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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 8. Dezember 2018

Als Hexe und Sterbliche zugleich steht die junge Sabrina Spellman vor einer wegweisenden Entscheidung über ihre Zukunft. Willkommen bei den “Chilling Adventures of Sabrina”, der Netflix-Neuauflage von Sabrina – Total verhext…

 

The Orville

Von Marius Joa. Publiziert am 25. November 2018

Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffes Orville, das trotz der Unzulänglichkeiten seiner Crew unterwegs ist, um fremde Welten zu erforschen…

The Orville
Science-Fiction-Comedy-Serie USA 2017. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 12 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 518 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 27. Februar 2018.
Mit: Seth MacFarlane, Adrianne Palicki, Penny Johnson Jerald, Scott Grimes, Peter Macon, Halston Sage,
J. Lee, Mark Jackson u.v.a. Idee: Seth MacFarlane.


 

 

Trottel im Weltall

im 25. Jahrhundert erforscht die Menschheit mit anderen intelligenten Spezies in der “Planetaren Union” den Weltraum. Ein Jahr nach seiner Scheidung erhält der zuletzt indisponierte Ed Mercer (Seth MacFarlane) das Kommando über die U.S.S. Orville. Unter der Besatzung des Mittelklasse-Forschungschiffs befinden sich nicht nur Eds alter Freund, der Steuermann Lieutenant Gordon Malloy (Scott Grimes), sondern auch Lieutenant Commander Bortus (Peter Macon) vom Planeten Moclan, die übermenschlich starke Sicherheitsoffizierin Alara Kitan (Halston Sage), Navigator John LaMarr (J. Lee), die künstliche Lebensform Isaac (Mark Jackson) und Schiffsärztin Dr. Claire Finn (Penny Johnson Jerald). Doch ausgerechnet der Posten des ersten Offiziers wird mit Eds Ex-Ehefrau Kelly Grayson (Adrianne Palicki) besetzt!

Lediglich zwei Wochen vor Discovery premierte im September 2017 eine Produktion mit sehr ähnlicher Ausgangslage. Doch während die jüngste Star Trek-Serie eher auf dunklen Pfaden wandelt, entpuppt sich The Orville als humoristische Hommage an das vor über 50 Jahren von Gene Roddenberry (1921-1991) ins Leben gerufene Mega-Franchise, die zu keiner Zeit als bloße Veralberung fungiert. Bisher hat sich der US-Amerikaner Seth MacFarlane (geb. 1973) nicht nur als Schauspieler einen Namen gemacht, sondern auch als (Mit-)Erfinder und Originalsprecher der animierten Comedyserien Family Guy, American Dad! und The Cleveland Show. Darüber hinaus inszenierte der 44jährige auch die Spielfilme Ted, A Million Ways To Die In The West und Ted 2.

Auf den ersten Blick liest sich die Show wie eine Variante der Trek-Parodie Galaxy Quest (1999), in welcher sich die abgehalfterten Stars einer längst abgesetzten SF-Serie im Kampf mit echten Aliens beweisen müssen, nur eben ohne die allgegenwärtige Meta-Ebene und das überzeichnet dargestellte Fandom. Dieser erste Eindruck hat mit dem Endprodukt allerdings nicht wirklich etwas gemein. Stattdessen wandelt The Orville gekonnt auf dem schmalen Grad zwischen Parodie und Verbeugung vor dem Star-Trek-Universum.

Zum einen wird hier der Perfektionismus einer doch überwiegend utopischen Zukunft wie man ihn besonders von Captain Picard & Co aus Star Trek: The Next Generation kennt mit kindischem, launenhaftem und bisweilen verantwortungslosen Verhalten der Orville-Crew konterkariert. Nicht nur Steuermann Gordon mit seinem Alkoholproblem oder der gallertartige, liebeskranke Ingenieur Yaphit machen sich zum Affen, auch Captain Mercer selbst ist ein Trottel, der sich gelegentlich unangemessen verhält und Verantwortung gerne auch mal auf andere abwälzt. Sein Vorbild als Führungsfigur ist übrigens niemand Geringeres als Kermit der Frosch!

MacFarlane und seinen Co-Autoren, darunter auch die Trek-Veteranen Brannon Braga und André Bormanis, veralbern auch das Amerika-zentrische Weltbild und den damit untrennbar verbundenen Kulturimperialismus, verarbeiten aber auch aktuelle gesellschaftspolitische Thematiken wie soziale Netzwerke und Gender-Identität. Inhaltlich bedient man sich hier bei den gängigen Motiven klassischer Star-Trek-Episoden, die aber nun nicht mehr aus der Sichtweise des 20. sondern des 21. Jahrhunderts betrachtet werden.

Der positive Gesamteindruck wird dann etwas geschmälert, wenn der Humor gelegentlich doch etwas unter die Gürtellinie geht. Außerdem fliegt das Raumschiff in humoristischer und dramaturgischer Hinsicht nicht immer mit hoher Geschwindigkeit, offenbart Lso manche Leerlauf-Phase. Das hält allerdings die Trekkie-Puristen nicht davon ab, The Orville den Vorzug vor Discovery zu geben. Diese Einstellung kann ich nicht teilen, obwohl ich mich auf die zweite Staffel von MacFarlanes Scifi-Comedy freue, welche in den USA am 30. Dezember 2018 ihre Premiere feiern und vermutlich irgendwann in 2019 auf Pro Sieben laufen wird.

Staffel 1 von The Orville lief im deutschen Fernsehen vom 27. Februar bis 8. Mai 2018 auf Pro Sieben und ist seit 25. Oktober 2018 auf DVD erhältlich.

Fazit: Trotz zwischenzeitlichem Leerlauf gelingt Schauspieler/Autor Seth MacFarlane mit seiner Scifi-Comedy The Orville eine liebevoll-ironische Hommage an Star Trek, welche so manches bekanntes Motiv des Sternenflotten-Universums um einen humoristischen Twist erweitert. 7 von 10 Punkten.


Die U.S.S. Orville
Die Crew
Yaphit ist verliebt

 

Marius Joa, 25. November 2018. Bilder: Fox.

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