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Viel Spaß!
Von Marius Joa. Publiziert am 30. November 2019

So wie Hollywood allgemein das Mainstreamkino weltweit beherrscht so dominieren Disney und Pixasr den Animationsfilm-Markt. Werke, die ohne große Studiopower entstehen, haben es da schwer. Umso schöner, dass Netflix dem französischen Beitrag “Ich habe meinen Körper verloren” eine großflächige Veröffentlichung ermöglicht hat.

 

Brothers Grimm

Von Marius Joa. Publiziert am 16. Oktober 2005

Fantasyhorror USA/UK/Tschechien 2005. Regie: Terry Gilliam.
Darsteller: Matt Damon, Heath Ledger, Peter Stormare, Lena Headey, Jonathan Pryce, Monica Bellucci, Mackenzie Crook, Richard Ridings u.a. 118 Minuten. FSK ab 12.

Es waren einmal zwei gelehrte Brüder namens Jacob und Wilhelm Grimm, der Einfachheit halber Jake und Will genannt. Sie zogen durch die deutschen Lande und den Leuten das Geld aus der Tasche, indem sie falsche Geister und Hexen vertrieben. Die Brüder waren zwar keine bösen Menschen, doch dem französischen General Delatombe, der als eine Art Statthalter über die Gegend herrscht, ein Dorn im Auge. Er forderte von ihnen, das Rätsel von neun verschwundenen Mädchen aufzuklären. Alle diese Mädchen waren von Spaziergängen durch einen verwunschenen Wald nicht zurückgekommen. Gemeinsam mit Delatombes Folterknecht Cavaldi und der jungen, ortskundigen Angelika machten sich die Brüder auf, im Wald die Mädchen zu finden, und das Rätsel zu lösen. Da bemerkten sie, dass sie es hier mit richtigen Geistern und anderen bösen Mächten zu tun hatten…

Regisseur und Ex-Monty-Python Terry Gilliam veröffentlichte mit “Brothers Grimm” seinen ersten Film seit sieben Jahren. Die Produktion stand unter keinem guten Stern. Die Weinstein-Brüder mussten 2004 als Geldgeber einspringen. Im Juni 2004 unterbrach Gilliam die Arbeit am Film, um sich einem anderen Projekt zu widmen. Dies erklärt auch den verspäteten Kinostart, obwohl die Dreharbeiten bereits 2003 stattfanden.

Bevor hier falsche Erwartungen aufkommen, sei einiges klargestellt: es handelt sich hier nicht um eine herkömmliche Filmbiographie der Märchensammler und Germanisten Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859). Stattdessen stecken die Brüder selbst in einer Geschichte, in der es von Märchengestalten nur so wimmelt. Wegen minderer Betrügereien vor Gericht gestellt, müssen sie sich nun mit echtem Zauber und wahrlich bösen Mächten auseinander setzen. Klingt nach einer originellen Geschichte mit Potential.

Kostüme sowie Ausstattung und Spezialeffekte wirken sehr aufwendig und optisch überzeugend. Doch leider kann man das nicht von der Story sagen. Zwar ist die gute Mischung aus Humor und Horror durchaus unterhaltsam, doch wirkt die Geschichte doch sehr zusammengeflickt. Auf viele gute Ansätze wird nicht weiter eingegangen, stattdessen versucht der Film möglichst viele Märchen oder Anspielungen auf diese mit in die Handlung zu pressen. Einige Charaktere wirken deplatziert oder überzogen. General Delatombe, gespielt von Jonathan Pryce, ist nicht mehr als ein eindimensionaler 0815-Bösewicht. Peter Stormare wirkt als italienischer Foltermeister Cavaldi überzogen. Seine Beweggründe, gegen Ende die Seiten zu wechseln, werden nicht erklärt. Heath Ledger und Matt Damon liefern als Titelfiguren eine passable Vorstellung ab. Zumindest für die männlichen Zuschauer ist es enttäuschend, dass Monica Bellucci (als böse Königin) und die hierzulande noch wenig bekannte Lena Headey (als Angelika) leider etwas zu kurz kommen.

Der Film ist düsterer und ekliger als man vielleicht erwartet und deshalb absolut nicht für Kinder geeignet. Wer mit großen Erwartungen ins Kino geht, wird hier sicher enttäuscht werden, doch immerhin bietet “Brothers Grimm” einen netten Kinoabend, der sowohl amüsant als auch gruselig sein kann. Außerdem tut es gut, dass sich der Film nicht zu sehr ernst nimmt.

Fazit: Nette Mischung aus Märchen und Horrorkomödie. Passable Unterhaltung. Mehr aber leider nicht. 6/10.


Angelika und die Kröte.

Monica Bellucci als Spiegelkönigin.
Marius Joa, 16.10.2005.

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