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Von Marius Joa. Publiziert am 11. August 2018

Einsame Instagram-Stalkerin schleicht sich in das Leben ihres neuen Opfers, einer hippen Influencerin aus Kalifornien, ein. Doch wie lange hält die “Freundschaft”? Alle Nebenscreens aus, denn hier kommt “Ingrid Goes West” mit Aubrey Plaza!

 

Königreich der Himmel

Von Johannes Michel. Publiziert am 21. Mai 2005

Historiendrama, USA/UK/Spanien 2005. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 145 Minuten.
Mit: Orlando Bloom, Eva Green, Liam Neeson, Jeremy Irons, Edward Norton, Marton Csokas, Ulrich Thomsen, Kevin McKidd, Brendan Gleeson, Michael Fitzgerald, Jon Finch u.v.a. Regie: Ridley Scott

Der Film spielt zur Zeit der Kreuzzüge am Ende des 12. Jahrhunderts, als europäische Kreuzritter die christliche Vorherrschaft in Jerusalem verteidigen und Krieg und Frieden jeden Tag auf Messers Schneide stehen.
„Königreich der Himmel“ ist die Geschichte von Balian (Orlando Bloom), einem jungen Schmied aus der französischen Provinz, der sich – widerwillig zunächst – auf eine lange, gefahrvolle Reise ins Heilige Land begibt und dabei in die Fußstapfen seines Vaters (Liam Neeson) tritt, einem kampferprobten und politisch weise gewordenen Kreuzritter, der sein Lebenswerk und seine Friedensvision an einen Erben übergeben will. Als Fremder in einem fremden Land dient Balian einem todgeweihten, von Intriganten umgebenen König, er findet in einer geheimnisvollen, verbotenen Prinzessin seine große Liebe (Eva Green), und in den großen Schlachten um Jerusalem, in denen die Idee des friedlichen Miteinanders der Religionen unterzugehen droht, wächst er zu einem der ehrbarsten und mutigsten Ritter seiner Zeit.

Soweit, ganz allgemein gehalten, die Story. Der Film startet in Frankreich und zeigt Balian als einen vom Schicksal gezeichneten Mann, der in der Dorfgemeinschaft aufgrund des Selbstmords seiner Frau jegliches Ansehen verloren hat. Erst als er aus Frust und Wut den Dorfpriester ermordet, entscheidet er sich, seinem Vater nachzufolgen – den er übrigens erst einige Stunden zuvor kennen gelernt hat –, um vielleicht im Heiligen Land Vergebung für seine Sünden zu finden. Die Figur des Balian wird von Orlando Bloom glaubwürdig und insgesamt sehr überzeugend dargestellt. So langsam scheint sich der Hollywood-Schönling wirklich zu einem ernstzunehmenden Schauspieler zu entwickeln, bisher allerdings nur im Bereich des Historien- und Fantasyfilms („Herr der Ringe“, „Troja“).

Wer harte Schlachten liebt und auf übertrieben in die Länge gezogene Liebesgeschichten verzichten kann, den wird „Königreich der Himmel“ begeistern. Die Altersfreigabe ab zwölf Jahren ist nicht unbedingt zu unterstützen, da die Schlachten sehr blutig ausfallen und die Leichenberge nur mit denen der NS-Zeit zu vergleichen sind. Niemals zuvor zeigte ein Film diese „Folgen eines Krieges“ in derartiger Deutlichkeit.

Bis Balian im Heiligen Land ankommt und schließlich zum wirklichen Ritter wird, vergeht etwa die erste Hälfte des Films, die sich aber insgesamt zu viel Zeit nimmt. Diese Geschichte hätte man auch abkürzen können. Weitere Negativaspekte gibt es kaum, allerdings – wie auch schon bei „Troja“ – wird einigen Kinogängern die Filmmusik nach einiger Zeit stark auf die Nerven gehen. Sie ist zwar insgesamt passend – besonders an den entscheidenden Stellen des Films –, wiederholt sich allerdings immer wieder. Hier hätten die Macher für etwas mehr Abwechslung und Vielfalt sorgen müssen.

„Königreich der Himmel“ schwimmt mit auf einer Welle der Renaissance des Historenkinos und kann innerhalb dieses Genres überzeugen. Dennoch: der Zuschauer sieht gut gemachtes Actionkino mit einigen Schwächen im Detail. Die schauspielerische Leistung ist als sehr gut zu bezeichnen.

Fazit: Ein Film, der in einiger Zeit sicher viele DVD-Sammlungen ergänzen wird. Für weich gesottene Kinogänger allerdings nicht unbedingt empfehlenswert. 7 von 10 Punkten.


Bis zu seinem Tod auf dem Thron: ein an Lepra erkrankter König.

Eva Green und Orlando Bloom.
Johannes Michel, 21. Mai 2005. Inhaltszusammenfassung: Fox.

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Rubrik Kino

5 Antworten zu “Königreich der Himmel”

Marius Joa Marius Joa

Eine zweite Filmkritik zu “Königreich der Himmel” von unserem Redakteur Marius Joa:

Frankreich, 12. Jahrhundert: Der junge französische Dorfschmied Balian erfährt von Kreuzritter Godfrey von Ibelin, dass dieser sein Vater ist. Nachdem Balian einen Priester getötet hat, der Balians Frau, die sich wegen des Todes ihres Kindes das Leben nahm, als Sünderin gebrandmarkt hat, folgt er seinem Vater gen Jerusalem, um im Heiligen Land Vergebung zu finden. Godfrey schlägt seinen Sohn schließlich zum Ritter. Am Hofe von Jerusalem erlebt Balian mit, wie der von Lepra zerfressene, sein Gesicht hinter einer Maske verbergende, König Balduin IV und sein Statthalter Tiberias verzweifelt versuchen, den zerbröckelnden Frieden zwischen Christen und Muslimen aufrecht zu erhalten. Die Templer unter Guy de Lusignan, dem Schwager des Königs, und Reynard de Chatillon provozieren durch ihr wahlloses Abschlachten von Sarazenen den Krieg. Die Hoffnung des Königs ruhen nun auf dem jungen Balian. Kann er Jerusalem gegen die Übermacht der Sarazenen verteidigen?

Große Schlachten und Historienfilme sind anscheinend ein beliebtes Genre von Regisseur Ridley Scott, der mit Königreich der Himmel nach 1492 und Gladiator einen weiteren Historienschinken auf die Zuschauer loslässt. Gedreht wurde das 130-Millionen-Dollar-Projekt in Marokko und Spanien. Der Prinz von Marokko stellte sogar Soldaten als Statisten für die gewaltigen Schlachtszenen zur Verfügung.
Der Film ist bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt, von den beiden Jungstars Orlando Bloom und Eva Green über Liam Neeson, Edward Norton, Jeremy Irons, Brendan Gleeson (Troja), Alexander Siddig (Star Trek: Deep Space Nine), David Thewlis (Harry Potter III) und Marton Csokas (Der Herr der Ringe). Orlando Bloom überzeugt in der Rolle des Balian, steht aber aufgrund seiner Rolle, die keine große Entwicklung zulässt, etwas im Schatten der Nebendarsteller. Vor allem Ghassan Massoud als Saladin, Jeremy Irons als Tiberias und der hinter einer Maske verborgene Edward Norton als König Balduin zeigen mehr Präsenz. Marton Csokas als Guy de Lusignan und Brendan Gleeson als Reynald de Chatillon wirken eher wie plumpe Filmbösewichter.
Die „Liebesgeschichte“ zwischen Balian und Prinzessin Sybilla (Eva Green) könnte emotionsloser nicht sein und ist neben dem animalischen Miteinander von Arthur und Guinevere aus King Arthur ein heißer Mitbewerber auf den Titel der schwächsten Lovestory in einem Film der letzten Jahre.
Die etwas klischeebeladene Story von Balian (Junger aufstrebender einfacher Held erobert das Herz einer Prinzessin und wird Günstling des Königs), die lose auf geschichtlichen Ereignissen beruht wird auch dadurch teilweise etwas überhastet, dass der Film fürs Kino auf 145 Minuten heruntergekürzt wurde. Ridley Scott kündigte bereits an, dass er einen ca. drei Stunden langen Director’s Cut auf DVD herausbringen werde. Bleibt zu hoffen, dass in dieser Fassung die in der Kinofassung fast vollkommen fehlende Charakterentwicklung Balians enthalten sein wird.
Die gewaltigen und realistisch-harten Kampfszenen beeindrucken und schockieren zugleich. Wegen dieser Szenen ist die FSK-Freigabe ab 12 Jahren auch absolut nicht nachvollziehbar. Es scheint, dass sich die FSK, was Gewaltszenen betrifft, den von Doppelmoral geprägten Freigabe-Standards der USA anpasst.
Auf jeden Fall überzeugt der Film durch eine grandiose Optik mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen und riesigen Massenszenen sowie teuren Kulissen und Kostümen. Auf eine klassischen Gut-Böse-Aufspaltung weitesgehend verzichtet, zudem wirbt der Film für Toleranz zwischen den Gläubigen, da die Muslime vor allem in Gestalt des Saladin sehr positiv dargestellt werden.
Dass das ersehnte „Königreich der Himmel“, ein Ort, an dem alle Gläubigen, egal welcher Religion sie angehören, ein friedliches Leben mit- und nebeneinander führen können, eine Illusion bleiben wird, wird am Ende auch deutlich. Ein weiterer Pluspunkt: es wurde auch weitesgehend auf einen überzogenen, amerikanisierten Heroismus aus Gladiator verzichtet.

Fazit: Optisch beeindruckend und teilweise schockierend in Szene gesetzter Historienfilm mit kleinem Plädoyer für Toleranz, jedoch mit Schwächen bei Charakteren und Story. 7/10. Die DVD-Anschaffung des Director’s Cut dürfte sich jedenfalls lohnen.

Marius Joa, 24.05.2005

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