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Von Marius Joa. Publiziert am 20. Oktober 2018

Rudolph Moshammer (1940-2005) war nicht nur ein exzentrischer Modedesigner, sondern auch eine schillernde Figur der Münchner Schickeria. Der für seine diversen “Tatort”-Folgen bekannte Alexander Adolph inszenierte mit dem Fernsehfilm “Der große Rudolph” eine augenzwinkernde Hommage.

 

A Sound Of Thunder

Von Marius Joa. Publiziert am 28. Juni 2009

Als Monumentalflop des Kinojahres 2005 gilt die internationale SF-Produktion A Sound Of Thunder. Bezeichnenderweise erschien der Film in Deutschland nur auf DVD. Marius Joa hat ihn sich angesehen.

A Sound Of Thunder
Science-Fiction-Abenteuer USA/UK/Deutschland/Tschechien 2005. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 97 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Edward Burns, Catherine McCormack, Ben Kingsley, Jemima Rooper, August Zirner, Winfried Hochholdinger, Corey Johnston, William Armstrong, David Oyelowo u.v.a. Regie: Peter Hyams. Nach der Kurzgeschichte von Ray Bradbury.

Haariger Plot

Im Jahre 2055 sind Zeitreisen möglich. Die Firma Time Safari, unter dem profitgeilen Geschäftsführer Hatton (Ben Kingsley), bietet betuchten Kunden, die Möglichkeit an, Auge in Auge mit einem Dinosaurier zu stehen und diesen dann in Eigenregie zu töten. Doch für die Zeitreise 65 Millionen Jahre in die Vergangenheit gibt es strenge Regeln. Die Unachtsamkeit eines Zeitreisenden führt jedoch zur massiven Änderung der Gegenwart. Nun sieht sich die Menschheit in 2055 einer wachsenden Bedrohung durch alles überwuchernde Pflanzen sowie eine immer exotischere und gefährliche Tierwelt ausgesetzt. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Dr. Sonia Rand (Catherine McCormack) will Zeitreiseleiter Travis Ryer (Edward Burns) die Zeitlinie wieder in Ordnung bringen.

Profitgierig: Time Safari-Chef Hatton (Ben Kingsley).

Mit einem geschätzten Budget von 60 Millionen Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von lediglich etwa 10 Millionen Dollar gilt A Sound Of Thunder als kapitaler Flop des laufenden Kino-Jahrzehnts. Wie kam es zu diesem finanziellen Desaster?

Die Dreharbeiten im Jahr 2002 in Prag fielen direkt in die Zeit des Jahrhunderthochwassers und so gab es einige Verzögerungen. Dies führte wohl auch zum Bankrott der ursprünglichen Produktionsfirma. Und so schlummerte der halbfertige Film über zwei Jahre, bis ein großes Studio den Film ohne großes Marketing doch noch in die Kinos brachte. In Deutschland reichte es nur zur Veröffentlichung auf DVD.

Viele Kritiker halten den Film aufgrund vieler Schwächen für auch für eine qualitative Katastrophe. Doch streckenweise kann A Sound Of Thunder den Zuschauer dann doch noch positiv überraschen. Der Film ist trotz seiner Schwächen streckenweise unterhaltsam, spannend und für einen anspruchslosen DVD-Abend geeignet. Dafür sorgen auch die beiden ordentlichen Hauptdarsteller Edward Burns (Der Soldat James Ryan) und Catherine McCormack (Braveheart). Neben Armin Rohde (als schlecht gelauntem Millionär) und Heike Makatsch (als dessen nymphomanische Tochter) sind mit August Zirner (Die Fälscher) und Winfried Hochholdinger (Elementarteilchen) weitere deutsche Schauspieler zu sehen.

Im Allgemein sind bei A Sound of Thunder die vielen Minuspunkte auffallend. Zwar sind die digitalen Effekte nicht völlig unfertig, wie manche behaupten, aber bei einem solchen Budget sollten diese nicht so vergleichsweise unecht bzw. deutlich wie Videospielgrafiken aussehen. Ben Kingsleys Darstellung des profitgierigen Zeitreise-Moguls Charles Hatton dürfte neben Thunderbirds (2004) und BloodRayne zu den Flop 3-Performances des Oscar-Preisträgers zählen.

Erschwerend kommen die vielen Logikfehler, vor allem beim Thema Zeitreisen hinzu. Die in „Schockwellen“ auftretende Evolution ist genauso unsinnig wie die Storywendung, dass der Tod des Schmetterlings in der Vergangenheit (der ohnehin kurze Zeit später durch einen Vulkanausbruch gestorben wäre), fatale Konsequenzen für die Gegenwart hat. Dass der Film wohl doch nicht ganz fertig war, lässt sich an manch unlogischen Schnitten erkennen und daran, dass viele nicht ganz unwichtige Charaktere im Kampf mit den mutierten Tieren wie die Fliegen sterben, ohne dass es die überlebenden Figuren sonderlich stören würde. Eine kritischere Auseinandersetzung mit der hier präsentierten Zukunftsvision findet nicht statt. Das Werk von Regisseur Peter Hyams (2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen, End Of Days), basierend auf der Kurzgeschichte von Science-Fiction-Autor Ray Bradbury (Fahrenheit 451), hätte also Einiges an Potenzial gehabt, das jedoch sträflich ungenutzt bleibt.

Fazit: Streckenweise spannendes und unterhaltsames SF-Abenteuer mit gravierenden Schwächen. 3 von 10 Punkten.


Dr. Rand und Travis Ryer wollen die Zeitlinie wiederherstellen.

Zeitreise zu den Dinos.

DVD-Features

Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial
Kinotrailer

Marius Joa, 28. Juni 2009. Bilder: Paramount.

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Rubrik DVD

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