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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 17. Juni 2018

Während die Avengers & Co im Kino für Furore sorgen, kämpfen die “Agents Of S.H.I.E.L.D.” auf dem kleinen Bildschirm gegen die immer noch mächtige Schattenorganisation HYDRA…

 

Alvin und die Chipmunks

Von Marius Joa. Publiziert am 12. Januar 2008

Drei Nagetiere als coole Musiker? Das gab’s bereits in den 60ern und 80ern im US-Fernsehen. Nun erobern die Chipmunks auch die Kinoleinwand. Marius Joa war im Kino.

Alvin und die Chipmunks – Der Kinofilm (Alvin And The Chipmunks)
Musikkomödie USA 2007. FSK: Ohne Altersbeschränkung. 91 Minuten.
Mit: Jason Lee, David Cross, Cameron Richardson, Don Tiffany, Jane Lynch, Shang Forbes u.v.a. Regie: Tim Hill. Nach Charakteren von Ross Bagdasarian.

Harmlose Komödie

Dave Seville (Jason Lee), erster Beruf: Werbefachmann, versucht eine Karriere als Songschreiber. Doch seine Songs kommen bei seinem alten Studienkollegen, dem schmierigen Plattenboss Ian Hawk (David Cross) nicht an. Da trifft er auf drei sprechende und vor allem singende Streifenhörnchen (zu englisch: Chipmunks), die sein Haus und sein Leben gehörig auf den Kopf stellen. Die drei Brüder namens Alvin, Simon und Theodore wurden samt ihrem heimatlichen Nadelbaum nach Los Angeles verfrachtet. Nun wollen sie bei Dave ein neues Zuhause finden. Der ist anfangs gar nicht begeistert, denn die Chipmunks haben allerlei Unsinn im Kopf. Doch dann erkennt Dave, welches musikalische Talent in den drei steckt und studiert mit ihnen Songs ein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten springt Plattenboss Ian voll auf die Musik ab und der Erfolg scheint grenzenlos. Doch Ian will die Chipmunks von Dave entfremden und überschwemmt sie mit Reichtum und Luxus.

Simon, Alvin und Theodore (v. links).

Bei Experimenten mit einem Tonbandgerät entdeckte der bis dato erfolglose, aus Armenien stammende US-Musiker Ross Bagdasarian 1958 (1919-1972) etwas komplett Neues. Indem er seinen Song Witch Doctor mit halber Geschwindigkeit aufnahm, wurde aus seiner Stimme ein Fiepen. Zu diesen Lauten erfand er schließlich die drei Streifenhörnchen Alvin, Simon und Theodore, die als „Alvin And The Chipmunks“ im Laufe der Jahre Millionen von Platten verkauften und zu Stars zweier Zeichentrickserien (1961-62 und 1983-1991) avancierten, wobei hierzulande nur letztere ausgestrahlt wurde. Am 70 Millionen Dollar teuren Kinoauftritt der Chipmunks war der Sohn Bagdasarians (der den gleichen Namen trägt) als einer der Produzenten beteiligt.

Der ein oder andere zwischen 20 und 30 wird sich sicher noch an die zweite Zeichentrickserie erinnern, die auf Tele 5 und RTL 2 lief. Die Story wurde jedenfalls nur geringfügig an das 21. Jahrhundert angepasst, wie auch die beiden Chipmunks-Hits The Chipmunks Song (Christmas Don’t Be Late) und Witch Doctor. Und Dave hat natürlich auch ein „Love Interest“, seine „Ex-Balzpartnerin“ Claire (Cameron Richardson). Die Rollen der drei Streifenhörnchen sind klar verteilt: Alvin ist der Coole, Simon der kurzsichtige Schlaukopf und Theodore das verfressene aber liebenswert-tollpatschige Pummelchen. Es bleibt allerdings wenig Zeit, die Charaktere wirklich gut herauszuarbeiten. Und das ist nicht die einzige Schwäche des Films.

Alvin und die Chipmunks – Der Kinofilm ist eine nette, aber harmlose Komödie, die nicht wirklich etwas Neues bringt. Für die kleinen Zuschauer als Zielgruppe des Films dürfte das aber kein Problem sein. Denn die einfach strukturierte Story mit gelegentlichen Comedy-Einlagen tut keinem so richtig weh, ist aber insgesamt wenig spannend. Der erwachsene Zuschauer wird weniger über die eher kindlichen Witze lachen, als sich vielmehr über die Neuinterpretationen bekannter Songs wie Only You oder Funky Town amüsieren. Denn die Musik ist auch das Beste am Film. Da kann man auch drüber hinwegsehen, dass der Chipmunk-Song ein konsumfrönendes „Weihnachtslied“ ist.

Die Chipmunks entstanden, wie heutzutage im Kino üblich, komplett am Computer. Sie sehen zwar aus wie Zeichentrickfiguren, sind jedoch gut animiert und fast perfekt in die Umgebung eingefügt. Sicherlich war es hilfreich, dass einige der Animatoren von Ratatouille am Werk waren.

Der Film unterhält vor allem das junge Publikum, schafft es aber in der vergleichsweise kurzen Zeit von 90 Minuten nicht sich auf eine Richtung festzulegen. So bleibt am Ende eine etwas oberflächliche Komödie, irgendwo zwischen Musikfilm, Familienkomödie und leichten Anklängen an eine Satire über die Musikindustrie.

Fazit: Harmlose Komödie, die fast ausschließlich die kleinen Zuschauer unterhält und den Großen nur ein paar lustige Song-Interpretationen bietet. 5 von 10 Punkten.


Die Chipmunks auf der Bühne.

Ärger mit Dave.

Ian, der schmierige Plattenboss.
Marius Joa, 12. Januar 2008. Bilder: Fox.

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