splash
Willkommen
Herzlich Willkommen bei Vieraugen Kino.
Bei uns finden Sie aktuelle Filmkritiken in Sachen Kino, DVD und Fernsehen.
Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 17. Februar 2019

Vor 17 Jahren begann meine “Karriere” als Hobbyfilmkritiker mit der zugebenermaßen nicht sehr kritischen Rezension zu “Der Herr der Ringe: Die Gefährten”. Anlässlich einer Aufführung der “Extended Edition” im Kino habe ich mir diesen Film seit langem wieder einmal angesehen.

 

The Black Dahlia

Von Sarah Böhlau. Publiziert am 26. Dezember 2006

Die Romane des amerikanischen Kultautors James Ellroy haben es in sich. Sind sie auch verfilmbar? Allerdings: Vor knapp zehn Jahren schuf Regisseur Curtis Hanson mit “L.A. Confidental” einen umjubelten Filmklassiker. Nun möchte Brian de Palma mit “The Black Dahlia” an diesen Erfolg anknüpfen.

Noir-Thriller, USA 2006, FSK 16, 121 Minuten. Regie: Brian De Palma. Drehbuch: Josh Friedman.
Darsteller: Josh Hartnett, Scarlett Johansson, Aaron Eckhart, Hilary Swank, Mia Kirshner Graham Norris.

Von Kultbüchern und Kriminalgeschichte

James Ellroys Roman “The Black Dahlia” enstand 1987 als erster Teil seines L.A. Quartettes, das im Hollywood der Nachkriegszeit spielt. Ellroys Romane sind durchzogen von Gewalt, voll von kaputten Existenzen, glitzernden Fassaden und menschlichen Abgründen. Längst sind sie Kult. Viele Figuren, komplizierte Verwicklungen der zahlreichen Handlungsstränge – die Romane galten als unverfilmbar, bis sich Curtis Hanson 1997 an den dritten Roman “Stadt der Teufel” heranwagte. Mit dem resultierenden Meisterstück “L.A. Confidental” bewies er deutlich das Gegenteil. Gleichermaßen von Kritikern und Publikum geliebt, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Erfolg von L.A. Confidental eine weitere Ellroy-Adaption auf den Plan rufen würde. Es ist eigentlich verwunderlich, dass diese fast zehn Jahre auf sich warten ließ.

Jetzt aber hat sich Regisseur Brian de Palma an “The Black Dahlia” gewagt. Ellroy baut sein Buch auf dem ungeklärten Mord an einer Frau aus dem Jahr 1947 auf. Der entstellte Leichnam der erfolglosen Schauspielerin Elisabeth Short erregte das Interesse der Medien, die das Mädchen posthum die „Schwarze Dahlie“ tauften. Eigentlich wollte Davis Fincher den Roman auf die Leinwand bringen, sprang aber ab. Immerhin: Brian de Palmer, der sich in den Achtzigern mit “Scarface” und “Die Unbestechlichen” schon einen Namen im Noir-Genre gemacht hatte, schien der geeignete Ersatz zu sein.

Josh Hartnett und Aaron Eckard.

Los Angeles, 1946: Um eine Etataufstockung bewilligt zu bekommen, veranstaltet die städtische Polizei einen Kampf zwischen ihren beiden besten Boxern. Der junge Amateurboxer Dwight „Bucky“ Bleichert (Josh Hartnett), verliert im Kampf gegen den erfahrenen Kollegen Leland Blanchard (Aaron Eckard) zwar ein paar Zähne, erhält dafür aber die Beförderung in den Ermittlungsdienst und Blanchards Freundschaft. Zusammen mit dessen Freundin Kay (Scarlett Johansson) bilden die beiden Polizisten bald ein unzertrennliches Trio.
Die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als sich Blanchard im Zuge der baldigen Freilassung eines von ihm verhafteten Verbrechers immer seltsamer verhält. Als die Leiche von Elisabeth Short (Mia Kirschner) aufgefunden wird, entwickelt er eine seltsame Obsession für die schöne Tote. Bucky indessen muss sich gegen seine aufkeimenden Gefühle für Kay wehren und stürzt sich in eine Affäre mit Madeline Linscott (Hilary Swank), einer Zeugin im Dahlia-Mord.

Drehbuchautor Josh Friedman (“Krieg der Welten“) hatte so seine Probleme, die vielen komplexen Handlungsstränge in einem Drehbuch zusammenzufassen. Obwohl Bucky das Geschehen aus dem Off erklärt und der Film auch eine komplette Auflösung aller offenen Fragen präsentiert, verliert der Zuschauer zwischendurch den Überblick. Das hat zur Folge, dass “The Black Dahlia” nach der ersten Stunde mit der Logik der Story auch die Luft ausgeht, was aber mit dem Ende wieder einigermaßen ausgebügelt wird.

Die beiden männlichen Hauptdarsteller wirken etwas zu weich und glatt, um als hartgesottene Polizisten zu überzeugen. Aber ansonsten gibt es bei “The Black Dahlia” nicht viel auszusetzen. Der Film schwelgt in harten Gewalt- und Sexszenen, dunstigen Bildern und prachtvollen Kostümen, in der Verlorenheit und dem Wahnsinn seiner Figuren.

Fazit: Ein durchaus stimmungsvoller Thriller, der an “L.A. Confidental” nicht heranreichen kann, aber trotzdem einen Kinobesuch wert ist. 6 von 10 Punkten.


Hilary Swank und Josh Hartnett.

Scarlett Johansson.
Sarah Böhlau, 26. Dezember 2006. Bilder: Warner.

Stichwörter: , , , , , ,

Ähnliche Beiträge
Rubrik Kino

Eine Antwort zu “The Black Dahlia”

Trackbacks

  1. Vieraugen Kino » Blog Archive » Die Hollywood-Verschwörung

Kommentar hinterlassen