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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 9. Oktober 2019

Und weiter im Horroctober-Programm, erneut mit einem Film aus meinem physischen SuF. In “Therapie für einen Vampir” sucht ein Jahrhunderte alter Blutsauger Rat bei niemand Geringerem als Sigmund Freud, dem Urvater der Psychoanalyse.

 

Verliebt in die Braut

Von Lena Stadelmann. Publiziert am 2. Juni 2008

Und da sind sie wieder, die luftig-leichten Frühlings-Liebeskomödien nach Schema-F mit mindestens einem aus Film und Fernsehen bekannten Hauptdarsteller. Diesen Part übernimmt in Verliebt in die Braut Grey’s Anatomy-Star Patrick Dempsey und zeigt der Männerwelt, dass es sich doch noch lohnt, um die große Liebe zu kämpfen.

Verliebt in die Braut (Made of Honor)
Liebeskomödie, USA/GB 2008. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. 101 Minuten. Deutscher Kinostart: 15. Mai 2008.
Mit: Patrick Dempsey, Michelle Monaghan, Kevin McKidd, Busy Philipps, Sydney Pollack u.a. Regie: Paul Weiland.

Die Hochzeit meiner besten Freundin

Tom (Patrick Dempsey) ist ein Frauenheld, wie er im Buche steht, mit ständig wechselnden Betthäschen und sexistischen Regeln wie „Nie zwei Nächte hintereinander“ oder „Nur einmal die Woche“ – mit derselben Frau, versteht sich. Nur eine Frau begleitet ihn schon seit 10 Jahren: seine beste Freundin Hannah (Michelle Monaghan), die er auf dem College kennengelernt hat. Dass Hannah jedoch mehr als „nur“ eine Freundin ist, bemerkt Tom, als sie für sechs Wochen aus beruflichen Gründen nach Schottland reisen muss. Aber als er ihr bei ihrer Rückkehr von seinen Gefühlen erzählen will, stellt Hannah ihm Colin (Kevin McKidd) vor: ihren Verlobten. Nun muss Tom also versuchen, einerseits die beste erste Brautjungfer zu sein, um Hannah zu beweisen, dass er Verantwortung übernehmen kann, und gleichzeitig die Hochzeit verhindern – und das in nur zwei Wochen…

Um mal kurz ein grundsätzliches Übersetzungsproblem zwischen Englisch und Deutsch zu klären: die Verwirrung wegen einer männlichen „Brautjungfer“ über weite Strecken des Films ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass es im anglo-amerikanischen Sprachraum das schöne Suffix „-in“ nicht gibt, das jede Personenbezeichnung für beide Geschlechter möglich macht. Falls jemand mit den amerikanischen Trauungsgewohnheiten nicht vertraut ist: Der hochtrabende Titel „erste Brautjungfer“ bezeichnet das, was bei uns die Trauzeugin ist und heißt im englischen „maid of honor“ (siehe das Sprachspiel im Originaltitel), während der Trauzeuge der „best man“ ist. Nach diesem kleinen Ausflug in die Besonderheiten der englischen Sprache aber wieder zum Film: so klischeebeladen und oft benutzt dieser Gag der männlichen Brautjungfer auch sein mag – er ist auch hier witzig und sorgt für einige amüsante Szenen. Wenn zum Beispiel drei erwachsene Männer sich darüber unterhalten, wie sie gerade einen Korb mit Potpourri, Badekugeln und Duftkerzen am schönsten für den Junggesellinnenabschied arrangiert haben und welche Schleife wohl am Besten dazu passt, kann man sich ein Grinsen beim besten Willen nicht mehr unterdrücken.

Und das ist die absolute Stärke des Films: egal, wie sehr manche Szenen oder Sätze an diverse andere Filme erinnern, Verliebt in die Braut wird trotzdem nicht langweilig dank einer großen Ladung charmantem Humor und natürlich der Inkarnation dessen: Patrick Dempsey. Der Schauspieler, der vor allem durch seine Rolle als Derek „McDreamy“ Shepherd in der Serie Grey’s Anatomy bekannt ist, hat sein Talent für Liebeskomödien bereits in Filmen wie Sweet Home Alabama oder Verwünscht bewiesen. Er alleine trägt diesen Film mit spitzbübischem Lächeln, so dass man ihm sowohl die Machoallüren vom Anfang verzeiht wie auch die Gefühle für Hannah in jeder Sekunde abnimmt. Die Chemie zwischen Michelle Monaghan (Kiss Kiss, Bang Bang, Nach 7 Tagen – Ausgeflittert) und Dempsey stimmt ebenso wie die zwischen Dempsey und seinem Film-Vater Sydney Pollack (Michael Clayton, Die Dolmetscherin), während alle anderen Darsteller zwar passen, aber eigentlich auch komplett austauschbar sind.

Kleine Abzüge gibt es neben der Unoriginalität auch für den teilweise in American Pie-Art abdriftenden, gemeinen Humor, der vor allem die Schotten und einen zwar trotteligen, aber deshalb keineswegs minderbemittelten Kollegen auf dem Basketball-Platz trifft. Doch das obligatorische Happy End bewirkt dann die erwünschte Endorphin-Ausschüttung, die man sich von locker-leichten Liebeskomödien erwartet und die einen den Kinosaal mit einem zufriedenen Gefühl und dem gefestigten Glauben an die große Liebe verlassen lässt.

Fazit: Kurzweilige Liebeskomödie, die zwar komplett nach Schema-F aufgebaut ist, aber dank Patrick Dempsey alle Erwartungen erfüllt. 7 von 10 Punkten.


Hannah (Michelle Monaghan) zeigt Tom (Patrick Dempsey) ihren Ring plus den dazugehörigen Verlobten.

Toms Vater (Sydney Pollack) redet seinem Sohn ins Gewissen.

Drei Männer und Geschenkkörbe.
Lena Stadelmann, 2. Juni 2008. Bilder: Sony.

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Rubrik Kino

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