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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Terminator: Die Erlösung

Von Marius Joa. Publiziert am 13. Juni 2009

Nach dem schwachen dritten Teil soll Terminator 4 nun eine neue Trilogie einleiten. Haben Regisseur McG und Co es wirklich geschafft, den dritten Teil noch zu unterbieten? Marius Joa war im Kino.

Terminator: Die Erlösung (Terminator Salvation)
Science-Fiction/Actionfilm USA/UK/Deutschland 2009. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 115 Minuten. Deutscher Kinostart: 4. Juni 2009.
Mit: Christian Bale, Sam Worthington, Moon Bloodgood, Anton Yelchin, Jadagrace Berry, Bryce Dallas Howard, Helena Bonham Carter, Common, Jane Alexander, Michael Ironside u.v.a. Regie: McG. „Drehbuch“: Jonathan Brancato, Michael Ferris, Jonathan Nolan u.a.

Terminator: Die Verblödung

Bumm. Bumm. Bumm. Bumm. Peng. Mit diesen fünf „Worten“ lässt sich Terminator: Die Erlösung, der vierte und hoffentlich letzte Teil der Sci-Fi-Saga, am treffendsten beschreiben. Normalerweise wäre hier der Platz für eine kurze Zusammenfassung der Handlung des Films. Doch die muss leider entfallen, denn Terminator: Die Erlösung hat schlicht und einfach keine Story. Stattdessen bekommt man hier nur eine Aneinanderreihung von Explosionen serviert, kurz unterbrochen von ein paar „Szenen“ mit völlig ausgelutschten Dialogen, die wirken als wären sie für den Regisseur nur lästiges Beiwerk. Wer sich im Terminator-Universum nicht auskennt, ist hier komplett verloren, denn der Film erklärt schlicht und ergreifend nichts.

Bumm. Kawumm. Krach. Bumm. Kommen wir nun zu den Stärken dieses Machwerks. Da wären zum einen die wirklich aufwendig Actionszenen mit ihren scheinbar endlosen Explosionen. Aber die CGI- und Pyro-Effekte müssen gut aussehen, denn das Budget betrug ja auch hemmungslose 200 Millionen Dollar. Zum anderen wäre da nichts. Außer vielleicht die gefühlten 0,45 Sekunden, bei denen so etwas wie Spannung aufkommt. Ansonsten, Ende Gelände. Nichts, null, gar nichts.

Wenn man sich im Internet über die Geschichte der Produktion ein wenig informiert, so erfährt man unter anderem, dass die Drehbuchfassung der beiden ersten Autoren Brancato und Ferris (die auch Teil 3 zu verantworten haben) von diversen weiteren Schreiberlingen überarbeitet wurde, darunter Paul Haggis (Casino Royale), Jonathan Nolan (Memento, The Dark Knight) und CSI-Macher Anthony E. Zuiker. Doch anscheinend war nichts mehr zu retten. Das Ergebnis inspirierte dann den Filmverleih Warner zu folgender Zusammenfassung:

„Es ist das Jahr 2018: die Welt liegt nach dem jüngsten Tag in Schutt und Asche. Die Maschinen von Skynet versuchen, die übrig gebliebenen Menschen zu vernichten. John Connors Schicksal ist es, den Widerstand der Menschen gegen Skynet und seine Armee von Terminatoren anzuführen. Aber die Zukunft sieht für Connor anders aus als geplant: Marcus Wright taucht plötzlich auf – ein Fremder, dessen letzte Erinnerung ist, dass er zum Tode verurteilt wurde. Connor muss entscheiden, ob Marcus aus der Zukunft entsandt worden ist oder aus der Vergangenheit gerettet wurde. Als Skynet seinen finalen Angriff vorbereitet, begeben sich Connor und Marcus auf eine Odyssee, die sie ins Innere der Organisation von Skynet führt, wo sie das schreckliche Geheimnis hinter der möglichen Vernichtung der Menschheit aufdecken.“

Doch diese hat nicht viel mit dem fertigen Films gemeinsam. Aber ein Film ohne Story wäre ja grundsätzlich kein gravierendes Problem, wenn die Action dafür entschädigen würde. Tut sie aber leider nicht. Denn die großräumig inszenierten Explosionen und Kampfszenen sind durch ihre Häufigkeit nach kurzer Halbwertszeit einfach nur noch belanglos und ermüden eher als sie unterhalten. Bei den Szenen mit mehreren Menschen, die interagieren (bei anderen Filmen nennt man das bisweilen Charaktermomente), scheint es so, als habe Dr. Uwe Boll Regie geführt, nur um Explosionsguru McG diese lästige Arbeit abzunehmen. Denn weniger farblos als in einem Boll-Film sind die hier verheizten Stars wie z. B. Christian Bale (als John Connor), Sam Worthington (als Menschmaschine oder Maschinenmensch?), Bryce Dallas Howard (als Kate Connor) oder auch Helena Bonham Carter (als todkranke Ärztin) auch nicht. Terminator 3: Rebellion der Maschinen hatte zwar keine Klasse, aber immerhin (!) einen Arnold Schwarzenegger. T4 hat im Grunde gar nichts. Da hilft es auch nicht, dass eine unecht aussehende CGI-Version von Arnies Gesicht kurz zu sehen ist.

Man kann es drehen und wenden wie man will, das Terminator-Franchise ist mit diesem Film gestorben. Aber wer es schafft, das vorhandene Potential so in den Sand zu setzen, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Bezeichnenderweise wurde die immerhin ordentliche TV-Serie Terminator: The Sarah Connor Chronicles nach zwei Staffeln eingestellt. Bei der Gelegenheit sollte man dann auch gleich die Kinoreihe einmotten. Denn die „Erlösung“ erlebt der Zuschauer hier erst beim Abspann.

Fazit: Viele, große Explosionen, indiskutable Inszenierung. 2 von 10 Punkten.


Farblos: Christian Bale als John Connor.
Marius Joa, 13. Juni 2009. Bilder und Inhaltszusammenfassung: Warner/Sony Pictures.

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Terminator 3: Rebellion der Maschinen (3/10)

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