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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Agent Hamilton: Im Interesse der Nation

Von Marius Joa. Publiziert am 25. Januar 2013

Als schwedische Antwort auf James Bond gilt Agent Hamilton. Die Figur wurde von Autor Jan Guillou erfunden. Nach zwölf Romanen und mehreren Adaptionen für Kino und Fernsehen erschien 2012 eine Neuverfilmung, mit Mikael Persbrandt in der Titelrolle.

 

 

Agent Hamilton: Im Interesse der Nation (Hamilton – I nationens intresse)
Agententhriller Schweden 2012. FSK: keine Jugendfreigabe. 105 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Mikael Persbrandt, Pernilla August, Saba Mubarak, Jason Flemyng, David Dencik, Ray Fearon. Peter Andersson, Lee Gregory, Fanny Risberg u.a. Regie: Kathrine Windfeld. Drehbuch: Stefan Thunberg. Nach dem Roman von Jan Guillou.

 

 

 

Sein Name ist Hamilton, Carl Hamilton!

Carl Hamilton (Mikael Persbrandt) ist der Top-Agent des schwedischen Gemeindienstes. Doch selbst er darf nicht töten, es sei denn aus Gründen der Selbstverteidigung oder im Interesse der Nation. Bei einem Undercover-Einsatz an der Grenze zwischen Usbekistan und Afghanistan erlebt Hamilton mit, wie nach einem illegalen Waffendeal mit High-Tech-Granaten des Rüstungsunternehmens Nordfors vierzehn Menschen ums Leben kommen. Gemeinsam mit einer Söldnertruppe der amerikanischen Sicherheitsfirma Sectragon unter deren Anführer Rob Hart (Jason Flemyng) soll er den Nordfors-Mitarbeiter Lagerbäck (Gustaf Hammarsten) aus Somalia heraus schaffen. Dabei finden die Söldner auch den Amerikaner Benjamin Lee (Ray Fearon), der brisante Informationen zu einem Anschlag auf einen äthiopischen Exil-Politiker besitzt, diese aber erst preisgeben will, wenn er sicher in Schweden ankommt. Hamilton flieht mit Lagerbäck und Lee im Schlepptau. Mit der Hilfe einer alten Bekannten, der PLO-Agentin Mouna (Saba Mubarak), versucht Hamilton Lee sicher nach Europa zu bringen.

Der schwedische Schriftsteller und Journalist Jan Guillou (Arn der Kreuzritter) erfand die Figur des schwedischen Agenten Hamilton als er selbst wegen Spionage im Gefängnis saß. Zwischen 1986 und 2008 erschienen zwölf Romane mit dem „schwedischen 007“. Nach Stellan Skarsgård und Peter Stormare schlüpfte nun Mikael Persbrandt (Kommissar Beck) in die Rolle des erfahrenen Top-Spions. Als Vorbereitung für die Dreharbeiten absolvierte der 49jährige ein Kampftraining bei den Navy Seals, einer Spezialeinheit der US-Marine. Sicherlich einer der Gründe, warum Agent Hamilton recht hart und realistisch daher kommt.

Insgesamt muss der schwedische Agententhriller den Vergleich mit thematisch ähnlichen Produktionen aus Hollywood nicht scheuen. Technisch wirkungsvoll inszeniert, verzichtete Regisseurin Kathrin Windfeld (Kommissarin Lund) auf übertriebene Bildästhetik oder spektakuläre Actionszenen. Stattdessen hat man das Gefühl, die Story könnte auf einer wahren Begebenheit basieren. Die internationalen Verwicklungen von Waffenindustrie, Sicherheitsfirmen und den Kriegszuständen in afrikanischen Ländern, das alles ist näher an der Wirklichkeit, als man sich ausmalen möchte. Hier erinnert Hamilton sehr an den US-Politthriller Syriana.

Bittere Härte und Brutalität kennzeichnen die schwedische Produktion. Da wird dem Gegner im Nahkampf bisweilen das Genick gebrochen oder ein Schusswechsel endet äußerst blutig. Richtig tragisch wird es, als Hamilton im Halbschlaf seine neue Freundin ersticht, weil er gerade von seinem letzten Einsatz träumt. Hier beginnt auch das Problem des Films. Die emotionale Verarbeitung der folgenschweren, versehentlichen Tat wirkt inhaltlich und schauspielerisch wenig ausgearbeitet. Hauptdarsteller Mikael Persbrandt, den man ab 12. Dezember als Beorn im zweiten Teil der Hobbit-Trilogie im Kino sehen wird, überzeugt als eiskalter Geheimagent, aber der Tod seiner Geliebten scheint ihn nur am Rande mitzunehmen.

Mit Jason Flemyng (X-Men: Erste Entscheidung) als Söldner Rob Hart und Pernilla August (Star Wars: Episode I) als schwedischer Staatschefin ist Agent Hamilton: Im Interesse der Nation auch prominent besetzt. Hamiltons Freundin wird gespielt von Fanny Risberg, neben ihrer Schauspielkarriere auch Sängerin der Berliner Folkrock-Band Tula. Im September 2012 wurde in Schweden übrigens gleich der zweite Hamilton-Film veröffentlich: Agent Hamilton 2: Rache für die Tochter erscheint in Deutschland am 26. März 2013 auf DVD und BluRay. Und für 2014 ist ein dritter Teil geplant. Alter Schwede!

Fazit: Konsequent durchgezogener Thriller, geradlinig und schnörkellos. Inhaltlich authentisch, aber emotional leider unausgegoren. 7 von 10 Punkten.

 

 
Blut klebt an seinen Händen
 Hamilton greift zu drastischen Maßnahmen

 

 

 

 Marius Joa, 25. Januar 2013. Bilder: Ascot Elite.

 

 

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