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Von Marius Joa. Publiziert am 22. September 2019

In Runde zwei nimmt die von Schauspieler/Autor/Regisseur Seth MacFarlane (“Family Guy”) ins Leben gerufene Scifi-Serie “The Orville” einen Kurswechsel in Richtung Ernsthaftigkeit vor. Ob das funktioniert?

 

Sag niemals nie

Von Marius Joa. Publiziert am 21. Juni 2008

1983 wiederholte sich das, was bereits 1967 geschehen war: es kamen zwei Bond-Filme ins Kino. Nach dem offiziellen Streifen Octopussy im Sommer, folgte mit Sag niemals nie im Herbst/Winter ein inoffizielles „Remake“ von Feuerball. Marius Joa hat sich den Film angesehen.

Sag niemals nie (Never Say Never Again)
Agentenfilm UK/USA/Deutschland 1983. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 128 Minuten (PAL-DVD). Deutscher Kinostart: 20. Januar 1984.
Mit: Sean Connery, Klaus Maria Brandauer, Kim Basinger, Barbara Carrera, Bernie Casey, Edward Fox, Pamela Salem, Rowan Atkinson, Max von Sydow u.v.a. Regie: Irvin Kershner.

Connery zum Siebten

Geheimdienstchef M (Edward Fox) ist sauer. Schon wieder hat James Bond (Sean Connery) bei einer realistischen Trainingsmission versagt. 007 meint, dass er nur im Ernstfall richtig funktioniert. Doch genauso wie für Doppelnull-Agenten hat M auch kaum Verwendung für die „Q“-Abteilung. Als jedoch von der internationalen Verbrecher-Organisation SPECTRE unter Blofeld (Max von Sydow) zwei Nuklear-Raketen gestohlen werden und die Mächte des Westens erpresst werden, ist Bond doch wieder gefragt. Die Spur führt zum reichen Maximiliano Largo (Klaus-Maria Brandauer), der mit seiner Geliebten Domino (Kim Basinger) auf einer Luxusyacht lebt. Schon bald hat Largo die Gefährlichkeit von 007 erkannt und setzt auf ihn die männermordende Fatima Blush (Barbara Carrera) an.

James Bond und Domino.

Die Geschichte von Sag niemals nie ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Eine Filmkritik im Rahmen der offiziellen 007-Reihe bietet da natürlich die Möglichkeit, der ganze Geschichte in kurzer Form zu erklären. Ende der 50er Jahre wollte Ian Fleming aus seinen Bond-Romanen eine Fernsehserie machen. Gemeinsam mit dem irischen Filmemacher/Autor Kevin McClory und anderen arbeitete Fleming erste Drehbuchentwürfe aus, darunter das zu einer neuen Geschichte namens Feuerball. Als jedoch aus der Serie auch aufgrund eines filmischen Flops von McClory nichts wurde, machte Fleming aus der Story einen Roman, der auch später als vierter Bond-Film adaptiert wurde.

McClory und die anderen beteiligten Autoren klagten gegen Fleming und forderten finanzielle Beteiligung und eine Erwähnung auf dem Buchtitel. Außerdem klagte McClory erfolgreich das Recht ein, frühestens zehn Jahre nach dem Kinofilm Feuerball eine eigene Version des Films zu machen. Weitere Schwierigkeiten führten allerdings dazu, dass es bis 1983 dauert, bis dieser Film endlich in die Kinos kam. Den gewünschten Titel „James Bond Of The Secret Service“ bekam der Film auch nicht und so wurde er nach einem legendär gebrochenen Vorsatz benannt.

Die Geschichte ist folgende: Bereits nach seinem fünften und damals letzten 007-Streifen 1967  kündigte Sean Connery an nie mehr James Bond zu spielen. Diesen Vorsatz brach er 1971 für Diamantenfieber und für den vorliegenden Film, was seine damalige Frau dazu bewegte ihm zu raten „Niemals nie zu sagen“. Was aber ist denn jetzt das Endresultat dieses jahrzehntelangen Hickhacks? Ein solider Agentenfilm, der leider etwas zu unspektakulär geraten ist.

Für alle Bond-Fans, die bisher einen großen Bogen um diesen Film gemacht, sei Entwarnung gegeben. Auch ohne offizielle Insignien (007-Logo, James Bond-Thema, Gunbarrel-Eröffnung) bietet Sag niemals nie die uns gewohnten Bond-Zutaten. Neben der klassischen Bondgirl-Konstellation (eins ist böse, das andere gut) und den Gadgets muss Sean Connery siebter und letzter 007-Einsatz allerdings bei den Actionszenen Federn lassen. Sie sind zwar rasant, aber oft zu kurz um überzeugen zu können. Bestes Beispiel ist die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad, die einfach länger hätte sein müssen.

Schauspielerisch ist der Streifen auch etwas durchwachsen. Während Connery trotz seines leicht fortschrittenen Alters seine gewohnte Bond-Präsenz aufbieten kann, wirkt der österreichische Charakter-Darsteller Klaus Maria Brandauer als Bösewicht recht verschenkt. Filmlegende Max von Sydow ursprünglich tragende Nebenrolle als Blofeld ist nur ein Kurzauftritt. Und Barbara Carrera wirkt als böse Fatima Blush vollkommen überdreht und nichtssagend.

Die Dialoge sind insgesamt als gelungen zu betrachten, vor allem solche, die auf das Alter des Hauptdarstellers anspielen. Für Sean Connery also insgesamt eine würdige Abschiedsvorstellung, wenn auch das gewohnte Bond-Feeling sich nicht so recht einstellen will.

Im Vergleich zu Feuerball bietet Sag niemals nie in Grundzügen die gleiche Story mit leichten Änderungen vor allem bei den Charakteren. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Remake auch nicht einmal annähernd so unterwasserlastig. Angeblich soll die neuere Filmversion mehr Nähe zur originalen Story von Ian Fleming und seinen Co-Autoren besitzen.      

Fazit: Sehenswerter, inoffizieller Bond-Film, der die gängigen Zutaten bietet, aber insgesamt kommt kaum echtes Bond-Feeling auf. 7 von 10 Punkten.


Largo.

Fatima Blush.

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch (alle Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch; Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial
Kino-Trailer

Marius Joa, 21. Juni 2008. Bilder: MGM/United Artists.

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Rubrik James Bond

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