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Von Marius Joa. Publiziert am 20. Oktober 2018

Rudolph Moshammer (1940-2005) war nicht nur ein exzentrischer Modedesigner, sondern auch eine schillernde Figur der Münchner Schickeria. Der für seine diversen “Tatort”-Folgen bekannte Alexander Adolph inszenierte mit dem Fernsehfilm “Der große Rudolph” eine augenzwinkernde Hommage.

 

Bad Santa

Von Johannes Michel. Publiziert am 12. Dezember 2004

Komödie, USA 2003; 92 Minuten.
Mit: Billy Bob Thornton, Tony Cox, Lauren Graham, Brett Kelly, Lauren Tom, Bernie Mac, John Ritter, Ajay Naidu, Alex Borstein, Tom McGowan, Cloris Leachman. Regie: Terry Zwigoff

Das hat Weihnachten nicht verdient: Willie T. Stokes (BILLY BOB THORNTON) ist der verdorbenste Weihnachtsmann, den man sich vorstellen kann. Dieser Santa säuft, er flucht, er hurt herum. Er kommt regelmäßig zu spät, er beschimpft die Kinder, die sich zu ihm auf den Schoß setzen. Doch damit nicht genug: Obendrein nutzt Willie seine alljährliche Anstellung als Kaufhaus-Weihnachtsmann Tarnung, um mit seinem Kompagnon, dem kleinwüchsigen, aber nicht minder unflätigen Marcus (TONY COX), am Heiligen Abend nach getaner Arbeit den Safe des Kaufhauses zu knacken und sich mit der Beute aus dem Staub zu machen. Doch in diesem Jahr wird sich alles ändern: Denn diesmal haben es Willie und Marcus nicht nur mit einem argwöhnischen Einkaufszentrum-Manager (JOHN RITTER) und einem verschlagenen Kaufhausdetektiv (BERNIE MAC) zu tun, sondern auch mit dem sexy Santa-Fan Sue (LAUREN GRAHAM) und einem unschuldigen Jungen (BRETT KELLY), der einfach nicht aufhören will, an Santa zu glauben, auch wenn der ganz ganz schlimme Dinge tut.

Auf einen derartigen Film haben Kinofans lange warten müssen. Freilich, es gab sicher schon zuvor einige bitterböse Weihnachtsfilme. “Bad Santa” bietet aber noch nie da Gewesenes. Verdeutlichen lässt sich dies mit einem Zitat aus dem Film: „Dieser Weihnachtsmann ist nicht wie alle anderen. Dieser Weihnachtsmann raucht, säuft und hat Sex!“ Und genauso ist es im Endeffekt auch – ein Film, der jede kindliche Vorstellung von Weihnachten binnen Sekunden zu Nichte machen könnte.

Köstlich sind schon allein die Szenen, die Weihnachtsmann Willie in seinem Kostüm im Kaufhaus sitzend zeigen. Es kommen die Kinder, um ihm ihre Geschenkwünsche vorzutragen; Willie reagiert darauf allerdings mehr als pissig und schickt die Kinder mit Worten wie „toll“ oder „das ist ja was ganz Neues“ oder auch einfach „hau ab!“ schleunigst weg. Das geht so lange gut, bis ein kleiner dicklicher Junge auftaucht, der Willie´s Leben vollständig durcheinander wirbeln wird. Als Willie nach Geschäftsschluss wieder einmal völlig betrunken auf dem Parkplatz des Kaufhauses auf- und abwankt und von einem Mann angepöbelt wird, geht der kleine Junge dazwischen und fordert den Angreifer auf: „Lass den Weihnachtsmann in Ruhe!“ Von diesem Zeitpunkt an wird Willie den Jungen nicht mehr los.

Alles beginnt damit, dass er ihn nach Hause fährt. Dort angekommen bemerkt er, dass außer dem kleinen Jungen und seiner vergreisten Großmutter keiner mehr in der riesigen Villa wohnt. Folge: Willie betritt das Haus, fragt den Jungen: „Und sonst wohnt hier wirklich niemand?“ und setzt in diesem Moment schon seine Schlitzmaske auf, um mit dem Ausrauben der Villa zu beginnen. Dazu kommt es aber nicht, da Willie sich gerade noch beherrschen kann. Die Einladung des Jungen, vorübergehend Einzuziehen, nimmt er dann gerne an.

Die besten Szenen sind in der Mitte des Films angesiedelt, als Willie – betrunken wie immer – zur Arbeit kommt, nichts checkt und vor den wartenden Kindern seinen Arbeitsplatz zerstört: Er schlägt auf die Dekotiere (Elch & Co.) ein, wirft mit seiner Schnapsflasche und sorgt somit für Tränenausbrüche bei den Kindern. Der Zuschauer im Kino findet´s natürlich zum kaputtlachen.

Fazit: “Bad Santa” nimmt den Weihnachtsrummel, der in den USA noch übertriebener ist als hierzulande, gekonnt auf die Schippe. Zyniker werden diesen Film daher lieben. Für alle anderen: Lachen muss sein und so schlimm ist´s dann auch wieder nicht. 8 von 10 Punkten.

Johannes Michel, 12. Dezember 2004; Inhaltszusammenfassung: Columbia Tristar

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