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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 11. Juli 2018

Bei den allgegenwärtigen Debatten um Migration und Integration zeigt ein kleiner Film von der Grünen Insel, dass alles vielleicht doch nicht immer so kompliziert sein muss: “Halaleluja – Iren sind menschlich”.

 

Game Of Thrones: Staffel 7

Von Marius Joa. Publiziert am 19. Dezember 2017

Das Ende naht. Der Winter ist da. Die Toten marschieren unaufhaltsam. Die wichtigsten Spieler von Game Of Thrones treffen in der siebten und vorletzten Staffel zusammen…


Game Of Thrones: Staffel 7 (Game Of Thrones: Season 7)
Fantasy-Dramaserie USA 2017. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 7 Folgen. Gesamtlänge: ca. 435 Minuten.
Mit:
Peter Dinklage, Nikolaj Coster-Waldau, Lena Headey, Emilia Clarke, Kit Harington, Aidan Gillen, Liam Cunningham, Sophie Turner, Maisie Williams, Nathalie Emmanuel, Alfie Allen, Gwendoline Christie, Iain Glen, Conleth Hill, John Bradley, Isaac Hempstead-Wright, Jerome Flynn, Kristofer Hivju, Hannah Murray, Carice van Houten, Indira Varma u.v.a. Nach Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin. Adaption: David Benioff und D.B. Weiss.

 

 

Denn die Toten marschieren langsam

Während die White Walker mit ihrer riesigen Totenarmee sich langsam der Mauer nähern, passiert südlich des gigantischen Eiswalles auch so Einiges. Arya Stark (Maisie Williams) ist nach Westeros zurückgekehrt und setzt ihren Rachefeldzug fort. Samwell Tarly (John Bradley) beginnt seine Ausbildung zum Maester in der Zitadelle von Oldtown. In Winterfell versammeln Bastard Jon Snow (Kit Harington), der König des Nordens, und seine Schwester Sansa Stark (Sophie Turner) die Häuser des Nordens, um sich gegen die Bedrohung jenseits der Mauer zu wappnen. Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und ihre Truppen erreichen Dragonstone. In King’s Landing sucht Königin Cersei Lannister (Lena Headey) währenddessen nach Verbündeten im Kampf gegen die Drachenmutter und erhält ein zweifelhaftes Angebot…

 Daenerys in Dragonstone

Die Tage, um nicht zu sagen Stunden, von Game Of Thrones, TV-Adaption der Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer (OT: A Song Of Ice And Fire) von George R.R. Martin, sind gezählt. Nach je 10 Folgen in den ersten sechs Staffeln besteht die vorletzte Season nur noch aus sieben Episoden, die jedoch in ihrem finanziellen und produktionstechnischen Aufwand die Vorgänger-Staffeln klar übertrifft. Um die Szenerie winterlicher gestalten zu können, begannen die Dreharbeiten zur Runde 7 nicht wie gewohnt schon im Juli sondern erst Ende August 2016 und dauerten bis Februar 2017. Der Fokus richtet sich nun vollkommen auf den Kontinent Westeros (siehe auch der angepasste Sphärenflug im Vorspann), da alle wichtigen Figuren vor Ort sind.

Die Konvergenz der vielen Handlungsstränge macht vermutlich den Hauptreiz der Season aus. Erstmals überhaupt oder nach langer Zeit wieder treffen wichtige Figuren aufeinander, was zu kuriosen Begegnungen und denkwürdigen Dialogszenen führt, aus meiner Sicht die große Stärke der Staffel und der Serie an sich. Doch ausgerechnet diese personelle und inhaltliche Diversität droht Game Of Thrones auf der Zielgerade verloren zu gehen. Nicht nur, dass es in Season 7 zu einschneidenden Ereignissen kommt, die Quantität und Qualität der Schlachten nimmt ebenso zu. Ein positives Beispiel liefert die dritte Folge The Queen’s Justice. Ohne überladen zu wirken werden hier die unterschiedlichsten Handlungsstränge vorangetrieben und am Ende (soviel sei verraten) sogar zwei Eroberungszüge virtuos nebeneinander montiert. Solch erzählerische Souveränität wünscht man sich für den verbleibenden Rest der Show. Denn vor allem in den vermeintlichen Highlight-Episoden sechs (Beyond The Wall) und sieben (The Wolf And The Dragon) verkommt Game Of Thrones zur effektheischenden Eventserie, bei welcher die Logik extrem auf der Strecke bleibt, wenn Raben und Drachen nun scheinbar mit Lichtgeschwindigkeit zu fliegen vermögen. Oder die Armee der Toten mehrere Staffeln benötigt um der Mauer näher zu kommen während gleichzeitig die prominenten Bewohner mit Siebenmeilenstiefeln durch Westeros reisen. Was die zeitliche Gesamtstruktur angeht, so waren kleine Unebenheiten (etwa in Staffel 4) schon immer an der Tagesordnung, die Ungereimheiten nehmen aber immer absurdere Ausmaße an, welche zumindest für mich das zweifellos weiterhin hohe Niveau der Season überschatten.

Das grundlegende Problem ab Staffel 5 könnte vermutlich sein, dass George R.R. Martin die beiden noch ausstehenden Bände der Romanreihe immer noch nicht (fertig)geschrieben hat, und das sechs Jahre nach Veröffentlichung des fünften Buches A Dance With Dragons. Auch wenn der 69jährige den Showrunnern/Chefautoren David Benioff und D.B. Weiss die wichtigsten Details der noch unvollendeten Saga enthüllt hat, so fehlt es der TV-Adaption an einer fundierten erzählerischen Grundlage, was den weiteren Verlauf der Serienhandlung zu einer Art Fanfiction “degradiert”. Vor allem erweisen sich die Wendungen teilweise als recht vorhersehbar. Im Grunde werden hier wichtige Geheimnisse und Ereignisse fast genau enthüllt wie sie die Schar der treuen Anhänger vorhergesehen bzw. seit Jahren erwartet hat, was den Reiz des Unbekannten (also der Handlung jenseits der veröffentlichten Romane) mindert. Vielleicht geschieht die inhaltliche Reduzierung mit dem Schwerpunkt auf große (Action-)Highlights aber auch aus dem Kalkül der Serienmacher, um den Fans die noch kommenden Bücher der Reihe schmackhaft zu machen.

Die Dreharbeiten der finalen achten Staffel begannen im Oktober 2017 und sollen aufgrund des besonderen Aufwandes (und der Reduzierung auf eine statt drei Filmcrew-Units) bis August 2018 dauern. Mit einer Veröffentlichung der letzten sechs Episoden kann man also nicht vor 2019 rechnen. Ob GRRM diese sogar noch deutlich längere Wartezeit zwischen den Seasons erneut “ungenutzt” verstreichen lässt?

Die siebte Staffel von Game Of Thrones ist am 14. Dezember 2017 auf DVD und BluRay erschienen.

Fazit: Staffel 7 treibt Game Of Thrones unaufhaltsam dem Schlusspunkt entgegen. Wie gewohnt hochwertigst produziert und inszeniert, gerät die Serie aber immer mehr zu einer Mischung aus generischer, effektüberladener Fantasy und vorhersehbarer Fanfiction. 8 von 10 Punkten.

Jon Snow und Ser Davos suchen Verbündete

 

Samwell und Gilly suchen nach Hinweisen

 

Littlefinger berät Lady Sansa
Beric Dondarrion und sein feuriges Schwert

 

Arya kehrt zurück


Marius Joa, 19. Dezember 2017. Bilder: HBO.

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