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Von Marius Joa. Publiziert am 22. September 2019

In Runde zwei nimmt die von Schauspieler/Autor/Regisseur Seth MacFarlane (“Family Guy”) ins Leben gerufene Scifi-Serie “The Orville” einen Kurswechsel in Richtung Ernsthaftigkeit vor. Ob das funktioniert?

 

Schöne Bescherung

Von Marius Joa. Publiziert am 22. Dezember 2006

Alle Jahre wieder kommen sie im Fernsehen: die Filmklassiker zu Weihnachten. Marius Joa hat sich seinen persönlichen Favoriten auf DVD angesehen: die chaotische Familienkomödie mit Chevy Chase.

Hilfe, es weihnachtet sehr (früherer deutscher Titel)
(National Lampoon’s Christmas Vacation)
Weihnachtskomödie USA 1989. Regie: Jeremiah S. Chechik. 93 Minuten. FSK ab 6.
Mit Chevy Chase, Beverly D’Angelo, Juliette Lewis, Johnny Galecki, John Randolph, Diane Ladd, E. G. Marshall, Doris Roberts, Randy Quaid, Miriam Flynn, Nicholas Guest, Julia Louis-Dreyfus u.v.a.

Lebensmittelchemiker Clark Grisworld (Chevy Chase) möchte mit seiner Familie ein traditionelles, altmodisches Weihnachtsfest feiern. Doch schon die Suche nach einem Weihnachtsbaum, der Clarks Vorstellungen entspricht, gestaltet sich schwierig. Die nächste Hürde: wie kriegt man den haushohen Koloss ins Wohnzimmer? Um das Haus in die richtige Form zu bringen, bringt Clark 25 000 Glühbirnen an, die für ordentliche Beleuchtung sorgen sollen. Doch auch hier steckt der Teufel im Detail. Für derartigen Kitsch haben die beiden spießigen Nachbarn (Julia Louis-Dreyfus, Nicholas Guest) überhaupt nichts übrig. Durch den Besuch der Großeltern platzt das Haus aus allen Nähten und Tochter Audrey (Juliette Lewis) beschwert sich bei ihrer Mutter Ellen (Beverly D’Angelo), dass sie mit ihrem jüngeren Bruder Rusty (Johnny Galecki) in einem Bett schlafen muss. Als ob das und der Besuch der senilen Großtante nicht genug Familienkram wäre, da taucht auch noch Clarks asozialer Cousin Eddie mit Frau und verwahrlosten Kindern auf, um sich bei den Grisworlds einzunisten. Clark wartet indes sehnsüchtig auf den Brief mit seiner Weihnachtsgratifikation, mit der er einen Pool für den Garten finanzieren will. Als dann nach dem misslungenen Weihnachtsessen und anderen Vorfällen auch noch die Gratifikation ins Wasser fällt, dreht Familienvater Clark durch und wünscht sich etwas.

“Schöne Bescherung”, dessen eigentlicher deutscher Titel “Hilfe, es weihnachtet sehr” ist, war der dritte von vier Filmen mit der Familie Grisworld als Hauptfiguren. Die anderen heißen “Die schrillen Vier auf Achse” (1983), “Hilfe, die Amis kommen” (1985) und “Viva Las Vegas” (1997). Außerdem gehört der Streifen zur Reihe der National Lampoons-Filme, die sich ironisch mit typisch amerikanischen Eigenheiten befasst. Hier hat man sich die amerikanische Art, Weihnachten zu feiern, vorgenommen. Die überbordende Weihnachstsbeleuchtung, die mittlerweile auch außerhalb der USA fast zum Standard geworden ist, das traditionelle große Familienessen und das ganze Weihnachtsmann-Getue werden hier ordentlich aufs Korn genommen. Neben diversen Slapstick-Einlagen von Komiker Chevy Chase und anderen witzigen Situationen liefert der Film auch einige pointierte Dialoge. Ein bisschen Sozialkritik ist natürlich auch vorhanden, vor allem in der Darstellung der Charaktere. Vom oberreichen undankbaren Firmenboss, der für Gewinn über Leichen geht, bis zu den arroganten Spießern, für die Weihnachten keinerlei Bedeutung mehr hat, zum ewigen Nostalgiker und Träumer Clark, alle Typen sind vorhanden. Und jeder bekommt hier sein Fett weg. Aus dem soliden Ensemble ragen vor allem Chevy Chase als Clark und Randy Quaid (“Brokeback Mountain“) als Eddie heraus.

Das Chaos steigert sich im Laufe der 90 Minuten und am Ende scheint alles den Bach hinunter zu gehen. Doch wie soll es an Weihnachten anders sein, schließlich wendet sich alles zum (leicht ironisierten) Guten. Seit einigen Jahren hat sich der Film zum Standardprogramm vor Weihnachten gemausert, wenn auch unter dem neuen Titel. Auch nach dem x-ten Mal schauen, bietet “Schöne Bescherung” noch ein urkomisches und doch besinnliches Weihnachtsvergnügen.

Fazit: Überspitzt-ironische Weihnachtskomödie, die den „American Way of Christmas“ veralbert. Immer wieder ein Vergnügen. 8 von 10 haushohen Christbäumen.


Ein Familienvater dreht durch.

DVD-Ausstattung:

Sprachen: Deutsch (Stereo), Englisch (Dolby Surround 2.0), Spanisch (Dolby Surround 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Kroatisch, Tschechisch, Griechisch, Hebräisch, Ungarisch, Isländisch, Portugiesisch, Türkisch, Slowenisch: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte

Bonus-Material

Leider ist der Audiokommentar von Regisseur Jeremiah Chechik, Produzent Matty Simmons sowie den Darstellern Randy Quaid, Beverly D’Angelo, Johnny Galecki und Miriam Flynn nicht untertitelt und deshlab etwas schwer verständlich, abgesehen davon, dass man auch nicht immer weiß, wer gerade spricht. Ansonsten bietet die DVD einen US-Kinotrailer und eine Texttafel zu Besetzung und Stab.

Marius Joa, 22. Dezember 2006. Bilder: Warner.

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