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Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Herkules und die Prinzessin von Troja

Von Marius Joa. Publiziert am 13. August 2011

Als späten Nachschlag zum Genre Sandalenfilm bietet sich Herkules und die Prinzessin von Troja nahezu an, nicht nur weil das Machwerk kürzlich auf DVD erschien. In dieser einzigartigen Pilotfolge einer nie produzierten TV-Serie kämpft der bekannte Muskelheld gegen ein Seemonster.

 

Herkules und die Prinzessin von Troja (Hercules And The Princess Of Troy)
TV-Abenteuer USA/Italien 1965. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 47 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Gordon Scott, Paul Stevens, Mark Hulswit, Diana Hyland, Steve Garrett, Roger Browne, Girgio Ardisson u.a. Regie: Albert Band.

Petra, Diana und das Seemonster

Jeden Monat müssen die Bewohner der Stadt Troja eine Jungfrau aus ihren Reihen einem Seemonster opfern, um die Götter zu besänftigen. Diese schreckliche Bürgerpflicht haben einige zum Anlass genommen, mit ihren Töchtern aus der Stadt zu fliehen. Herkules (Gordon Scott), Sohn von Göttervater Zeus und einer sterblichen Mutter, befreit einige dieser Flüchtlinge aus den Händen von Piraten. Mit seinem Schiff Olympia segelt er gen Troja, um gegen das Monster zu kämpfen und so Troja von seinem Fluch zu befreien. Mit dabei sind Diogenes (Paul Stevens), der Philosoph und Erfinder sowie der junge Odysseus (Mark Hulswit), Sohn des Königs von Theben.

In Troja ist Petra (Steve Garrett) nach dem Tod seines Bruders Regent und soll in zwei Monaten den Thron an seine Nichte, Prinzessin Diana (Diana Hyland), übergeben. Petra sagt Herkules und seinen Gefährten die volle Unterstützung im Kampf gegen das Ungeheuer zu. Dann ereignen sich mysteriöse Vorfälle. Und schließlich fällt die „Wahl der Götter“ auf Prinzessin Diana. Sie soll das nächste Opfer des Seemonsters werden.

Nach dem die Sandalenfilmflut aus Italien irgendwann Mitte der 1960er abebbte und folglich auch die US-Vermarktung stagnierte, ersann sich Produzent Joseph E. Levine, verantwortlich für die höchst aufwändige Promotion der beiden Herkules-Filme mit Steve Reeves, nun eine Serie über den mythischen Helden und seine möglichen Abenteuer zu machen. Regisseur Albert Band drehte in Italien eine Pilotfolge. Doch zur Serie kam es nie. Und das war vielleicht auch besser so.

Irgendwie ist es kurios. Während viele bekannte und hochwertige Filme noch heute auf ihre Veröffentlichung auf DVD oder Blu-Ray warten, scheuen sich kleinere Verleihfilme nicht die obskursten Machwerke auf Silberscheibe zu pressen und meist für wenig Geld auf den Markt zu werfen. So geschehen auch im Falle von Herkules und die Prinzessin von Troja, der aus der Mottenkiste amerikanischer TV-Archive in die deutschen DVD-Regale gelangte. Der Film, sofern man ihn bei der kurzen Laufzeit überhaupt so nennen mag, ist durchaus aufwändig produziert, inhaltlich aber fast völlig daneben.

Eine Geschichte aus dem unerschöpflichen Fundus der Heraklessage erzählt wie der unbesiegbare Held gegen ein vom Meeresgott Poseidon gesandtes Seeungeheuer kämpft, dem die Tochter des Königs von Troja geopfert werden soll. Der Titel des vorliegenden Films schürt Erwartungen, dass sich die Story genau damit befasst. Doch außer geringfügigen Rahmenbedingungen hat er nichts mit der Mythologie gemeinsam. Man hätte jetzt auch nicht vermutet, dass die Drehbuchautoren sich hier besonders mit Ruhm bekleckern bzw. das Skript durch besondere Werktreue glänzt. Wie lieblos hier allerdings die Handlung runtergespult wird, ist erschreckend. Die Story hätte an sich Potenzial für 80 bis 90 Minuten Länge gehabt. Eine Art Remake gab es 1994 mit Hercules und das vergessene Reich, einem von fünf TV-Filmen zur Einleitung der Trash-Serie Hercules mit Kevin Sorbo.

Aufgrund der völlig flachen und halbdimensionalen Figuren kann man natürlich schauspielerisch nichts erwarten. Den Titelhelden spielt Ex-Tarzan-Darsteller Gordon Scott (Goliath und Herkules), der sich allerdings nur durch seine recht ausgefallene Gesichtsbehaarung hervortut. Der Philosoph Diogenes steht Herkules mit seinen Erfindungen zur Seite. Der junge Odysseus, hier zum x-ten Mal jugendlicher Begleiter des Helden, ist zum völlig blassen Stichwortgeber degradiert. Den Verlobten von Prinzessin Diana, spielt Giorgio Ardisson, der Theseus aus Vampire gegen Herakles. Einen Kurzauftritt als Piratenkapitän hat Gordon Mitchell, Titelheld von Achilles – Der Zorn des Kriegers.

Das Beste an Herkules und die Prinzessin von Troja ist neben der ordentlichen Ausstattung das Seemonster, das zwar außerhalb des Wassers nicht sonderlich beweglich ist, aber im Gegensatz zu Stop-Motion-Kreaturen anderer Werke vergleichsweise echt wirkt.

Da der Streifen bisher keine deutsche Fassung besaß, wurde die Synchronisation wohl extra für die DVD angefertigt. Die Sprecher passen sich der Leblosigkeit der Inszenierung an und wirken teilweise extrem abgehakt in ihrer Sprechweise. Die Bildqualität – sofern man hier überhaupt davon sprechen kann – ist sehr schlecht, die holprigen Schnitte sind aber wohl nicht nur dem Alter des Materials geschuldet.

Fazit: Völlig leblos abgehandeltes und äußerst holprig geschnittenes Pilotfilmchen. Wenig überraschend, dass es hier zu keiner Serienorder kam. 2 von 10 Punkten.

 

 

DVD-Features

Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine

Bonusmaterial
Trailer zu Battle Of LA

Wieso man den nur 47 Minuten langen Pilotfilm einer nie realisierten TV-Serie überhaupt auf einer DVD veröffentlicht hat und nicht wie in den USA in einer Box mit anderen Filmen, weiß nur der Verleih, der ansonsten u.a. für die berüchtigten Mockbuster (spottbillig produzierte Kopien bekannter Hollywoodfilme) zuständig ist. Die Altersfreigabe ab 16 Jahren ist eher unverständlich.

 

 

Marius Joa, 13. August 2011. Bilder: dtp entertainment AG.

 

 

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