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Von Marius Joa. Publiziert am 15. Juni 2019

Für Genre-Streifen kennt man Jim Jarmusch so überhaupt nicht. Ein paar Jahre nach seinem Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) drehte der Indie-Kultregisseur aber eine Zombie-Komödie. In “The Dead Don’t Die” wird eine sehr überschaubare Kleinstadt urplötzlich von Untoten überfallen…

 

Asterix bei den Olympischen Spielen

Von Marius Joa. Publiziert am 4. Februar 2008

Asterix und seine Freunde sind wieder im Kino. Diesmal geht es um ein sportliches Großereignis. Dafür wurde ordentlich Kohle in den dritten Realfilm gepumpt. Ob sich der Aufwand gelohnt hat?

Asterix bei den Olympischen Spielen (Astérix aux Jeux Olympiques)
Comicverfilmung Frankreich/Spanien/Deutschland/Italien/Belgien 2008. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. 114 Minuten. Deutscher Kinostart: 31. Januar 2008.
Mit: Gérard Depardieu, Clovis Cornillac, Stéphane Rousseau, Benoît Poelvoorde, Vanessa Hessler, Alain Delon, Alexandre Astier, Elric Thomas, Jean-Pierre Cassel, Franck Dubosc u.v.a. Regie: Frédéric Forestier & Thomas Langmann. Frei nach René Goscinny & Albert Uderzo.

Ein Film lebt nicht vom Geld allein

Etwa 50 vor Christus: ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Einer aus diesem Dorf ist Romantix (Stéphane Rousseau). Der junge Mann ist in die griechische Prinzessin Irina (Vanessa Hessler) verliebt. Doch die ist Brutus (Benoît Poelvoorde) versprochen, dem machtgierigen Adoptivsohn von Gaius Iulius Caesar (Alain Delon). Romantix will die Hand seiner Geliebten dadurch gewinnen, dass er die bevorstehenden Olympischen Spiele gewinnt. Doch die Gegner sind stark und Brutus arbeitet mit allem anderen als mit fairen Mitteln. Da können nur Asterix (Clovis Cornillac) und Obelix (Gérard Depardieu) helfen.

Prinzessin Irina mit Haarschmuck.

Asterix, der kleine und pfiffige Gallier kann auf eine beeindruckende literarische und cineastische Karriere blicken. Erfunden von René Goscinny und Albert Uderzo, erschien die erste Comic-Geschichte am 1. Oktober 1959 in der französischen Zeitschrift „Pilote“. Seitdem gab es 33 Comicbände sowie acht Zeichentrickfilme, zuletzt Asterix und die Wikinger (2006). Mit Asterix bei den Olympischen Spielen liegt nun nach Asterix und Obelix gegen Caesar (1999) sowie Asterix und Obelix – Mission Kleopatra (2002) der dritte Realfilm vor. Besonders beliebt sind auch die unzähligen Mundart-Versionen der Comics, u.a. auch auf Mainfränkisch.

Die Regie beim dritten Spielfilm übernahmen die beiden Franzosen Frédéric Forestier und Thomas Langmann. Mit höchstem Aufwand (einem Budget von 78 Millionen Euro) wurde die europäische Produktion sechs Monate lang in Frankreich und Spanien gedreht. Den großen Aufwand sieht man dem Film auch sehr an. Die Kostüme und Kulissen wirken mit Ausnahme der sehr unecht aussehenden Bärte sehr ausufernd und prunkvoll. Auch die visuellen Effekte können überzeugen und entsprechen heutigen Standards. Rein äußerlich braucht sich Asterix bei den Olympischen Spielen vor keinem vergleichbaren Hollywoodfilm zu verstecken.

Doch die äußere Hülle ist eben nicht alles. Ein Film lebt nicht vom Geld allein. Insgesamt ist der dritte Kinoauftritt von Asterix & Co bestenfalls mittelmäßiges Comic-Kino, das streckenweise lustig ist und zu unterhalten weiß, einige Längen, aber keinen Tiefgang besitzt. Das fängt schon bei der Story an, die wenig mit dem gleichnamigen Comicband von 1972 zu tun hat. Lediglich einige Aspekte der Handlung und die Auflösung am Schluss wurden übernommen. Die Magie und der Charme der Vorlage fehlen bei dem vor allem aufGags angelegten Film fast völlig.

Auch bei den Schauspielern können nur wenige überzeugen. Clovis Cornillac mag zwar der Comicfigur Asterix mehr ähneln als sein Vorgänger Christian Clavier, wirkt aber ziemlich blass. Gérard Depardieu hat als Obelix auch schon bessere Tage gesehen. Die beiden Gallier haben weniger Screentime als man vielleicht erwarten dürfte, denn Hauptfigur ist Bösewicht Brutus. Benoît Poelvoorde kann allerdings in der Rolle des Ränke schmiedenden Adoptivsohn Caesars vor allem durch die ihm in den Mund gelegten Dialoge noch eher überzeugen. Den selbstverliebten Caesar gibt der gut aufgelegte Alain Delon. Mit Jean-Pierre Cassel, der im April 2007 leider verstarb, ist als Miraculix eine weitere französische Schauspiel-Legende vertreten. Michael „Bully“ Herbig wirkt als stummer Zenturio von Brutus irgendwie verschenkt.

Nun zu den sportlichen Gastauftritten. Die Rolle von Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher besteht nicht nur daraus, einmal durchs Bild zu laufen. Der Ex-Rennfahrer hat eine nicht unerhebliche Nebenrolle als Wagenlenker und kann im Gegensatz zu seiner abgehackten Sprache in Cars mehr überzeugen. Vollkommen überflüssig wirken dagegen Fußball-Legende Zinedine Zidane, Tennisprofi Amelie Mauresmo und der französische NBA-Basketballer Tony Parker. Ihre Szenen hätte man sich komplett sparen können, da sie nach dem Ende der Handlung einfach angehängt werden. Gleiches gilt für den Besuch von Numerobis (Jamel Debouzze) aus dem Vorgänger-Film.

Für die Asterix-Fans ist Spielfilm Nr. 3 sicherlich eine große Enttäuschung, aber leider nicht die einzige. Denn auch die Qualität der Comics hat nachgelassen. So enthielt der 33. Band Gallien in Gefahr einfallslose Anleihen bei Disney und Superhelden-Comics. Für die filmische Zukunft kann man nur hoffen, dass man sich wieder auf die Stärken der Vorlagen besinnt. Oder eben die Reihe ganz ruhen lässt.

Fazit: Mit viel Aufwand produzierte, aber insgesamt zu oberflächliche Comic-Adaption, die nur technisch zu überzeugen weiß. 5 von 10 Punkten.


Romantix kann auf seine Freunde zählen.

Caesar ist selbstverliebt.

Brutus sägt an Papas Stuhl.
Marius Joa, 4. Februar 2008. Bilder: Constantin Film.

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