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Von Marius Joa. Publiziert am 22. September 2019

In Runde zwei nimmt die von Schauspieler/Autor/Regisseur Seth MacFarlane (“Family Guy”) ins Leben gerufene Scifi-Serie “The Orville” einen Kurswechsel in Richtung Ernsthaftigkeit vor. Ob das funktioniert?

 

BloodRayne – Director’s Cut

Von Johannes Michel. Publiziert am 1. April 2008

Getreu der Arbeitsweise des Regisseurs Uwe Boll haben sich Marius Joa und Johannes Michel mal schnell die Videospielverfilmung BloodRayne auf DVD angesehen. Die Vieraugen-Redakteure tauchen damit weiter in die Untiefen des Boll-Werks hinab.

BloodRayne – Director’s Cut
Vampir-Action/Fantasyfilm USA/Deutschland 2005. FSK: Nicht geprüft. 95 Minuten (Director’s Cut, PAL-DVD).
Mit: Kristanna Loken, Michael Madsen, Matthew Davis, Will Sanderson, Geraldine Chaplin, Udo Kier, Meat Loaf, Michael Paré, Billy Zane, Michelle Rodriguez, Ben Kingsley u.v.a. Regie: Dr. Uwe Boll.

Anspruchsloser, blutiger Fantasy-Streifen

Nach House Of The Dead (2003) und Alone In The Dark (2005) liefert der deutsche Regisseur Uwe Boll mit BloodRayne seine dritte Videospiel-„Verfilmung“ hintereinander ab. Genau das richtige für einen DVD-Abend unter Männern, spielen doch mit Kristanna Loken und Michelle Rodriguez zwei durchaus ansehnliche Darstellerinnen.

Die junge Rayne (Kristanna Loken) ist halb Mensch und halb Vampir (ein sogenannter „Dhampir“). Sie fristet ein elendes Dasein als Attraktion eines „bunten“ Wanderzirkuses. Doch eines Nachts kann sich Rayne befreien und richtet ein Blutbad unter den Zirkusleuten an. Sie verfolgt nun das Ziel, den mächtigen Vampirfürsten Kagan (Ben Kingsley) zur Strecke zu bringen, weil dieser ihre Mutter vor ihren Augen ermordet hat. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muss Rayne drei Artefakte finden, die auf keinen Fall in falsche Hände geraten dürfen. Zusammen mit den Vampirjägern Vladimir (Michael Madsen), Sebastian (Matthew Davis) und Katarin (Michelle Rodriguez) nimmt sie den Kampf gegen die Mächte der Finsternis auf.

Uwe Boll ist in gewisser Weise ein Phänomen. Der promovierte Literaturwissenschaftler und international tätige Filmemacher dreht einen Film nach dem anderen. Nach zwei Filmen 2003 (Heart Of America und House Of The Dead) und 2005 (Alone In The Dark und vorliegender Streifen) veröffentlichte er im Jahr 2007 ganze vier Filme! Die Satire Postal, der Horrorfilm Seed und der Fantasyfilm Schwerter des Königs – Dungeon Siege kamen ins Kino, BloodRayne 2 erschien gleich als DVD. Für die nächsten drei Jahre sind auch schon ein halbes Dutzend weitere Videospiel-Adaptionen in Produktion. Aber bedeutet Quantität auch gleichzeitig Qualität?

Glaubt man den meisten Kritiken, so muss BloodRayne ein ziemliches Desaster sein, erhielt er doch meist unterirdische Bewertungen. Die Vieraugen-Redakteure, die sich den Film zu Studienzwecken gegönnt haben, müssen aber anerkennen, dass das vorliegende Boll-Werk in manchen Punkten überzeugen kann.

Dreht Boll sonst seine Filme meist in seiner Wahlheimat Kanada, so wanderte er für BloodRayne mit der gesamten Crew nach Rumänien, wohl aus Budgetgründen. Und man sieht durchaus, wie die 25 Millionen Dollar angelegt sind, nämlich in die durchweg stimmungsvollen Kulissen, die an spätmittelalterliche Orte erinnern. Zusätzlich liefert Rumänien hier großartige Landschaftsbilder, die auch gewinnbringend eingesetzt werden.

Außerdem fällt – im Vergleich zu Alone In The Dark – positiv auf, dass es diesmal nicht an einem „roten Faden“ mangelt. Der Film hat eine Story, die konsequent umgesetzt wird und sich auch entwickelt; das Drehbuch hält sich diesmal nicht mit einer die komplette Laufzeit umspannenden Exposition auf, wenngleich es auch nicht als besonders gelungen zu bezeichnen ist.

Die Charaktere sind relativ schwach und außer bei Rayne, Vladimir sowie Sebastian wird nicht näher auf Aspekte eingegangen, die ihnen ein Minimum an Tiefe verleihen könnten. Aus diesen oberflächlichen Figuren können die fast durch die Bank prominenten Darsteller natürlich wenig bis nichts herausholen. Es ist sowieso ziemlich verwunderlich, wie es dem sicherlich berüchtigten Regisseur Boll immer aufs Neue gelingt, große Stars für seine Produktionen zu verpflichten. In BloodRayne wird zum Beispiel der Oscar-Preisträger Ben Kingsley als vollkommen eindimensionaler Bösewicht verheizt. Bei den diversen Gastauftritten sticht vor allem die plumpe Rolle des Rockmusikers Meat Loaf heraus, daneben tauchen auch Geraldine Chaplin und Udo Kier kurz auf.

Die Kameraeinstellungen erinnern wegen der Nahaufnahmen ziemlich an eine TV-Produktion, was eine potentielle Atmosphäre im Keim erstickt. Technisch ebenfalls misslungen sind die Schnitte, vor allem was die immer wieder eingestreuten Rückblenden betrifft. Ebenfalls nicht überzeugend und mitunter langweilig sind die übertrieben blutigen Kampfszenen, die etwa ein Drittel der Laufzeit ausmachen. Schuld daran dürfte wohl die fehlende Trainingszeit der Darsteller sein, was dazu führt, dass die Kämpfe hölzern wirken. Es wird versucht, diesen Mangel durch Zeitlupen und Zeitraffungen zu überdecken, was aber nicht gelingen kann.

Insgesamt ist zu sagen, dass Uwe Boll sich im Vergleich zum Vorgänger doch beträchtlich verbessert hat, was aber BloodRayne dennoch zu keinem ordentlichen, geschweige denn guten Film macht. Unverkennbar ist jedenfalls die Videospiel-Vorgeschichte, wie an einigen genretypischen Szenen deutlich wird.

Fazit: Blutiger und anspruchsloser Vampirfilm mit viel Gemetzel und kaum Tiefgang sowie schwachen Darstellern. Dennoch wird Bolls Film nicht den negativen „Vorschusslorbeeren“ unserer Kritikerkollegen gerecht und überrascht in gewissen Punkten positiv. 4 von 10 Punkten.


Sebastian.

Vladimir.

Katarin.

Meat Loaf als Vampir.

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Englisch (jeweils Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Was die Laufzeit des Streifens angeht, so gibt es BloodRayne in zwei Schnittfassungen: die ab 18 Jahren freigegebene Kinofassung und den vorliegenden von der FSK ungeprüften Director’s Cut. Doch nur in der Special Edition des DC gibt es einen Audiokommentar, den Regisseur Boll aber mit einigen Kollegen spricht. Hörenswert dürfte dieser Kommentar dennoch sein.

Marius Joa & Johannes Michel, 1. April 2008. Bilder: Splendid Film/Warner Bros.

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