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Von Marius Joa. Publiziert am 7. November 2019

Jetzt wo sich der Staub gelegt hat, wird es Zeit für meine ausführliche Kritik zur finalen Staffel von “Game of Thrones”, der TV-Adaption von George R.R. Martins Fantasy-Saga “Das Lied von Eis und Feuer”.

 

Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Von Sarah Böhlau. Publiziert am 10. Juli 2007

Das Jahr 2007 wird bereits jetzt in der Presse gern „Harry Potter-Jahr“ genannt. Ende dieses Monats erscheint Harry Potter and the deathly Hallows, der finale siebte Teil der erfolgreichsten Buchreihe aller Zeiten. Quasi zur Einstimmung läuft zudem in wenigen Tagen die Verfilmung von Teil fünf, Harry Potter und der Orden des Phoenix, in den Kinos an. Grund genug, auf Vieraugen Kino einen Blick auf die letzten vier Filme zu werfen, wie etwa auf den 2002 erschienenen zweiten Teil.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter and the Chamber of Sectrets)
Fantasy/Kinderfilm, USA 2002. Regie: Chris Columbus. Drehbuch: Steve Kloves.
Mit: Daniel Radcliffe, Rupert Grint , Emma Watson, Alan Rickman, Richard Harris, Kenneth Branagh, Maggie Smith, Robbie Coltrane.
152 Minuten FSK: Ab 6

Von Schlangen, Spinnen und Schreckenskammern

Gemäß dem Prinzip der Harry Potter Reihe, nach dem ein Band einem Schuljahr entspricht, spielt Harry Potter und die Kammer des Schreckens während Harrys zweiten Jahr in Hogwarts. Was für ein Glück, dass Harry (Daniel Radcliffe) seine fiese Familie nach den Sommerferien wieder verlassen kann. Doch auch in Hogwarts steht nicht alles zum Besten. Seltsame Vorgänge begleiten das Schuljahr. Die geheimnisvolle „Kammer des Schreckens“, Gegenstand einer alten Schullegende, nach soll von seinem wahren Erben geöffnet worden sein. Das darin befindliche Monster soll in der Schule umherschleichen und „Schlammblüter“ (Schüler, deren Eltern keine Zauberer sind) töten. Tatsächlich werden immer mehr Opfer gefunden, die versteinert worden sind. Schulleiter Albus Dumbledore wird zum Sündenbock gemacht und muss seinen Zauberhut nehmen. Für Harry ist die Angelegenheit besonders schlimm, denn er hört die Stimme des Monsters und bald hält ihn die ganze Schule für den Erben. Mit seinen Freunden Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) versucht er, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Die Kammer soll vor 50 Jahren bereits einmal geöffnet worden sein. Ein altes Tagebuch aus dieser Zeit könnte helfen, aber die Antworten, die es enthält, passen Harry gar nicht, denn sie belasten seinen Freund Hagrid (Robbie Coltrane) schwer.

Mal wieder in Schwierigkeiten: Harry und Ron.

„Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet. Feinde des Erben, nehmt euch in Acht!“

Riesenschlangen, sprechende Spinnen, Unterdrückung von Elfen, Lehre von Blutreinheit, eine Kammer des Schreckens – schon allein von Titel her ist der zweite Harry Potter düsterer und ernster als sein Vorgänger. Trotzdem erkennt man die Handschrift des Regisseurs und die Kontinuität zum Stein der Weisen. Die Kammer des Schreckens ist durchaus noch ein Film, der für Kinder gemacht wurde. Nicht von ungefähr ist Chris Columbus ist der einzige Harry Potter Regisseur, der tatsächlich auf Kinderfilme spezialisiert ist. Seine Nachfolger Alfonso Cuarón (Große Erwartungen, Children of Men) und Mike Newell (Mona Lisas Lächeln) sind eher im Erwachsenenkino anzusiedeln, ihre Filme wurden (wie die Bücher auch) zusehens härtere Kost. Der konstante Wechsel auf dem Harry Potter Regiestuhl ist momentan ins Stocken geraten: Der auf der großen Leinwand eher unbekannte David Yates, der gerade Harry Potter und der Orden des Phoenix verfilmte, wurde bereits für den Halbblutprinz weiter verpflichtet.

Sieht man den ersten Harry Potter als Exposition, so werden nun im zweiten ein paar bedeutungsvolle Problemkomplexe angeschnitten: So gibt es auch in der Zauberwelt gesellschaftliche Phänomene wie Rassenhass und Ausbeutung. Angestachelt durch den alten Mythos der Kammer des Schreckens, der noch auf die Gründung der Schule zurückgeht, wird die Feindschaft zwischen reinblütigen und Muggel-geborenen Schülern thematisiert. Die Verknüpfung dieser Problematik mit der Schreckensherrschaft Lord Voldemorts unterstreichen einmal mehr dessen Parallele zum Nazi-Regime. Besonders deutlich wird dies durch die Figur des Lucius Malfoy (Jason Isaacs) einem heimlich treu gebliebenen Anhänger Voldemorts und Vater von Harrys Erzfeind Draco. Jason Isaacs machte sich schon zuvor gut als Bösewicht (z. Bsp. in The Patriot) und füllt auch die Rolle des eiskalten Despoten perfekt aus.

Neben Isaacs wartet die Kammer des Schreckens noch mit einem weiteren Glücksgriff in der Besetzung auf: Kenneth Branagh (Frankenstein, Hamlet) gibt den aufgeblasenen Lehrer Gilderoy Lockhard. Eigentlich war Hugh Grant für die Rolle vorgesehen, doch er verzichtete und so kam Branagh zum Zug. Selten sah man einen Schauspieler, der so viel Spaß an seiner Rolle hatte. Darüber hinaus kann man sich wie bereits im ersten Teil an Maggie Smith (McGonagal), Alan Rickman (Snape) und Robbie Coltraine (Hagrid) in den Nebenrollen erfreuen. Für den 2002 verstorbenen Richard Harris war es sein letzter Auftritt als Albus Dumbledore. Ab Teil drei übernahm dann Michael Gambon.

Besonders schön am zweiten Harry Potter ist die eingeflochtene Kriminalgeschichte, die sich um die erstmalige Öffnung der Kammer spinnt, und die Identitätskrise, in der Harry sich durch die Ereignisse in der Schule befindet. Ist er der Erbe des Slytherins und hat die Kammer geöffnet? Er identifiziert sich mit dem rätselhaften Tom Riddle (über die „telling names“ in den Harry Potter Büchern wurden viele Aufsätze geschrieben), dessen altes Tagebuch ihm die Geschichte von der ersten Öffnung der Kammer enthüllt. Die wahre Identität des Erben und das Geheimnis von Tom Riddle sind ohne Kenntnis des Buches durchaus überraschend.

Fazit: Auch bei seiner zweiten Verfilmung macht Chris Columbus seine Sache sehr gut. 7 von 10 Punkten.


Angeber: Gilderoy Lockhard.

Fies: Lucius Malfoy.

Geheimnisvoll: Tom Riddle.
Sarah Böhlau, 10. Juli 2007. Bilder: Warner.

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