickt. Auch die Schauspieler, darunter Carla Gugino als Sally Jupiter und Frank Cassini als deren Manager/Ex-Mann, durften in einem gewissen Rahmen bei den Interview-Beiträgen improvisieren. Einfach unglaublich echt wirken auch die vermeintlichen Archivbilder und –aufnahmen der „Minutemen“. Um Watchmen filmisch komplett zu erfassen, ist diese „Dokumentation“ fast unerlässlich.

Fazit: Höchst authentisch wirkende Pseudo-Dokumentation mit tollen Schauspielern und augenzwinkernden Momenten. 9 von 10 Punkten.


Sally Jupiter.

DVD-Features (UK-Import)

Sprache: Englisch (Dolby Digital)
Untertitel: Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch.

Bonusmaterial

Story Within A Story: The Books Of Watchmen (24 Min.)
Watchmen Motion Comic – Episode 1 (26 Min.)

Neben einem sehr informativem Making Of enthält diese, in Deutschland bisher nicht erhältliche DVD, auch die erste Folge von Watchmen Motion Comic, einer zwölfteiligen Serie, in der die Bilder des Comics zum Leben erweckt wurden.

Marius Joa, 13. April 2009. Bilder: Paramount Pictures/Warner Premiere.

Empfehlung
Wem diese DVD gefällt, der sollte sich folgenden Film ansehen…

Watchmen (8/10)

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Rubrik DVD

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