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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 8. Juli 2017

Der Brite Neil Gaiman zählt zu den kreativsten Geschichtenerzählern der Gegenwart. Sein 2001 veröffentlichter Roman „American Gods“ wurde als Fernsehserie adaptiert. Ein Ex-Knacki gerät mitten hinein in den Krieg zwischen alten Mächten und neuen Göttern…

 

The Affair: Staffel 3

Von Marius Joa. Publiziert am 9. April 2017

Die zweite Season der Showtime-Serie The Affair endete mit einem doppelten (wenn nicht dreifachen) Paukenschlag. Drei Jahre später setzt Staffel 3 an und entwickelt die Geschichte der Hauptfiguren leider nur bedingt weiter…

The Affair: Staffel 3 (The Affair: Season 3)
Drama-Serie USA 2016/17. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen. Gesamtänge: ca. 564 Minuten.
Mit: Dominic West, Ruth Wilson, Maura Tierney, Joshua Jackson, Omar Metwally, Catalina Sandino Moreno, Irène Jacob, Julia Goldani Telles, Jake Siciliano, Brendan Fraser u.a. Idee: Sarah Treem und Hagai Levi.



 

Noah’s Descent oder Back to the Exes

Nachdem Noah Solloway (Dominic West) seine Schuld am Tod von Scott Lockhart, dem Ex-Schwager seiner Ehefrau Alison (Ruth Wilson), gestanden hatte, wanderte der für seinen Roman „Descent“ gefeierte Schriftsteller für knapp drei Jahre ins Gefängnis Fishkill. Kurze Zeit nach seiner Entlassung stirbt Noahs Vater, mit welchem er kein gutes Verhältnis hatte. Während Noah „vorübergehend“, sehr zum Unmut des Schwagers, bei seiner Schwester Nina (Jennifer Esposito) wohnt, übt er einen Teilzeitjob an der Universität von New Jersey als Dozent für kreatives Schreiben aus. Am Campus lernt Noah die französische Mediävistik-Professorin Juliette Le Gall (Irène Jacob) kennen. Noahs Ex-Frau (und Mutter seiner vier Kinder) Helen (Maura Tierney) führt unterdessen eine eigenwillige Beziehung mit dem Chirurgen Vik (Omar Metwally), der das Gästezimmer im Keller bewohnt. Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass Alisons Tochter Joanie nicht das Kind von Noah, sondern von Alisons Ex-Ehemann Cole (Joshua Jackson) ist. Als Alison, deren gemeinsamer Sohn mit Cole vor Jahren unter tragischen Umständen starb, einen Nervenzusammenbruch erleidet, bringt sie ihre Tochter zu Cole und seiner neuen Gattin Luisa (Catalina Sandino Moreno). Nach sechs Monate kehrt Noahs Noch-Ehefrau schließlich nach sechsmonatigem Aufenthalt in einer psychologischen Einrichtung nach Montauk zurück und möchte wieder am Leben ihres Kindes teilhaben. Noah gerät derweil immer mehr unter die Räder, hat er doch tragische Ereignisse aus seiner Vergangenheit und den langen Aufenthalt im Gefängnis nicht wirklich verarbeitet.

 Noah und Aufseher Gunther

In der letzten Episode von Staffel 2 erfuhren wir aus zwei verschiedenen Blickwinkeln die tragischen Umstände, die zu Scott Lockharts Tod führten, nachdem in der ersten Szene Noah Solloway vor Gericht unaufgefordert seine alleinige Schuld gestand. Die folgende Season setzt drei Jahre später an, aber nicht um aus einer Gegenwartsperspektive die Haupthandlung in der Vergangenheit zu erzählen, sondern um durch gezielte Rückblenden, vor allem zu Noahs harten Zeiten hinter schwedischen Gardinen, zu veranschaulichen, wie es zum Status Quo der Hauptfiguren kam. Diese neue Herangehensweise tut der Serie auf jeden Fall gut. Wie gewohnt wird jede Folge aus der subjektiven Sicht von zwei Charakteren erzählt. Zusätzlich zum Quartett Noah, Helen, Alison und Cole wird der Blickwinkel von Gastprofessorin Juliette in zwei Episoden ergänzt. Das bietet zwar eine willkommene Abwechslung aber irgendwie wirkt die Figur der selbstbewussten, unkomplizierten französischen Mediävistin, gespielt von Irène Jacob (Drei Farben: Rot, Othello von 1995), etwas verschenkt. In einer für ihn sicherlich bisher ungewohnten Rolle glänzt der für seine komödiantischen Figuren bekannte Schauspieler Brendan Fraser (Die Mumie), als einschüchternder Gefängniswärter John Gunther mit imposanter Statur. Darstellerisch bleibt die Serie stark.

Leider lässt sich das nicht ganz vom Inhalt behaupten. Während der allmähliche physische und psychische Verfall von Noah konsequent sowie inszenatorisch stark weitergeführt wird, treten die anderen Handlungsstränge auf der Stelle. Dekonstruierte man besonders in der zweiten Season die verschiedenen Ehen/Liebesbeziehungen so erleben diese in der dritten Runde ein ziemlich bemühtes Revival. Fast jedes getrennte Paar kommt wieder zusammen und sei es nur für eine oder mehrere Tage/Nächte. Auch wenn alles an sich immer noch recht gut geschrieben und stimmungsvoll wirkt, so stellt sich dem Zuschauer doch irgendwann die Frage, warum den Autoren teilweise nichts Besseres eingefallen ist. Vielleicht veranschaulicht dieser Negativpunkt, dass The Affair seine besten Zeiten hinter sich hat und man gut daran tun würde, die Serie nach der bereits bestellten 4. Staffel (die vermutlich im November/Dezember 2017 starten wird) zu einem halbwegs runden Ende zu bringen.

Staffel 3 von The Affair ist bisher lediglich über Amazon Prime verfügbar. Eine deutschsprachige Heimkino-Veröffentlichung steht noch aus.

Fazit: Abgesehen von meist gut weitergesponnenen Handlungssträngen fällt den Autoren in der dritten Staffel von The Affair zeitweise kaum mehr ein als frühere Ex-Partner in unterschiedlichen, extrem bemüht wirkenden, Konstellationen wieder zusammen zu bringen. 7 von 10 Punkten.


Helen ist der Verzweiflung nah
Alison kehrt nach Montauk zurück
Juliette und Noah

Marius Joa, 9. April 2017. Bilder: Showtime.

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