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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 22. September 2019

In Runde zwei nimmt die von Schauspieler/Autor/Regisseur Seth MacFarlane (“Family Guy”) ins Leben gerufene Scifi-Serie “The Orville” einen Kurswechsel in Richtung Ernsthaftigkeit vor. Ob das funktioniert?

 

Womb

Von Marius Joa. Publiziert am 3. Juni 2012

Eine junge Frau lässt ihren zu früh verstorbenen Geliebten klonen, um ihn als eigenes Kind auf die Welt zu bringen. Davon handelt Womb, ein in Deutschland gedrehter Film mit Eva Green.

 

Womb
Drama Deutschland/Frankreich/Ungarn 2010. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 108 Minuten. Kinostart: 7. April 2011.
Mit: Eva Green, Matt Smith, Tristan Christopher, Lesley Manville, Peter Wight, Ruby O. Fee u.v.a. Drehbuch und Regie: Benedek Fliegauf.

 

 

 

Meditativ statt analytisch

Der zehnjährige Tommy (Tristan Christopher) lernt eines Tages die gleichaltrige Rebecca (Ruby O. Fee) kennen, die ihren Großvater an der Nordsee besucht. Kaum haben sich die beiden kennen und mögen gelernt, muss Rebecca abreisen, da sie mit ihrer Mutter nach Tokio zieht. 12 Jahre später kehrt Rebecca (Eva Green) zurück und trifft erneut auf Tommy (Matt Smith). Doch bevor die beiden wirklich zusammenfinden, stirbt er bei einem Autounfall. Um ihren Geliebten zurück zu bekommen, entschließt sich Rebecca, Tommy klonen zu lassen und ihn selbst als Kind aus zu tragen.

Dem Tod von der Schippe springen dank Gentechnik? Den Verlust eines geliebten Menschen durch Klonen ausgleichen? Ein kontroverses Thema hat sich der ungarische Regisseur Benedek „Bence“ Fliegauf für seinen ersten englischsprachigen Film ausgesucht. Eine Frau bringt den Klon ihres zu früh verstorbenen Geliebten zur Welt, um dann zu warten, bis die Kopie wieder das Alter des Originals erreicht hat. Eigentlich der Stoff für eine Tragödie, wie sie die antiken Griechen schon kannten. Doch auch abseits des Oedipus-Komplexes bietet das Thema viele Gestaltungsmöglichkeiten. In Blueprint (2003), der Verfilmung des gleichnamigen Jugendromans, lässt sich die unheilbar erkrankte Konzertpianistin Iris (Franka Potente) klonen, damit ihr Talent der Nachwelt erhalten bleibt. Doch ihre „Tochter“ entwickelt eine eigene Identität.

Anstatt das Thema in all seinen Facetten zu durchleuchten und zu analysieren, konzentriert sich Fliegauf bei seinem Film auf die Stimmung und Atmosphäre. Der Zuschauer wartet mit Rebecca darauf, dass der Klon (wieder) ins richtige Alter kommt. Bis es soweit ist und die Story sich kurz, aber folgenreich zuspitzt, passiert viel und doch wenig. Langsam wächst „Tommy II“ heran, lebt ein unbeschwertes Leben mit seiner Mutter und seinen Freunden. Doch die meiden ihn eines Tages, weil ihre Eltern ihnen den Umgang mit einem „Repli“ verbieten. Dies führt dazu, dass sich Rebecca mit ihrem Sohn in ein Pfahlhaus am Strand zurückzieht, das gleichzeitig Mutterbauch und Schneckenhaus verkörpert.

Neben der starken Symbolik glänzt Womb vor allem durch stimmungsvolle Bilder, träumerisch eingefangen an der deutschen Nordseeküste (u.a. auf Sylt und in St.-Peter-Ording) und das surreale Sounddesign mit Klängen irgendwo zwischen Windheulen, Walgesang und Meeresrauschen. Hauptdarstellerin Eva Green (Casino Royale, Der Goldene Kompass) liefert hier eine leise, aber intensive Performance. An ihrer Seite spielen Matt Smith (der elfte Darsteller des Doctor Who in der gleichnamigen britischen Kultserie) sowie die sehr starken Kinderdarsteller Tristan Christopher und Ruby O. Fee (Löwenzahn – Das Kinoabenteuer).

Fazit: Atmosphärisches und minimalistisches Kunstwerk, meditativ statt analytisch. 7 von 10 Punkten.

 

 

 

 

Marius Joa, 3. Juni 2012. Bilder: Camino Filmverleih.

 

 

 

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