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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Things We Lost In The Fire

Von Johannes Michel. Publiziert am 9. Juni 2008

Nicht im Multiplex-, sondern im Programmkino sah Johannes Michel das neueste Werk der dänischen Regisseurin Susanne Bier. Kann Things We Lost In The Fire, besetzt mit großen Stars, Punkte sammeln? Und wie schlägt sich Akte-X-Mulder David Duchovny?

Things We Lost In The Fire
Drama, USA 2007. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 117 Minuten. Deutscher Kinostart: 29. Mai 2008
Mit: Benicio Del Toro, Halle Berry, David Duchovny, Alexis Llewellyn, John Carroll Lynch, Micah Berry, Alison Lohman, Robin Weigert, Omar Benson Miller. Regie: Susanne Bier

Eindringlich verfilmtes Familienschicksal

Bauunternehmer Brian Burke (David Duchovny) führt mit seiner Frau Audrey (Halle Berry) ein glückliches Leben. Ihre beiden Kinder Harper (Alexis Llewellyn) und Dory (Micah Berry) komplettieren die Familie. Eines Abends fährt Brian in die Stadt, um für die Kinder Eis einzukaufen – und kommt nicht mehr zurück. Kurz darauf treffen zwei Polizisten am Burke’schen Haus ein und teilen der vollkommen verstörten Audrey mit, dass ihr Mann so eben erschossen wurde. Audrey muss ab diesem Zeitpunkt versuchen, alleine mit den Kindern das schreckliche Ereignis zu verarbeiten. Unterstützung sucht sie dabei beim drogenabhängigen Jerry Sunborne (Benicio Del Toro), den sie bisher, obwohl der bester Freund ihres Mannes, nicht leiden konnte. Binnen weniger Tage schafft es Jerry, eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen und der Familie neue Kraft zu geben.

Audrey tröstet ihre Tochter.

Obwohl mit drei Weltstars besetzt und von Kritikern vorab gelobt, schaffte es Things We Lost In The Fire nicht überall in die großen Kinos. Auch in Bamberg lief der Film daher im kleineren Programmkino. Und da passt er auch hervorragend hin, denn der Blockbuster-Fan wird so seine Probleme haben, sich nicht zu langweilen.

Aber erst mal zurück zu Geschichte. Wir haben es mit einer klassischen Familienkonstellation zu tun, allerdings angesiedelt zwischen Mittel- und Oberschicht. Der Familie fehlt es an nichts und die Kinder können behütet aufwachsen. Gerade daher ist der Schicksalsschlag, der entsteht, als Brian eine Frau vor ihrem tobenden Mann bewahren will, äußerst bitter für die Familie. Diese ist wiederum von Regisseurin Susanne Bier (Nach der Hochzeit) hervorragend besetzt. Halle Berry als fürsorgliche Mutter, liebende Gattin und dennoch erotische junggebliebene Frau passt sehr gut in die Rolle der Audrey. Auch die beiden Kinder liefern eine überzeugende schauspielerische Leistung ab, bleibt zu hoffen, dass wir sie über die Jahre in weiteren Produktionen sehen werden – leider gelingt viel zu wenigen Jungstars dieser Schritt.

David Duchovny, den viele sicher nur mit Akte X in Verbindung bringen werden, hat zwar wenig „Sendezeit“, wird den Zuschauern aber mit Sicherheit in Erinnerung bleiben. Einen Duchovny in derartiger Form würden wir gerne öfter sehen, gerade in derartigen Rollen. Dramen scheinen ihm zu liegen. Noch mehr Lob bleibt für Hauptdarsteller Benicio Del Toro (Sin City, Traffic), der es schafft, einen von einem ganz anderen Schicksal geplagten und am Boden liegenden Mann glaubwürdig auf die Leinwand zu bringen. Allein seine unzähligen Gesichtszüge werden dem Kinobesucher mit Sicherheit in Erinnerung bleiben. Vielleicht winkt für diese gute Leistung ja ein zweiter Oscar, nach Traffic.

Auch am Ende setzt der Film seinen Kurs fort und verzichtet auf ein klassisches Ende. Mehr soll aber an dieser Stelle nicht verraten werden, nur so viel: Jerry und Audrey werden nicht (oder noch nicht) zum Paar, denn dies würde die Liebesgeschichte zwischen Audrey und Brian zerstören und „ad absurdum“ führen.

Neben dem Lob darf aber auch die Kritik nicht unerwähnt bleiben. Insgesamt sind sowohl Konzeption als auch Story von Things We Lost In The Fire zu einfach und zu durchschaubar. Es fehlt dem Film an Überraschungen und Wendungen, selbst Jerrys Absturz ist vorhersehbar.

Fazit: Susanne Biers erster Hollywood-Film, übrigens mit einem als gering zu bezeichnenden Budget von 16 Millionen Dollar umgesetzt, dürfte kommerziell zwar nicht überragend abschneiden, Freunden ruhiger Filme sei der Kinobesuch aber auf jeden Fall ans Herz gelegt. Allein die schauspielerische Glanzleistung von Benicio Del Toro und das überraschende Ende sorgen für gute 8 von 10 Punkten.


Brian unterhält sich mit seinem Freund Jerry.

Jerry beginnt, sich mit den Kindern anzufreunden.

Kinder ohne Vater: Dory und Harper.
Johannes Michel, 09. Juni 2008. Bilder: Universal.

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