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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

King Kong

Von Johannes Michel. Publiziert am 18. Dezember 2005

Fantasyfilm, Neuseeland/USA 2005. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 187 Minuten.
Mit: Naomi Watts, Jack Black, Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Colin Hanks, Jamie Bell, Kyle Chandler, Andy Serkis u.a. Regie: Peter Jackson.

Es war die Schönheit, die das Biest tötete

New York in den 1930er Jahren. Es ist die Zeit der großen Depression, Theater schließen und auch für das neue Medium Film ist nicht übermäßig Geld vorhanden. Dennoch beschließt der fanatische Filmemacher Carl Denham (Jack Black), mit seinem Filmteam die bisher unerforschte Insel Skull Island zu erkunden. Er ist zum Erfolg verdammt, denn seine Investoren wollen, nach Sichtung des enttäuschenden Rohmaterials, Erfolge sehen.
Nachdem ihm seine Hauptdarstellerin abgesagt hat, engagiert er auf der Straße die arbeitslose Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts). Wenige Stunden später geht die Reise per Schiff los. Starautor Jack Driscoll (Adrien Brody) ist ebenfalls mit an Bord, allerdings eher gezwungenermaßen, da Carl sich absichtlich mit ihm verplaudert, als das Schiff ablegt. So schreibt er auf der Reise das Drehbuch.
Auf der Insel angekommen, wird Ann Darrow von Eingeborenen entführt. Sie wollen Ann dem Herrn der Insel, King Kong, als Opfer darbringen. Dieser hat es aber so gar nicht auf sie abgesehen, zumindest nicht als Opfergabe …

Ann Darrow (Naomi Watts) über New York.

Im Alter von neun Jahren beschloss Peter Jackson, Filmemacher zu werden. Und das, nachdem er zum ersten Mal die ursprüngliche Version von “King Kong” aus dem Jahr 1933 gesehen hatte. Somit hat Jackson zu diesem Stoff eine besondere Verbindung. Mit einem Budget von 207 Millionen Dollar erhielt er nach seinen Erfolgen mit der “Herr der Ringe“-Trilogie die Chance, seinen Traum zu verwirklichen.

Und er verwirklicht ihn. “King Kong” gehört zu den Filmen 2005, die wirklich Geld in die Kassen der Kinobetreiber fließen lassen. Ein ordentlicher Trost nach einem insgesamt verkorksten Jahr.

Mit der Rollenbesetzung gelang Jackson einmal mehr ein Glücksgriff. Naomi Watts (“The Ring“, “Ring 2“) als Ann Darrow geht vollständig in ihrer Rolle auf. Den durchgeknallten Regisseur Carl Denham hätte man nicht besser als mit Jack Black (“School of Rock”) besetzen können. Und auch Thomas Kretschmann überzeugt in seiner Rolle als Schiffskapitän Englehorn, den während der Fahrt Zweifel packen, ob er sich auf dieses Unternehmen wirklich hätte einlassen sollen.

Alle Schauspieler werden aber natürlich von King Kong selbst in den Schatten gestellt. Noch nie wirkte der Riesenaffe derart real und „menschlich“. Die Tricktechniker von WETA, die auch schon bei “Herr der Ringe” mitwirkten, haben ganze Arbeit geleistet – sowohl bei King Kong selbst als auch bei den Dinosauriern auf Skull Island sowie diversen weiteren Effekten und natürlich der Stadt New York in den 1930ern.

Selten wirkte ein Film so rund und durchdacht wie “King Kong”. Dennoch leistet auch er sich Schwächen. Die Zuschauer müssen 187 Minuten durchhalten, was im Mittelteil des Films etwas schwer fällt – genau hier liegen die Schwächen. Einige Inselszenen hätte sich Jackson sparen können oder abkürzen müssen. Für die weitere Entwicklung der Story sind sie überflüssig und sie haben nichts mit King Kong zu tun.

Fazit: Peter Jackson liefert einen runden, nahezu perfekten Film ab, der zum Nachdenken und natürlich zum Vergleichen mit der 1933er-Version anregt. Der Film ist auf jeden Fall Pflichtprogramm für jeden Kinofan. Auch, wenn er schon aufgrund dessen, dass es sich um eine “King Kong”-Verfilmung handelt, in die Filmgeschichte eingehen wird, gibt’s „nur“ 9 von 10 Punkten.


Carl Denham (Jack Black) will mit dem Riesenaffen Millionen verdienen.

King Kong in seinem Element.

Auch ein Deutscher ist mit von der Partie: Thomas Kretschmann als Schiffskapitän.
Johannes Michel, 18. Dezember 2005

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Rubrik Kino

3 Antworten zu “King Kong”

Marius Joa Marius Joa

Eine zweite Meinung zu King Kong von Marius Joa:

Im Jahr 1933 ist New York nach dem Börsencrash und der daraus resultierenden Weltwirschaftskrise am Boden. Theater müssen schließen und so verliert auch die hübsche Schauspielerin Ann Darrow ihren Job. Wie es der Zufall so will, trifft sie auf den verrückten Filmemacher Carl Denham, der auf der bisher unentdeckten Insel Skull Island seinen neuen Film drehen will. Ann willigt ein und schon am gleichen Abend legt das Schiff unter dem Kommando von Captain Englehorn mit Denham, Drehbuchautor Jack Driscoll, Schauspieler Baxter und der übrigen Filmcrew ab. Auf der geheimnisvollen Insel angekommen, werden sie von Eingeboren angegriffen, die schließlich Ann gefangen nehmen, um sie dem König des Dschungels, dem Riesengorilla Kong zu opfern. Eine verzweifelte Rettungsmission wird gestartet, die es nicht nur mit Kong selbst zu tun bekommt …

Als Neunjähriger sah Peter Jackson King Kong und die weiße Frau, den Urstreifen von 1933, und beschloss daraufhin, Filmemacher zu werden. Nachdem er mit der Herr der Ringe-Trilogie erreichte, was er wohl nie zu träumen gewagt hätte, widmete sich Jackson nun endlich seinem Kindheitstraum und brachte mit diesem 207 Millionen Dollar teuren Blockbuster die Geschichte des großen Affen neu auf die Leinwand. Die Geschichte lehnte er fast vollkommen an den Film von 1933 an. Fay Wray, die 1933 Ann Darrow verkörpert hatte, sollte eine kleine Rolle spielen und die legendären letzten Worte sprechen, doch sie verstarb im August 2004 im Alter von 96 Jahren. Eine Hommage an Wray wurde jedoch eingebaut.
Auf jeden Fall ist der Film einer der Blockbuster des Jahres 2005 und dürfte an der Kinokasse nicht zu kurz kommen. Jackson schickt eine exzellente Besetzung ins Rennen vor dem Riesenaffen. Naomi Watts überzeugt als Schauspielerin Ann Darrow, die von Kong verschleppt wird, vor allem dadurch, dass sie nicht den reinen Schreihals verkörpert, sondern in vielen Szenen keinen Dialog zu sprechen hat, dafür aber viel Mimik verwendet. Oscar-Preisträger Adrien Brody spielt den verträumten Drehbuchautoren Jack Driscoll, der sich in Ann verliebt und verzweifelt den Helden spielen muss. Jack Black, der bisher nur in komischen Rollen zu sehen war, brilliert als verrückter Filmemacher Carl Denham, der im Lauf der Geschichte immer wahnsinniger und grotesker wird. Diese Figur spiegelt zum einen den filmischen Pioniergeist wieder, der sicher auch Jackson das ein oder andere Mal getrieben hat, zum anderen den Typ des größenwahnsinnigen und vor allem geldgeilen Mega-Produzenten. Die übrigen Darsteller überzeugen ebenfalls, darunter Thomas Kretschmann als Schiffkapitän Englehorn und Kyle Chandler als selbstverliebter Filmstar Bruce Baxter.

Dem Filmteam gelang es eindrucksvoll das New York der dreißiger Jahre wieder zum Leben zu erwecken. Hier haben das Effekte-Team sowie Kostümdesigner und Ausstatter ganze Arbeit geleistet. Die visuellen Glanzlichter sind sicherlich die Szenen mit Kong selbst, die vom oscarprämierten Team von WETA animiert wurden. Kaum wirkte eine digitale Figur bisher so authentisch. Andy Serkis lieh dem Riesenaffen, wie er es für Gollum bei Herr der Ringe getan hatte, Mimik und Bewegungsabläuf. Außerdem spielt er den Schiffskoch Lumpy, eine auflockernde, komische Nebenrolle. Denn der Humor darf bei allem Trubel natürlich auch nicht zu kurz kommen.
Alles in allem könnte King Kong der Film des Jahres sein. Doch leider ist er dies wegen ein paar Schwächen nicht. Sind die Effekte um Kong selbst nahezu perfekt, so lassen sie in anderen Szenen doch etwas zu wünschen übrig. So ist in einigen Szenen recht deutlich zu erkennen, dass sie vor Blue-Screen gefilmt wurden, z.B. in der Szene, in der Carl und Bruce die pflanzenfressenden Dinosaurier bestaunen. Außerdem ist der Film mit über drei Stunden etwas zu lang. Das liegt daran, das vor allem im Mittelteil zuviele Monster allerlei Art auftauchen, um die Mitglieder des Rettungsteams aufzufressen. Je mehr verschiedene Monster auftauchen, desto lächerlicher und ekliger wirkt die Szenerie. Peter Jackson ist im tiefsten Inneren wohl ein Horror-Regisseur mit Hang zu übertriebenen Splattereffekten geblieben.

Fazit: Beeindruckender und unterhaltsamer Blockbuster mit Qualitätsgefälle bei den unzähligen Spezialeffekten und übertriebenem Monster-Overkill. Deswegen auch nur 7 von 10 Riesengorillas.

Marius Joa, 29.12.2005.

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