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Von Marius Joa. Publiziert am 18. August 2019

Nachdem ihr Auto liegen geblieben ist sucht ein junges Paar Zuflucht in einem geheimnisvollen Schloss, in dem schräge Gestalten hausen. Vorhang auf für “The Rocky Horror Picture Show”!

 

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Von Marius Joa. Publiziert am 6. Oktober 2003

Comicverfilmung USA/Großbritannien/Tschechien/Deutschland 2003. Regie: Stephen Norrington. Musik: Trevor Jones. 110 Minuten. FSK ab 12.
Darsteller: Sean Connery, Shane West, Peta Wilson, Naseruddin Shah, Stuart Townsend, Tony Curran, Jason Flemyng, u.v.a.

Anno 1899: Die Welt steht vor einem Weltkrieg, da die einzelnen Nationen untereinander um die Wette rüsten. Diese Situation macht sich der größenwahnsinnige Bösewicht „Phantom“ zunutze, um seine hochmodernen Waffen wie Maschinenpistolen und Panzer zu verkaufen. Die Regierung ihrer Majestät beauftragt Abenteurer Allan Quatermain (aus dem Buch von H. Rider Haggard), eine Liga von außergewöhnlichen Gentlemen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten anzuführen. Und – oh Wunder – dieser Liga gehören noch andere berühmte literarische Figuren an: die Vampirin Mina Harker (aus Bram Stokers „Dracula“), Captain Nemo (aus Jules Vernes „20 000 Meilen unter dem Meer“), der unsterbliche Dorian Gray (aus Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“), der unsichtbare Rodney Skinner (aus H. G. Wells’ „Der Unsichtbare“), der Wissenschaftler Dr. Jekyll und sein Alter Ego Mr. Hyde (aus R. L. Stevensons „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“) sowie der Agent Tom Sawyer (aus Mark Twains „Die Abenteuer von Tom Sawyer“). Gemeinsam muss der bunt zusammen gewürfelte Haufen verhindern, dass das Phantom eine wichtige internationale Konferenz in Venedig in die Luft jagt. In Nemos gigantischem U-Boot Nautilus machen sich die Sieben auf den Weg…

Ein Team aus weltbekannten Romanfiguren? Die Idee ist interessant, doch haben sie sich die Filmemacher um „Blade“-Regisseur Stephen Norrington nicht selbst ausgedacht. „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ basiert auf Comics von Alan Moore und Kevin O’Neill. Um dem amerikanischen Kinopublikum eine Identifikationsfigur zu bieten, wurde Tom Sawyer eingebaut. Gebracht hat es aber im Prinzip nichts, denn der Film war in den USA nicht besonders erfolgreich. Etwas verwunderlich, denn es gab schon weit schlechtere Comicverfilmungen, die wesentlich mehr einspielten. Natürlich gibt es auch hier wieder neben historischen Fehlern über die technischen Errungenschaften des Jahres 1899, die klassischen Logikfehler. Wie kann die gewaltige Nautilus sowohl in den Londoner Hafen als auch in die Kanäle von Venedig passen? Wie kann Vampirin Mina Harker die Sonne aushalten? Außerdem schlägt die Story einige Kapriolen und der Bösewicht ist wie gewohnt überzeichnet. Die Charaktere haben nicht mehr viel mit ihren literarischen Vorbildern gemein, z.B. führen Dr. Jekyll und Mr. Hyde eine Zwei-Seelen-in-einer-Brust-Beziehung, die schon fast harmonisch wirkt. Der verwandelte Mr. Hyde sieht aus wie eine lachhafte Mischung aus Hulk und Höhlentroll. Es gibt also mehrere Gründe, sich dieses Potpourri der Weltliteratur nicht anzusehen. Wer’s trotzdem tut und keinen großen Tiefgang erwartet, der wird durch die rasant geschnittenen Kampfszenen, die gewaltige Portion Action, gute Spezialeffekte und die teils zündenden Dialoge mit Anspielungen auf die einzelnen Romane ganz passabel unterhalten. Sean Connery und Stuart Townsend bewegen sich sogar knapp über dem Schauspielerniveau solcher Streifen.

Fazit: Rasantes Popcornkino mit viel Action, das zu unterhalten vermag. 6/10.

Marius Joa, 06.10.2003

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Rubrik Kino

2 Antworten zu “Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen”

Johannes Michel Johannes Michel

Das „Phantom” bedroht die Welt: Gut gemachtes Actionkino weiß durchaus zu unterhalten

In einer Zeit, in der ein Gentleman an sich schon außergewöhnlich ist, sind außergewöhnliche Gentlemen eine noch größere Rarität. „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ bilden sieben literarische Helden, die jeder für sich in der Welt der Bücher Berühmtheit erlangten und nun gemeinsam vor ihrer größten Aufgabe stehen: der Rettung der Welt.
1899, an der Wende zum 20. Jahrhundert, wirft die Ära der Maschinen bereits große Schatten voraus. In guten Händen fasziniert die technische Revolution, in bösen aber terrorisiert sie. Eine finstere, monströs maskierte Gestalt, genannt „Das Phantom“, schürt durch gezielte, perfekt realisierte Überfälle und Sabotageaktionen den Hass unter den Nationen.
Und hier tritt die „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ auf den Plan. Sean Connery führt als Allan Quatermain das vom britischen Geheimdienst zusammengestellte Team an. Dazu gehören einige nicht weniger bekannte Figuren aus der Literatur: Kapitän Nemo, Mina Harker, Rodney Skinner, Dorian Gray, Tom Sawyer und Dr. Henry Jekyll/Mr. Edward Hyde.
Für den Zuschauer bietet sich ein Actionspektakel erster Klasse. Explosionen, tolle Schnitte und gut gemachte Spezialeffekte. Daher ist „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ auch nicht mehr als ein Popcornfilm zur Unterhaltung, aber dafür ein guter. Als besonders gelungen ist die letzte halbe Stunde des Films zu betrachten. Das Finale in einem vom Schnee bedeckten Schloss, die riesigen Maschinen zur Produktion von Kriegsgeräten – die übrigens sehr an „Herr der Ringe“ erinnern – und Mina Harker als eine verschmähte Frau, was kann er Kinobesucher mehr erwarten.
Aber bei vielen positiven Aspekten sollten auch die negativen nicht vergessen werden. Für die Schauspieler bietet der Film wenig Entwicklungs- und Entfaltungspotenzial. Sie spielen routiniert ihre Rolle, mehr aber auch nicht. Sean Connery zeigte sich nach Drehschluss nicht gerade begeistert vom Erreichten. Er hätte sich nach eigener Aussage gerne mehr eingebracht, was teilweise zu offenen Streitigkeiten mit Regisseur Stephen Norrington geführt haben soll.
Auch wenn es sich bei der „Liga“ um eine Comicverfilmung handelt, fehlen etwas gelungenere Anspielungen auf die dahinter stehenden literarischen Figuren. Und wer den bekannten Film „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ kennt, wird von der Umsetzung dieser „beiden Personen in einer“ enttäuscht sein.

Fazit: Ein gelungener unterhaltender Actionfilm, der einen Kinobesuch auf jeden Fall lohnt. Zu hoch sollten die Erwartungen aber nicht gesteckt werden.

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